„Wird Gespräche mit der sportlichen Leitung geben“

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Man hat es nicht leicht als Bundesliga-Absteiger.

Jahr für Jahr fällt den Klubs die Umstellung auf die zweithöchste Spielklasse verdammt schwer.

Sowohl Kapfenberg vor zwei, als auch Mattersburg vor einem Jahr fanden sich nach den ersten Runden ihrer Zweitklassigkeit relativ weit unten in der Tabelle wieder.

Heuer ist es beim FC Wacker Innsbruck nicht anders. Coach Michael Streiter schien schon im Abstiegs-Frühjahr kein Erfolgsrezept zu finden – nun ist er nach vier Runden in der Ersten Liga erneut ratlos.

Routiniers in Streiters Dauer-Kritik

„Ich bin sehr motiviert, aber das Trainer-Latein geht mir fast aus. Es ist sehr mühsam“, sagte der 48-Jährige nach dem 0:1 am Dienstag gegen Liefering im Interview mit „Sky“.

Das klingt schon fast wie ein Anfang vom Ende. Bei den Fans dürfte der Trainer seinen Kredit bereits verspielt haben, mehrere „Streiter raus!“-Rufe am Tivoli belegen das.

Selbst beruft Streiter sich immer wieder auf die fehlende Unterstützung seiner routinierten Spieler. "Man geht raus, nimmt sich viel vor, die Arrivierten machen zu wenig", findet der ehemalige Verteidiger.

Einem dieser Arrivierten, nämlich Alexander Hauser, fällt aber genauso wenig zur derzeitigen Situation ein. „Immer die gleiche Leier. Ich weiß schon gar nicht mehr, was ich sagen soll. Es wird Zeit, dass wir ein Spiel endlich einmal mit elf Mann zu Ende spielen“, spielte der Kapitän auf den dritten (!) Ausschluss in Folge an.

Siller zur "Rotsucht": "Gegen uns sitzen Karten locker"

Schon in der letzten Spielzeit war der FC Wacker mit zwölf Platzverweisen einsame Spitze in der Bundesliga, heuer scheinen die Tiroler diesen negativen Topwert einen Stock tiefer noch einmal toppen zu wollen.

„Gegen uns sitzen die Karten schon locker. Aber das wissen wir und daher müssen wir uns saudumme Attacken eben sparen“, zeigt sich Sebastian Siller gegenüber der „Tiroler Tageszeitung“ zumindest in Ansätzen einsichtig.

Nach vier Spielen, drei Niederlagen und Tabellenplatz neun ist langsam auch der Präsident gefragt. Im Gespräch mit „Sky Sport News HD“ findet Josef Gunsch sehr deutliche Worte für die aktuelle Lage des Traditionsklubs.

Streiters Sessel wankt noch nicht

„Es wird jetzt Gespräche mit der sportlichen Abteilung geben. Sie ist jetzt gefordert, weil jetzt ist Feuer am Dach. Da müssen wir darüber reden“, stellt der Unternehmer unmissverständlich klar.

Trainer Streiter stünde bei diesen Gesprächen aber noch nicht zur Debatte. „Natürlich hat er mein Vertrauen, wir sind kein Verein, der auf Hire-and-Fire setzt. Der Trainer ist seit Dezember im Amt und hat mit dem Sportdirektor eine Mannschaft zusammengestellt, jetzt haben wir die ersten Partien verloren oder Unentschieden gespielt und da braucht es sicher noch Zeit um zusammenzuspielen, aber die Zeit rinnt sehr schnell davon“, sagt Gunsch. Lange dürfte er also nicht mehr tatenlos zusehen.

Sämtliche Ausreden der sportlichen Leitung scheint der Präsident schon jetzt satt zu haben.

"Das Glück ist ein Vogerl"

„Im letzten Jahr hat es immer geheißen wir waren die bessere Mannschaft und haben verloren oder waren die bessere Mannschaft und haben nur Unentschieden gespielt. So sind wir letztes Jahr auch abgestiegen“, fordert er jetzt klare Vorschläge von Streiter und Sportdirektor Florian Klausner, wie man den Turnaround schaffen kann.

Die kommenden zwei Spiele könnten richtungsweisend sein. Erst empfängt man vor eigenem Publikum den gut gestarteten Aufsteiger aus Floridsdorf, danach gastiert man beim vermeintlichen Kellerduell in Hartberg.

„Das Glück ist ein Vogerl, einmal auf der einen Seite, einmal auf der anderen. Das wird dann wieder auf unserer Seite sitzen – da bin ich zuversichtlich“, bemüht Gunsch eine alte Weisheit. Das Fußballer-Latein scheint nicht nur beim Trainer zu Ende zu gehen…

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