"Wir gehen ganz normal in die Saison"

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Es war eine alarmierende Nachricht für den Profi-Fußball in Österreich.

Am Dienstag berichtete die „Sportzeitung“ von offenen Gehältern beim FC Lustenau. Der Erste-Liga-Klub könne seit Wochen nicht zahlen, die Teilnahme an der neuen Saison sei in Gefahr.

Der Vorstand der Fußballer-Gewerkschaft, Georg Zirngast, meinte gegenüber der Wochenzeitung: „Für mich schaut es nicht so aus, als würde die Meisterschaft mit dem FC Lustenau beginnen!“

Hinsichtlich der offenen Zahlungen und des Zeitpunkts äußerte sich Zirngast wie folgt: „Ich sage ganz provokant – Lizenz erhalten, Zahlungen eingestellt.“

„Schulden sind beglichen“

Während der Aufruhr – auch beim LASK, der aus seiner Sicht unverständlich die Lizenz nicht erhalten hat – groß ist, bleibt Präsident Dieter Sperger gelassen und beruhigt die Fans des Ländle-Klubs.

„Die Schulden sind alle beglichen, offen ist nur noch das laufende Gehalt – fällig bis 15. Juni – und das wird Ende dieser oder Anfang nächster Woche überwiesen sein“, erklärt der Klubboss bei LAOLA1.

Dass es diesbezüglich Probleme gab, bestreitet der 50-Jährige nicht.

„Es waren drei, vier Spieler, die uns verlassen haben, und vier Wochen auf Gehalt warten mussten. Dafür habe ich mich auch entschuldigt. Die sind natürlich gleich zur Gewerkschaft gelaufen und dadurch ist es in den Medien auch etwas anders transportiert worden, als es wirklich war.“

Die Bundesliga habe ihn auf das ausständige Gehalt eines Spielers angesprochen. „Darauf habe ich gesagt, dass wir das so schnell wie möglich bereinigen würden. Das ist passiert, alles andere ist aufgebauscht“, so der Vorarlberger.

Probleme wegen ungewisser Planung

Dass nach dem Erhalt der Lizenz Zahlungen eingestellt worden wären, weist Sperger „definitiv zurück“. Mit der Lizenzierung haben die kurzzeitigen Probleme dennoch etwas zu tun.

Aufgrund des Instanzenzuges des LASK, der erst mit der letzten Station negativ ausfiel, wussten die „Blauen“ bis nach Saisonende nicht, ob sie Relegation spielen oder fix in der Liga bleiben würden.

„Der Verkauf von Saison- und VIP-Karten hat sich um einen Monat nach hinten verschoben. Dadurch ist es zu einem kurzfristigen Liquiditätsengpass gekommen. Das ist jetzt bereinigt, dementsprechend geht das Geschäft jetzt ganz normal zur Tagesordnung über“, schildert Sperger, der festhält:

„Wir backen im Gegensatz zu anderen Vereinen immer kleinere Brötchen, deswegen kann es schon mal zu Engpässen kommen.“

„Ich kenne das Geschäft“

Der Auftakt der neuen Saison am 20. Juli wird laut dem Vereinsboss mit dem FC Lustenau über die Bühne gehen: „Das steht nicht zur Debatte, wir gehen ganz normal in die Saison.“

Nichtsdestoweniger wird der FC Lustenau auch die kommende Saison kämpfen müssen, in erster Linie aber um das sportliche Überleben in der Liga. Ziel ist der Klassenerhalt.

Ums finanzielle Überlegen müsse man sich keine Sorgen machen: „Wir sind nun schon zehn Jahre in der Bundesliga, ich kenne das Geschäft. Wir haben dementsprechend budgetiert, dass wir einen Gewinn ausweisen. So wie die vergangenen beiden Jahre, daran wird sich nichts ändern.“

 

Bernhard Kastler

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