Mössner: "Was wäre wenn bringt nichts"

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In der Rolle des Matchwinners fühlt sich jeder Sturmtank wohl. Am vergangenen Freitag war es auch für Lukas Mössner wieder einmal so weit.

Beide Treffer erzielte er beim Sieg des Floridsdorfer AC im Erste-Liga-Spiel gegen Wacker Innsbruck. Seine Tore Nummer sechs und sieben in 14 Saison-Einsätzen. Entsprechend durfte er sich nach Schlusspfiff von seinen Mitspielern feiern lassen.

„Eigentlich ist es ja nur meine Hack’n“, kommentierte der Niederösterreicher seinen erolgreichen Arbeitstag trocken, „als Stürmer muss ich meine Chancen wahrnehmen, schauen, wo es eine Lücke gibt und immer da sein, wenn es etwas zum Ernten gibt.“

Erst erntete er durch einen Elfmeter, dann nach Zuspiel von Martin Stehlik aus kurzer Distanz: „Heute ist es nicht so schwer gewesen, die Tore zu machen.“

Grenzenlos I

In der Schützenliste der Ersten Liga rangiert Mössner damit auf dem dritten Rang. Mit dem Kapfenberger Ronivaldo (9 Tore) und Lieferings Felipe Pires (8) bewiesen nur zwei Brasilianer bislang noch mehr Kaltschnäuzigkeit.

„Ich setze mir absolut keine Grenzen“, dürfen ruhig noch zahlreiche Treffer folgen, „ich schaue, dass ich in jedem Spiel aufs Neue der Mannschaft helfen kann. Momentan gelingt mir das ganz gut. Ich probiere auf jeden Fall, dass es in der laufenden Saison so weitergeht.“

Die Karriere, die dem früheren U21-Teamspieler viele zutrauten, hat Mössner nicht hingelegt. Ausgebildet im Nachwuchs des deutschen Bundesligisten SC Freiburg, unternahm er diverse Anläufe in der Bundesliga.

Egal ob SV Mattersburg, Austria Kärnten oder Austria Wien – in der obersten Spielklasse wollte es nie wie erhofft klappen. Nur fünf Treffer stehen in 48 Bundesliga-Begegnungen zu Buche. Sein Potenzial vollends auszuschöpfen, sieht anders aus. Eine Ebene darunter lief es zumeist besser. 22 Mal in 27 Einsätzen netzte er etwa in der Saison 2006/07 für den SC Schwanenstadt.

„Ich habe sehr viel erlebt“

Inzwischen ist Mössner mit seinen 30 Jahren im Alter des Fußball-Routiniers angekommen und hat wahre Wanderjahre hinter sich. Neben den bereits genannten Vereinen zählten auch der SKN St. Pölten, der deutsche Regionalligist Eintracht Trier, der TSV Hartberg und in den vergangenen beiden Saisonen der FC Pasching, mit dem er Cupsieger wurde, zu seinen Arbeitgebern.

„Es waren einfach super Erfahrungen. Egal, was ich bis jetzt gemacht habe, ich habe sehr viel erlebt, viele verschiedene Vereine und Leute kennengelernt. Auch Deutschland war eine super Erfahrung für mich, sportlich top“, will der Angreifer seine diversen Karrierestationen wie Trier, wo er seinem Lebenslauf elf Saison-Tore hinzufügte, nicht missen.

Dem ganz großen Bundesliga-Durchbruch nachzutrauern, entspricht nicht seiner Herangehensweise: „Was wäre wenn bringt nichts. Ich bereue keine einzige Situation, bin sowieso nicht der Typ, der über die Vergangenheit grübelt. Es ist so, wie es ist. Mein Weg hat mich hierher gebracht, also glaube ich, dass der Weg richtig war.“

„Habe immer gesagt, dass ich die Qualität für diese Liga habe“

Als Aufsteiger legt der FAC bislang eine beachtliche Saison hin und findet sich derzeit auf dem vierten Tabellenplatz wieder. Für Mössner hat das Projekt in Floridsdorf einen gewissen Charme:

„Man sieht, die Leute nehmen es an und kommen. Es ist natürlich auch positiv, dass wir zu Hause meist sehr gut auftreten und punkten. Ich bin sehr froh, hier zu sein. Es ist eine super Truppe, jeder versucht Professionalität in den Verein zu kriegen. Es ist auf jeden Fall etwas im Entstehen.“

Für den 1,88 Meter großen Stürmer wiederum ist der FAC eine Plattform, für die er durchaus dankbar ist: „Es ist in meinem Alter natürlich nicht mehr so leicht, einen Verein in dieser Liga zu finden, das ist ganz klar. Ich habe die Chance beim FAC gekriegt. Ich habe immer gesagt, dass ich auf jeden Fall noch die Qualität habe, in dieser Liga zu spielen. Momentan klappt es ganz gut, dass ich der Mannschaft helfen kann.“

Grenzenlos II

Die Rolle des Leithammels in der zweiten Leistungsstufe ist eine durchaus altersgemäße. Oder spekuliert man auch, wenn man bereits weiß, wie sich der 30. Geburtstag anfühlt, noch mit einer weiteren Bundesliga-Chance?

„Momentan ist der FAC mein Projekt. Aber wie bei den Toren setze ich mir auch, was meine zukünftige Laufbahn betrifft, nach wie vor keine Grenzen. Somit schließe ich gar nichts aus.“

Trifft Mössner weiterhin in dieser Regelmäßigkeit, hat er sich zumindest wieder auf die Bildfläche, von der er zwischenzeitlich verschwunden war, zurückgebracht.

Peter Altmann

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