Wackers neue Stabilität im Defensivverbund

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Die Offensive gewinnt Spiele, die Defensive Meisterschaften.

Zwar ist der FC Wacker Innsbruck von der Meisterschale ähnlich weit entfernt wie die Erde vom Mond, doch die neue defensive Stabilität könnte für die Tiroler ein wichtiger Schritt in Richtung Klassenerhalt sein.

Nach sechs Gegentoren in den ersten beiden Frühjahrsrunden befürchteten die Wacker-Fans bereits das Schlimmste, doch Trainer Klaus Schmidt schaffte mit seinem Team den Turnaround. Lediglich ein Gegentreffer in den letzten vier Spielen steht zu Buche, zuletzt war die LASK-Offensive komplett abgemeldet.

„Aus einer sicheren Abwehr ist es immer leichter zu spielen“, weiß auch Winter-Neuzugang Christian Deutschmann, der zusammen mit Sebastian Siller in der Innenverteidigung für Ordnung sorgt.

Pech zu Beginn

Schmidt legte in der Winterpause bei seinem neuen Arbeitgeber bewusst den Fokus auf die Defensive, eine Problemzone in den vergangenen Jahren. In den letzten beiden Bundesliga-Spielzeiten kassierten die Innsbrucker insgesamt 145 Gegentore, ein Hauptgrund für den Abstieg.

Nachdem auch Vorgänger Michael Streiter im Herbst die Probleme nur mit mäßigem Erfolg in den Griff bekam, fürchteten die Fans, dass auch der neue Trainer diese Mammut-Aufgabe nicht bewältigen kann. „Wir haben in den ersten beiden Spielen zwar sechs Gegentore bekommen, sind hinten aber nicht so schlecht gestanden. Wir sind für Kleinigkeiten bestraft worden“, rechtfertigt Deutschmann die Auftritte gegen Kapfenberg und Liefering.

Der 27-jährige Steirer kam im Winter leihweise von Wiener Neustadt und scheint endlich der langersehnte Abwehrchef zu sein, den man in Innsbruck seit Inaki Bea schmerzlich vermisst. „Christian ist ein super Innenverteidiger, der gut in die Mannschaft passt“, schwärmt auch Kollege Siller von seinem neuen Nebenmann.

„Mit dem Sebi habe ich von Anfang an ein gutes Verhältnis gehabt“, retourniert Deutschmann direkt das Lob, wenngleich er betont: „Es ist aber ganz egal, wer neben mir spielt. Wichtig ist, dass die ganze Mannschaft zusammenhält.“

Auf Kosten der Offensive

„Wir haben in den letzten vier Spielen nur ein Gegentor bekommen, das ist sehr, sehr gut“, strahlt Siller über die neue Stärke. In den ersten drei Spielen gegen den FAC, Hartberg und St. Pölten litt allerdings die Offensive sichtlich unter der defensiven Spielweise. Da die Doppel-Sechs, bestehend aus Jürgen Säumel und Peter Hlinka, sehr tief agierte, hingen die Stürmer in der Luft.

„Gegen den LASK war es wichtig, dass wir zwei Tore gemacht haben. Nur wenn man Tore macht, kann man auch gewinnen“, bedient sich Deutschmann einer alten Fußball-Weisheit. Tatsächlich klappte beim 2:0-Sieg gegen den LASK das Umschaltspiel ungewohnt gut, selbst ein dritter Treffer wäre nicht unverdient gewesen.

Was bringt die Zukunft?

Ob Christian Deutschmann im Sommer zu Stammverein Wiener Neustadt zurückkehrt oder doch in Tirols Landeshauptstadt bleibt, entscheidet sich wohl erst in einigen Wochen: „Ich bleibe einmal bis zum Sommer da. Mein Ziel, und das ist auch der Grund warum mich der Verein geholt hat, ist, dass wir oben bleiben. Wenn das geschafft ist, schauen wir weiter.“

Zunächst muss man ohnehin auswärts in Horn (Freitag, 18:30 Uhr im LIVE-Ticker) nachlegen. Bei einem weiteren Sieg könnte man die Niederösterreicher in der Tabelle überholen und endlich die Abstiegszone verlassen. Über fehlende Motivation braucht man sich definitiv keine Sorgen machen.

„Wir haben gezeigt, dass wir noch nicht tot sind und man uns noch nicht zum Friedhof tragen braucht“, zeigt sich Trainer Schmidt kämpferisch. „Wir haben die letzten drei Partien nicht verloren. Es war ein zacher und mühsamer Aufwärtstrend.“

Einer, der mit einer kompakten Defensive weitergeführt werden soll.

 

Julian Saxer

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