Wackers letzte Chance?

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Drei Punkte Pflicht im "Sechs-Punkte-Spiel"

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Das Spiel gegen den FAC offenbarte einmal mehr die Schwächen des FC Wacker Innsbruck.

Chancen? Nicht existent. Schnelles Umschaltspiel? Fehlanzeige. Spielmacher? Sucht man vergebens.

Da auch der Gegner aus Floridsdorf an Harmlosigkeit kaum zu überbieten war, durften die Tiroler ihren ersten Punkt im Frühjahr mitnehmen. Unglücklich schien man darüber nicht zu sein, obwohl man neues Tabellenschlusslicht ist. Der kommende Gegner Hartberg, gleichzeitig Hauptkonkurrent um den Abstieg, überzeugte mit einem 4:0-Sieg bei Lustenau.

„Zumindest haben wir mal diesen Punkt, das ist ja auch nicht schlecht für den Schädel“, strich Trainer Klaus Schmidt das Positive hervor.

Stärkung der Defensive

Nach sechs Gegentoren in den ersten zwei Frühjahrs-Spielen war die Erleichterung über ein torloses Spiel spürbar. „Wir sind froh, dass wir zu Null gespielt haben und zumindest einen Punkt mitgenommen haben“, bestätigt auch Abwehrspieler Sebastian Siller.

In Floridsdorf war Kampf Trumpf

Klaus Schmidt machte erst gar keinen Hehl daraus, dass die Offensive eine untergeordnete Rolle in den Planungen spielte: „Wir haben in zwei Spielen sechs Gegentore bekommen. Da ist es einem manchmal auch lieber, wenn die Mittelfeldspieler hinter der Mittellinie stehen und den Ball weghauen, dafür steht hinten die Null.“

Tatsächlich waren die beiden Stürmer Thomas Hirschhofer und Simon Zangerl nicht zu beneiden. Der Abstand zwischen Mittelfeld und Angriff war viel zu groß, das Duo hing in der Luft und mühte sich erfolglos gegen die FAC-Verteidigung.

Kein Tor im Frühjahr

„Eigentlich arbeiten wir Woche für Woche, Tag für Tag daran, dass wir endlich wieder ein Goal machen, aber im Spiel setzen wir das nicht um“, ist Siller ratlos, warum man derart ungefährlich auftritt.

Abgesehen von einer Chance für Thomas Hirschhofer und einer Halbchance Simon Zangerls kamen die „Schwarz-Grünen“ nicht vor das Tor von FAC-Keeper Rene Swete. „Die Stürmer haben den Auftrag gehabt, früh gegen den Ball zu arbeiten. Für mich waren sie das ein oder andere Mal etwas zu weit hinten“, kritisiert Schmidt.

„Wenn man drei Spiele lang kein Tor erzielt, ist vorne nicht alles Eitel Wonne, da brauchen wir uns nicht in den Hosensack lügen“, spricht der Trainer Klartext.

„Komplett egal ob Letzter oder Vorletzter“

Zurück in die Gegenwart. Die rote Laterne leuchtet zum zweiten Mal in dieser Saison über dem Tivoli. Eine zusätzliche Belastung für die Psyche? „Nein, das sehe ich nicht so. Es ist komplett egal ob du Letzter oder Vorletzter bist, tiefer geht es nicht mehr. Es muss etwas passieren“, würdigt Kapitän Alexander Hauser der Tabelle keinen Blick.

Am Montag (18:30 Uhr) kann man den letzten Tabellenplatz ohnehin wieder abgeben. Selten passt die Bezeichnung „Sechs-Punkte-Spiel“ derart gut wie vor der Partie gegen Hartberg. „Wir müssen im direkten Duell unbedingt drei Punkte einfahren“, weiß auch Siller um die Bedeutung des Aufeinandertreffens mit dem Tabellennachbar.

Einen der sechs Saisonsiege fuhr der FC Wacker gegen die Steirer ein, am sechsten Spieltag triumphierte man dank Toren von Hirschhofer, Stjepan Vuleta und Dario Bodrusic (ET) mit 3:0. Das letzte Aufeinandertreffen verlor man allerdings vor heimischem Publikum mit 0:2, die beiden Ex-Tiroler Alexander Fröschl und Bright Edomwonyi waren die Torschützen.

Ständige Systemwechsel

Da es sich um eine englische Woche handelt, bleiben den Kickern nur zwei Tage Regeneration zwischen den Spielen. Müdigkeit spielt allerdings keine Rolle. „Das darf kein Thema sein“, erklären Siller und Hauser unisono.

Durchaus ein Thema ist allerdings der andauernde Wechsel des Spielsystems. Das 4-4-2 gegen den FAC war die dritte Formation im dritten Frühjahrs-Spiel, über den gesamten Saisonverlauf hatte man bereits deren fünf.

„Ja, wir hätten gerne mehr Kontinuität, aber es ist schwierig mit so vielen Verletzten. Jede Woche kommt einer zurück und der nächste fällt schon wieder aus“, spricht Hauser die leidige Personalsituation an. Siller lässt keine Ausreden zu: „Wir müssen weiter Gas geben und als Mannschaft funktionieren, egal wer spielt.“

Fakt ist, wenn der FC Wacker Innsbruck weiterhin so spielt wie gegen den FAC, wird die rote Laterne noch länger am Tivoli leuchten.

 

Julian Saxer

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