Vor Himmel und Hölle

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Die Erste Liga: Wer kommt rauf, wer muss runter?

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Die Erste Liga 2014/15 - ein Drama mit Ansage?

Vor der Saison meldeten mehrere Teams Aufstiegsanprüche an, gleichzeitig stellten sich viele Klubs aufgrund zweier Fixabsteiger auf einen harten Kampf im Tabellenkeller ein.

Nun sind mit dem LASK und Mattersburg noch zwei Teams im Rennen um die Rückkehr ins Oberhaus, während sich gleich sieben Vereine dem Abstiegskampf stellen müssen, trennen doch den Vierten FAC und den Zehnten Hartberg lediglich sechs Punkte.

Wer hat sich besser verstärkt? Wer hat besser trainiert? Und vor allem: Wer hat am Ende im Auf- und Abstiegskampf die besseren Nerven?

Der LAOLA1-Frühjahrs-Check:

LASK

Ausgangslage

Vor der Winter-Transferzeit proklamierten die LASK-Verantwortlichen, nicht allzu viel verändern zu wollen und lieber die Mannschaft noch weiter zusammenwachsen zu lassen. So haben sich die Linzer punktuell und klug verstärkt. Vor allem mit Martin Harrer ist ein geschickter Schachzug gelungen, war der doch etwa an Altachs Aufstieg mit neun Toren und 13 Assists maßgeblich beteiligt.

Mit Stefan Savic kam der Top-Vorbereiter der Liga (10) aus Liefering. Markus Blutsch gab man etwas überraschend ab (Admira), Ernst Öbster (A. Salzburg) weniger. Ansonsten ist bei den Linzern alles für den Aufstieg angerichtet. Wirtschaftlich ist man dank der 19 "Freunde des LASK" bestens aufgestellt. Die einzige Enttäuschung im Herbst war der niedrige Zuschauer-Schnitt (3.000).

Das sagt Trainer Karl Daxbacher

"Vor der Saison haben wir gehofft, dass wir vorne mit dabei sind. Als Erster zu überwintern, das haben wir nicht erwartet. Jetzt können wir das ganz offensiv angehen: Wir wollen aufsteigen. Die Fans erwarten jetzt, dass wir den Titel holen, das wollen wir auch und wir werden alles versuchen, es zu schaffen. Entweder wir steigen auf oder Mattersburg, denn zwei Mannschaften werden nicht abstürzen.

SV MATTERSBURG

Ausgangslage

Bei den Burgenländern wurde in diesem Winter Kontinuität groß geschrieben, lediglich von Abwehrspieler Ivica Majstorovic trennte man sich. Grund gab es letzlich auch keinen, irgendwas zu verändern. Das Team von Ivica Vastic spielte einen tollen Herbst, mit 38 Punkten liegt man voll im Aufstiegsrennen.

Dieses Rennen wird ein Zweikampf mit dem LASK werden, der Lieferinger-Aufstiegsverzicht ist ja hinlänglich bekannt. Dabei könnten gerade die direkten Duelle entscheiden. Eine Bilanz, in der Mattersburg bislang nicht besonders gut aussieht: Die vier verlorenen Spiele im Herbst waren je zweimal gegen die Linzer und die Salzburger. 

Das sagt Trainer Ivica Vastic

"Wir haben keinen Grund gehabt, irgendwas zu ändern. Alles ist gut gelaufen, jetzt wollen wir uns kontinuierlich entwickeln. Viele Partien im Herbst waren sehr knapp, es gibt in dieser Liga keinen Gegner, gegen den man einen sicheren Sieg einplanen kann. Wir wollen aber auch aufsteigen!"

LAOLA1-Prognose

Ivica Vastic hat im Sommer eine starke Mannschaft geformt und diese mit einem guten System in Szene gesetzt. Dass man im Winter nicht auf blinden Aktionismus gesetzt hat, sondern der aktuellen Mannschaft den Aufstieg zutraut, war ein Zeichen. Die Schwäche gegen die anderen Topteams muss man aber unbedingt ausmerzen. Ansonsten ist der Aufstieg jedenfalls möglich, wenngleich der LASK den nominell stärkeren Kader hat.

LAOLA1-Prognose

Die Mannschaft hat die Qualität, die gute Mischung aus Jung und Alt, sie hat die Tiefe, sie hat die Erfahrung des Trainers. Aber es ist noch ein langer Weg. Sollte der Auftakt (zwei Heimspiele und Gastspiel beim SVM) gelingen, könnten sich die Linzer früh absetzen. Andernfalls bleibt es spannend. Am Ende einer Meisterschaft setzt sich im Normalfall das Gesamtpaket durch, und das spricht für den LASK.

ZUGÄNGE ABGÄNGE
Martin Harrer (Austria Wien) Markus Blutsch (Admira)
Stefan Savic (FC Liefering) Ernst Öbster (Austria Salzburg)
Assim Madibo (ASPIRE Academy/Amateure)
Christoph Saurer (vereinslos/Amateure)

FC LIEFERING

Ausgangslage

Der FC Liefering ist die einzige Mannschaft, die ohne Druck in die Frühjahrsmeisterschaft gehen kann. Zum Aufstieg ist man bekanntlich nicht berechtigt, weil man einen Aufstiegsverzicht unterschrieben hat, und der Vorsprung von 17 Punkten auf den ersten Abstiegsplatz beruhigt sehr. Ziel ist wie immer die neuerliche Weiterentwicklung junger Spieler.

Die Aussicht auf einen Platz bei Red Bull Salzburg ist die Motivation der Spieler, von denen viele noch zur Schule gehen. Duje Caleta-Car und Felipe Pires haben etwa den Sprung nach oben schon geschafft, Lucas Venuto ist an Grödig verliehen, Lukas Gugganig gehört zum erweiterten Kreis in Salzburg und Stefan Savic hat sich zum LASK verabschiedet. Ansonsten sind wieder viele neue Talente an Bord.

Das sagt Trainer Peter Zeidler

"Wir haben uns an die Situation gewöhnt, dass wir halbjährlich Spieler verlieren und neue dazukommen. Es macht aber einfach viel Spaß, mit ihnen zu arbeiten, auch wenn es nicht immer einfach ist, mit der Schule alles zu vereinbaren. Wir wollen die Spieler entwickeln, mit dem Abstieg sollten wir nichts mehr zu tun haben."

LAOLA1-Prognose

Liefering ist die Wundertüte der Liga. Es sind Siege gegen den LASK genauso drin, wie Niederlagen gegen Hartberg. So ist es auch nicht auszuschließen, dass Liefering den Titel holt und der Zweitplatzierte aufsteigt. Wahrscheinlicher ist aber Platz drei, da der Jugend (Altersdurchscnitt 19,5 Jahre) mangelnde Kontinuität nachgesehen werden muss. Augen auf bei Innenverteidiger Luan (18/BRA), den Ralf Rangnick schon einmal im Kontext der RBS-Innenverteidiger-Zukunft bei einer Salzburger Pressekonferenz lobend erwähnte.

ZUGÄNGE ABGÄNGE
 
Ivica Majstorovic (vereinslos)

FLORIDSDORFER AC

Ausgangslage

Mit dem Saisonziel Klassenerhalt in die Saison gestartet, überraschte der Aufsteiger aus dem 21. Wiener-Gemeindebezirk im Herbst mit der drittältesten Mannschaft der Liga. Besonders zuhause präsentierte man sich kompakt und gefährlich und musste sich nur einmal geschlagen geben.

Neben den Kapfenbergern ist der FAC mit zehn Remis der Unentschieden-König der Liga, dabei hat man mit späten Gegentoren so manchen Sieg verschenkt und hätte sich ein noch größeres Polster auf die Abstiegsränge verschaffen können. Mit Darijo Pecirep (23) kommt unter anderem ein Stürmer mit Bundesliga-Erfahrung per Leihe aus Altach neu in die Mannschaft und mit Iklay Durmus (Linksverteidiger) gibt man einem zuletzt vereinslosen Spieler eine Chance.

Das sagt Trainer Hans Kleer

"Nach 20 Runden auf Rang vier zu stehen, ist ein toller Erfolg, auch wenn der Abstand zu den Abstiegsrängen nicht so groß ist, wie das normal als Vierter der Fall ist. Wir wollen in der einen oder anderen Situation ein bisschen effizienter sein, weiter unbekümmert auftreten und erfrischenden Fußball zeigen."

LAOLA1-Prognose

Aufgrund der einen oder anderen Verletzung hätte sich Kleer gerne noch ein, zwei Wochen Vorbereitung gewünscht. Mit Horn und Kapfenberg warten gleich zu Beginn zwei Teams, die ebenfalls Teil des Abstiegskampfes sind, der gleich sieben Teams umfasst. Übersteht man den Start des Frühjahrs ohne Niederlage, sollten die Punktehamster aus Floridsdorf auch nächste Saison Teil der Ersten Liga sein.

ZUGÄNGE ABGÄNGE
Luan (RB Brasil) Stefan Savic (LASK)
Joao Pedro (Atletico Mineiro) Lucas Venuto (Grödig/Leihe)
Hee-Chan Hwang (Pohang Steelers/KOR) Felipe Pires (RB Salzburg)
Lawrence Ati-Zigi (RB Ghana) Duje Caleta-Car (RB Salzburg)
Manuel Gerbl (Vöcklamarkt)
Marcel Rohrstorfer (Vöcklamarkt)

SKN ST. PÖLTEN

Ausgangslage

Es war ein ambivalenter Herbst für den SKN. In der Europa-League-Quali überstand man sogar eine Runde, um dann gegen PSV Eindhoven zu spielen. In der Liga lief es ganz und gar nicht, man trennte sich von Trainer Herbert Gager und setzte auf seinen "Co" Michael Steiner sowie Sportdirektor Frenkie Schinkels, der wegen diverser Jobs auch durch Abwesenheit glänzte. 

Im Winter verabschiedeten sich Konstantin Kerschbaumer (Admira) und Dominik Hofbauer (Wr. Neustadt), dafür wurde Lukas Thürauer (Admira) und Andreas Dober (Ethnikos) geholt. Als Fünfter hat man keinen Grund zum Ausruhen, sind es doch nur magere vier Punkte, die man auf den ersten Abstiegsplatz Vorsprung hat.

Das sagt Trainer Michael Steiner

"Wir wollen so schnell wie möglich nichts mehr mit dem Abstieg zu tun haben. In erster Linie werden wir nun sehen, wo wir stehen und sind auch gespannt, wie sich die Neuen in den Meisterschaftsspielen integrieren. Wobei man ihnen auch den Druck von außen nehmen muss."

LAOLA1-Prognose

St.Pölten hat im Herbst die Kurve halbwegs gekratzt, aber im Winter wiederum zwei Schlüsselspieler verloren. Andreas Dober wird noch Zeit brauchen, ist aber von der Mentailtät her wichtig, Rückkehrer Lukas Thürauer kennt sich mit dem Umfeld bestens aus. Von der Qualität her reicht der Kader zum Klassenerhalt allemal, je früher der erreicht ist, desto besser für die Zukunftsplanung. Interessant zu beobachten wird die weitere Zusammenarbeit von Steiner und Schinkels sein.

ZUGÄNGE ABGÄNGE
Danko Kovacevic (Bezanija/SER) Rene Herbst (Stripfing)
Darijo Pecirep (SCR Altach/Leihe) Lukas Haselsteiner (Donaufeld)
Alexander Al-Sarrag (Austria Amateure/Leihe) Karim Sallam (Donaufeld)
Ilkay Durmus (vereinslos) Patrick Krammer (Neusiedl/See)
Philipp Steiner (Neusiedl/See) Daniel Maderner (Wr. Neustadt/Leih-Ende)

SC AUSTRIA LUSTENAU

Ausgangslage

Hohe Erwartungen, große Enttäuschungen - das kennt man bei der Lustenauer Austria mittlerweile ganz gut. Wieder einmal ging man als Mitfavorit in die Saison, um sich relativ schnell im Mittelfeld wieder zu finden - noch dazu mit Tuchfühlung zu den Abstiegsrängen. Begleitet wurde der Herbst von der Posse rund um Trainer Helgi Kolvidsson, der nach mehreren Gnadenfristen von Präsident Hubert Nagel letztlich doch seines Amtes enthoben wurde.

Unter Mladen Posavec, der davor die Amateure betreut hatte, konnte sich die Austria nur unwesentlich steigern und enttäuschte vor allem im Defensivspiel. Mit Adnan Secerovic (23) aus Bosnien und dem erfahrenen Sebastian Strandvall (28) aus Finnland hoffen die Grün-Weißen vor allem auf mehr Stabilität und Tempo im Mittelfeld.

Das sagt Trainer Mladen Posavec

"31 Gegentore waren einfach zu viel, also lag der Schwerpunkt in der Vorbereitung darauf, defensiv besser zu stehen und auch besser umzuschalten. Wir haben uns in den letzten Wochen gut vorbereitet, waren aber erst vergangenen Samstag erstmals auf Naturrasen. Wir sind hinten drin, dessen sind wir uns auch bewusst. Das erste Spiel gegen Liefering ist aber nur eine Schlacht, nicht der ganze Krieg."

LAOLA1-Prognose

Dass sich Präsident und Trainer in Lustenau nicht immer einig sind, ist nichts Neues. Während Posavec seiner Mannschaft logischerweise attestiert, voll auf Abstiegskampf vorbereitet zu sein, spricht Nagel offen an, dass man als in den letzten Jahren erfolgsverwöhntes Team einen Nachteil im Kampf gegen den Abstieg haben könnte. Bekommt der Berufsoptimist Posavec die Defensiv-Probleme in den Griff, wird man sich in der nächsten Saison wieder nach oben orientieren können - oder es zumindest versuchen.

ZUGÄNGE ABGÄNGE
Andreas Dober (Ethnikos Achnas)
Konstantin Kerschbaumer (Admira)
Lukas Thürauer (Admira)
Dominik Hofbauer (Wr. Neustadt)
Mario Ebenhofer (Wr. Neustadt, Leihe) Gary Noel (Vienna)
Sandro (vereinslos)
Bernhard Luxbacher (Austria Wien, Leihende)
Oliver Markoutz (vereinslos) Petar Gluhakovic (Austria Wien, Leihende)

SV HORN

Ausgangslage

An elf von 20 Spieltagen fanden sich die Niederösterreicher auf einem Abstiegsplatz wieder. Man versuchte es mit einem Trainerwechsel, auf Willhelm Schuldes folgte dessen Co Christoph Westerthaler. Doch auch unter dem Neuen wurde es nur bedingt besser. Am Ende des Herbsts rettete man sich gerade noch über den Strich, hat aber nur zwei Zähler Vorsprung auf Rang neun.

Mit 16 Toren war man offensiv die schlechteste Mannschaft der Liga. Kein Wunder, dass man gerade dort in der Transferzeit aktiv wurde. Mit Marco Sahanek wurde ein alter Bekannter verpflichtet und mit dem ehemaligen kroatischen U21-Nationalspieler Dejan Glavica glückte - so hofft man - ein Transfercoup.

Das sagt Trainer Christoph Westerthaler

"Am Anfang ist es natürlich wichtig für die Moral, dass man gleich ein paar Siege einfährt. Wir haben uns gut vorbereitet und hoffen, die Auswärtsschwäche ausgemerzt zu haben. Hoffentlich können wir am Freitag gegen den FAC gleich etwas mitnehmen. Der Transfer von Dejan Glavica hat sich überraschend ergeben. Er ist schnell, quirlig und hat einen guten Zug zum Tor."

LAOLA1-Prognose

Man sollte sich im Waldviertel nicht von Platz sieben blenden lassen. So schnell es in dieser Liga nach oben gehen kann, so schnell kann es auch in die andere Richtung gehen. Will man mit dem Abstieg nichts zu tun bekommen, wird eine ordentliche Leistungssteigerung notwendig sein. Die Transfers von Sahanek und Glavica können sich als Waffen im Abstiegskampf herausstellen.

ZUGÄNGE ABGÄNGE
Adnan Secerovic (FK Sloboda Tuzla(BiH) Abu Bakarr Kargbo (BSV Rehden/GER)
Sebastian Strandvall (Vaasan Palloseuro/FIN) Lukas Hefel (St. Gallen II/SUI)

KAPFENBERGER SV

Ausgangslage

Kein Team durfte nach Schlusspfiff so selten feiern wie Kapfenberg. Die Obersteirer holten gerade einmal vier Siege in 20 Spielen - so wenige wie sonst kein anderer Klub. Über Wasser hielt man sich dafür mit 10 Unentschieden, wovon sieben zuhause eingefahren wurden.

Nach 15 (!) Abgängen im Sommer folgten im Winter weitere sechs, dafür kamen am letzten Transfertag gleich drei Stürmer. Die wird es auch benötigen, da mit Ronivaldo (zehn Treffer) der beste Torschütze den Klub vorzeitig Richtung Austria Wien verlassen hat. Die größten Hoffnungen ruhen wohl auf David Poljanec, der die Erste Liga bestens kennt. Doch auch Dimitry Imbongo Boele hat in den Testspielen bereits einen guten Eindruck hinterlassen.

Das sagt Trainer Kurt Russ

"Ich hoffe, dass wir im Frühjahr das Glück zurückbekommen, das uns im Herbst oft gefehlt hat. Wir waren zuhause oft die bessere Mannschaft, haben aber nicht die nötigen Punkte gemacht. Spielerisch haben wir uns verbessert, mit den drei neuen Stürmern haben wir jetzt in der Offensive ein besseres Gefühl."

LAOLA1-Prognose

In der Böhlerstadt nimmt man die Flucht nach vorne wortwörtlich. Mit Wendler, Witteveen, Poljanec, Nwamora, Imbonbo Boele, Elias und Kim hat man gleich sechs Mittelstürmer im Kader. Ein klares Signal im Abstiegskampf, bei dem es aber auch eine solide Defensive benötigt. Dort ging Spirk verloren, der aber ohnehin nicht mehr erste Wahl war. Mit dieser Offensivpower sollten die Falken den Abstiegskampf packen.

ZUGÄNGE ABGÄNGE
Marco Sahanek (Wacker IBK)
Marco Salvatore (Mannsdorf)
Dejan Glavica (vereinslos)
Sebastian Wimmer (Wr. Neustadt)

FC WACKER INNSBRUCK

Ausgangslage

2014 - ein Jahr zum Vergessen für jeden, dem der FC Wacker Innsbruck am Herzen liegt. Wie schon in den vergangenen Jahren tut sich auch in der Saison 2014/15 der Bundesliga-Absteiger sehr schwer. Nach holprigem Start folgte ein kleines Zwischenhoch mit fünf Siegen in Folge, in den restlichen elf Runden holten die Tiroler dann allerdings nur noch fünf Punkte. Der Absturz auf Platz neun war damit ebenso unvermeidbar wie die Entlassung von Trainer Michael Streiter.

Im Frühjahr soll es nun Klaus Schmidt richten, dafür bekam er drei erfahrene Neuzugänge. Peter Hlinka (LAOLA1-Interview) ist der bekannteste Name, doch wie schnell er helfen kann, ist unklar, schließlich war er seit Sommer vereinslos. So viel ist gewiss - der FC Wacker startet in ungewohnter Situation in eine sehr spannende Rückrunde.

Das sagt Trainer Klaus Schmidt

"Bei meinem Amtsantritt wurde mir erklärt, es sei unmöglich ein Trainingslager zu machen. Am zweiten Tag standen dann vier Spieler in meinem Büro und haben mir gesagt, sie wollen helfen, dass doch eines stattfindet. Das war sehr wichtig, dort konnten wir unter Bedingungen trainieren, wie sie auch in Kapfenberg herrschen werden - bei viel Regen und auf einem viel bespielten Platz."

LAOLA1-Prognose

Die Qualität in der Mannschaft ist auf jeden Fall gegeben, diese muss aber endlich am Platz in Ergebnisse umgewandelt werden. Mit den Neuzugängen sollte man auch die Defensiv-Probleme in den Griff bekommen, die Offensive bleibt allerdings ein Sorgenkind der Tiroler. Absteigen darf man mit so einem Personal eigentlich nicht, auch wenn es am Ende sehr knapp werden könnte.

ZUGÄNGE ABGÄNGE
Philipp Hütter (vereinslos) Ralph Spirk (Wacker Innsbruck)
Jorge Elias (Mogi Mirim/BRA) Ronivaldo (Austria Wien)
Dimitry Imbongo Boele (Colorado Rapids/USA) Markus Felfernig (Karriereende)
David Poljanec (Radnicki Kragujevac/SRB) Albert Vallci (Lafnitz)
  Takeshi Ito (Lankowitz)
  Michael Hochleitner (Bad Gleichenberg)

TSV HARTBERG

Ausgangslage

Trainer-Entlassung, Wettmafia, Obmann-Wechsel, Finanzhilfe der Gemeinde - der TSV Hartberg ist zwar verlässlicher Lieferant für spannende und teilweise unterhaltsame Geschichten, dafür steckte man von Beginn an ganz tief im Abstiegssumpf. In den ersten acht Runden setzte es nicht weniger als sieben Niederlagen.

Aber die Oststeirer sind nicht nur für mitunter abenteuerliche Vorgänge innerhalb des Klubs bekannt, sondern auch für ihren Kampfgeist. Und den hat die Friesenbichler-Truppe mit Fortdauer des Herbsts immer öfter unter Beweis gestellt. Sieben Zähler fehlten zwischenzeitlich schon auf das rettende Ufer, aber dank eines Bright Edomwonyi in Torlaune (9 von 20 Toren) kämpfte man sich bis auf drei Punkte an einen Nichtabstiegsplatz heran. Der Topscorer der Hartberger ist jetzt weg, womit der Angriff zur Problemzone werden könnte. Sobrinho wurde von Grödig getestet und nicht verpflichtet, Hartberg holte ihn, auch wenn er kein Wort Englisch oder Deutsch spricht. Die Hoffnungen ruhen damit auf Günter Friesenbichler. Der kehrt nach langer Verletzungspause zurück, ist aber just vor dem Beginn mit einer angeknacksten Nase angeschlagen. 

Das sagt Trainer Bruno Friesenbichler

"Die Abgänge von Edomwonyi und Bodrusic sind eigentlich nicht zu ersetzen. Körperlich befinden wir uns aber auf einem Top-Niveau. Jetzt kommt es darauf an, unser Spiel auch auf den Rasen zu bringen."

LAOLA1-Prognose

Die Ausgangslage und die Abgänge sprechen nicht wirklich für einen Hartberger Klassenerhalt, im Verlauf des Herbstes hat man sich aber erfangen. Fakt ist: Hartberg kennt den Abstiegskampf und war auch in der Vorsaison im Frühjahr besser als im Herbst. Nur ob das diesmal mit diesem großen Fragezeichen im Angriff reicht, darf stark bezweifelt werden.

ZUGÄNGE ABGÄNGE
Christian Deutschmann (Wr. Neustadt)
Marco Sahanek (SV Horn)
Ralph Spirk (Kapfenberg)
Zeljko Djokic (unbekannt)
Peter Hlinka (vereinslos)
Marco Kofler (Hansa Rostock)
 
Wolfgang Schober (Vöcklamarkt)
ZUGÄNGE ABGÄNGE
Sobrinho (Corinthians) Bright Edomwonyi (Sturm Graz)
Alen Gluhak (Lafnitz) Dario Bodrusic
Philipp Posch (Admira Juniors) Thomas Löffler (Vöcklamarkt)
Philipp Lembäcker (Sonnhofen) Miodrag Vukajlovic (Ebreichsdorf)
  Lukas Waltl (vereinslos, dann St. Johann/Pongau)
  Roman Ostojic (Ober-Grafendorf)
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