Deswegen steigt Mattersburg auf

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Deswegen steigt Mattersburg auf

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Viele rechneten mit einem großen Showdown zu diesem Zeitpunkt.

Doch beim Erste-Liga-Top-Spiel der 32. Runde zwischen dem LASK und dem SV Mattersburg bietet sich den Burgenländern bereits die Chance, den Aufstieg zu fixieren.

Die Mannschaft von Ivica Vastic hat fünf Runden vor Schluss zehn Punkte Vorsprung auf die Linzer. Mit einem Sieg am Freitag (20:30 Uhr im LAOLA1-LIVE-Ticker) kann der SVM in Pasching die Sektkorken knallen lassen.

Und das womöglich als Zweiter, denn der FC Liefering hat bekanntlich einen Aufstiegsverzicht unterschrieben.

Mattersburgs Aufstieg ist Formsache, außer es folgt noch ein Einbruch à la LASK im Frühjahr. Die Oberösterreicher müssten wiederum erst die Chance nutzen.

Die Wahrscheinlichkeit dafür ist gering.

LAOLA1 kennt fünf Gründe, warum der SVM wieder ins Oberhaus zurückkehrt.

  • DER GEGLÜCKTE TURNAROUND

Aus den Fehlern muss man lernen. Das haben die Burgenländer nach einer schwachen Vorsaison getan. Diese führte fast zum erneuten Abstieg, doch Platz neun - was Relegationspartien gegen den LASK bedeutet hätte - wurde am letzten Spieltag mit einem Sieg bei Meister Altach abgewendet. Im Sommer wurde klug verpflichtet: Jano, Karim Onisiwo und Michael Perlak sind Stammspieler, von den aufgerückten Amateuren etablierte sich Thorsten Mahrer in der Innenverteidigung. Das erste Jahr nach einem Abstieg ist traditionell schwierig, frag' nach bei Wacker. Mattersburg hat die Kurve gekratzt.

  • DEM TRAINER DIE CHANCE GEGEBEN

Als Ivica Vastic Interimstrainer Franz Lederer respektive Alfred Tatar im Dezember 2013 folgte, wurden einige Köpfe geschüttelt. Nach dem Fast-Relegations-Platz zum Ende der Saison dachten viele, das war es für ihn im Burgenland. Doch die Verantwortlichen zogen die Option auf die Vertragsverlängerung und wurden dafür belohnt. Als einziger Trainer neben den Kollegen Peter Zeidler (Liefering) und Kurt Russ (KSV) behielt der 45-Jährige diese Saison seinen Job und zeigte es seinen Kritikern - zum Beispiel mit dem Gameplan beim 3:0 gegen den LASK im März, das seinem früheren Trainer Karl Daxbacher mitunter den Job kostete. Auch ein Grund, wie der nächste Punkt zeigt.

  • DIE RUHE BEWAHRT

Mattersburg setzte nicht nur am Trainer-Sektor auf Geduld, sondern auch am Spieler-Sektor. Kein Spieler wurde im Winter geholt. Der im Winter einzig verbliebene Konkurrent LASK schlug noch einmal mit Stefan Savic und Martin Harrer zu, die Burgenländer taten nichts, bündelten ihre Kräfte und gewannen die ersten drei Spiele im Frühjahr. Der LASK hingegen trennte sich bei der ersten Möglichkeit, eben dem 0:3 in Mattersburg, von Daxbacher, der noch vor dem Frühjahrsauftakt die Verantwortlichen in einem LAOLA1-Interview warnte, beim ersten Rückschlag nicht in Panik zu verfallen. Unter Nachfolger Martin Hiden verloren die Linzer nach einem 1:1 gegen Horn fünf Spiele in Folge. Wären in dieser Phase nur zwei Siege dabei gewesen - etwa zu Hause gegen den FAC und Hartberg - dann hätte der LASK am Freitag die Meisterschaft noch einmal spannend machen können. Aber Hätti-Wari ist wie im Bundesliga-Abstiegsjahr 2011 dem LASK und nicht Mattersburg vorbehalten.

  • VON DER KONKURRENZ PROFITIERT

Nicht nur vom LASK profitierten die Mattersburger in dieser Saison. Durch die Änderung des Formats mit zwei Fix-Absteigern (Martin Scherb bei der LAOLA1-Analyse: "Ich würde sagen, dass die Erste Liga mit zwei Fix-Absteigern gescheitert ist") stecken noch immer sieben (!) von zehn Teams im Sumpf. Aufstiegsmitfavoriten wie Austria Lustenau oder der FC Wacker mussten ob ihrer Krise nur nach unten und konnten nie nach oben schauen. Weil Liefering nicht aufsteigen durfte, entwickelte sich ein Zweikampf. Mattersburg hatte auch seine Umfaller, doch es war niemand da, der profitierte. Aufsteiger LASK war in die "Scheißgasse" (Zitat Martin Hiden) abgebogen.

  • DAS BESTE GESAMTPAKET

Am Ende des Tages steigen die Mattersburger verdientermaßen auf. Sie haben zwar nicht die meisten Tore geschossen (Liefering) und auch nicht die wenigen bekommen (LASK), aber sie weisen dafür das beste Torverhältnis auf (+26). Über den besten Kader der Liga lässt sich streiten, den richtigen hat der SVM. Hinten stand dank Markus Kuster bislang am häufigsten die Null (14), in der Torschützenliste liegen zwei Mattersburger mit jeweils 16 Toren voran - Markus Pink, der dabei drei Monate (!) verletzt war, sowie Shooting-Star Karim Onisiwo. Der Zusammenhalt der Mannschaft wurde proklamiert, gelebt und hat ebenfalls seinen Anteil, wie das Spiel nach vorne, das sich durch Flexibilität auszeichnete. Jano sorgte für die Harmonie zwischen Abwehr und Mittelfeld. So kassierten die Burgenländer bislang die wenigsten Niederlagen (7). Eben das beste Gesamtpaket.

 

Bernhard Kastler

 

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Anlässlich der bevorstehenden Rückkehr der Burgenländer in die Bundesliga haben wir uns auf 20 Kandidaten - ohne Anspruch auf Vollständigkeit - geeinigt, die das Oberhaus-Dasein des SVM geprägt haben. Viel Spaß!

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