SVM-Coach Vastic: "Das Schicksal wollte es so"

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„Einfach geil.“

Markus Pink, der Mattersburg mit seinem 18. Saisontor das 1:1 gegen Austria Lustenau und den damit verbundenen Aufstieg in die Bundesliga ermöglichte, strahlte über das ganze Gesicht.

Nach zwei Jahren Absenz hat der SV Mattersburg das große Ziel wieder erreicht. Und trotzdem fiel die erwartete „Party“ äußerst ruhig aus.

Trotz der Freude und Erleichterung bei Trainer, Spielern und Fans will man die große Feier aufschieben, bis auch der Meistertitel bejubelt werden darf.

„Ein Wahnsinnsgefühl“

Statt Bier- und Sektduschen verwandelte sich das Pappelstadion nach dem Schlusspfiff in eine Spielwiese für Kinder, der SVM drehte applaudierend eine Ehrenrunde und ließ sich ohne spektakuläre Zeremonie feiern.

„Ein Wahnsinnsgefühl! Das haben wir uns intern das ganze Jahr vorgenommen“, jubelte auch Karim Onisiwo, der mit 16 Saisontreffern maßgeblichen Anteil am Höhenflug der Burgenländer hatte, gegenüber LAOLA1.

Dass sich der 23-jährige Stürmer gegen verlockende Angebote mehrerer Top-Vereine und sich für viele Experten unverständlich für einen Verbleib beim SV Mattersburg entschied, erwies sich nun als absolut richtige Entscheidung.

„Ich habe immer wieder betont, dass es für mich der richtige Schritt ist. Das hat sich jetzt herausgestellt.“

„Wir haben auf alle Fälle eine Euphorie entfacht“

Schon mehr mit dem Verein mitgemacht hat Patrick Farkas, der als Kapitän mit 22 Jahren schon Erfahrungen in der höchsten Spielklasse vorzuweisen hat und bereits 2009 den Sprung zu den Profis schaffte.

„Nach den letzten zwei Jahren ist das ein wunderschönes Gefühl. Wir haben uns zusammengerauft, immer an uns geglaubt und nie aufgegeben“, meinte der Außenbahnspieler, der ebenfalls seit Jahren der Verlockung eines Vereinswechsels widerstand.

Dem 45-jährigen Ex-Profi selbst verschlug es in der Stunde des Erfolges die Sprache, aber erst nachdem er LAOLA1 sein Herz ausschüttete.

„Das hat keiner erwartet“, freute sich der Aufstiegs-Trainer. „Wir haben uns nach dem letzten Jahr mit ein paar punktuell guten Einkäufen konsolidiert. Wir haben eine Mannschaft zusammengestellt, die kontinuierlich guten Fußball gespielt hat und jetzt verdient aufsteigt. Ich hoffe, dass wir dann auch in der Bundesliga genauso guten Fußball bieten können.“

„Das Schicksal wollte es so“

Nach den Rückschlägen in seiner bisherigen Trainerkarriere ist der Erfolg für Vastic wie Balsam auf die Seele. Zum Leidwesen seines Ex-Klubs LASK, auf den er aber im Moment des Jubels nicht vergessen wollte.

„Ich hatte wirklich eine tolle und schöne Zeit in Linz, dieser Verein liegt mir einfach am Herzen. Aber das Schicksal wollte es so. Dieses Jahr steigen wir auf, nächstes Jahr kommt hoffentlich der LASK nach.“

Das Feiern soll indes nur aufgeschoben sein. Denn trotz Aufstieg steht für Mattersburg noch ein wichtiges Ziel auf der Agenda: der Meistertitel.

„Wir wollen unbedingt als Meister die Saison beenden. Das wäre gut und schön. Wenn wir das schaffen, bleibt noch genug Zeit zum Feiern“, stellte Vastic mit einem Augenzwinkern klar.

Auch Onisiwo meinte: „Der Meistertitel steckt noch im Hinterkopf.“ Schließlich will man sich nicht rechtfertigen müssen, nur aufgrund Lieferings Nicht-Aufstiegs-Verzicht die Rückkehr in die Bundesliga geschafft zu haben.

Obwohl noch nicht alle Ziele erreicht wurden, drang bei Onisiwo trotzdem Freude über das Erreichte durch: „Mattersburg ist wieder in der Bundesliga – wo es hingehört.“


Alexander Karper

Nach zwei schwierigen Jahren inklusive Fast-Abstieg in die Regionalliga waren bei Farkas in diesem Moment Glücksgefühle vorhanden.

„Ich freue mich einfach auf alles, Bundesliga ist ganz anders als Erste Liga. Da spielst du gegen Rapid, Austria und Salzburg, vielleicht vor ausverkauftem Haus. Wir haben auf alle Fälle eine Euphorie entfachen können. Bundesliga ist halt Bundesliga, als Fußballer freut man sich natürlich, dort zu spielen.“

„Wir freuen uns – das ist es aber schon“

Nüchterner betrachtete Obmann Martin Pucher, der auch noch nach Schlusspfiff die Szenen auf dem Rasen in gelassener Ruhe zur Kenntnis nahm, die Rückkehr ins Oberhaus.

„Der Stellenwert ist sehr wohl respektabel. Wir freuen uns darüber, auch wieder in der Bundesliga zu sein, aber – wie soll ich sagen: Das ist es schon.“

Eine interessante Sichtweise, litt der 59-Jährige die letzten zwei Jahre doch enorm unter den Folgen des unglücklichen Abstiegs, wo man nur aufgrund der einzig möglichen Konstellation den Gang in die Erste Liga antreten musste.

„Wir haben die letzten zwei Jahre einiges an Demut lernen dürfen. Wir haben zur Kenntnis genommen, dass das Leben nicht nur aus einer Einbahnstraße besteht“, stellte Pucher klar. „Wir schließen jetzt nach zwei Jahren wieder dort an, wo wir zehn Jahre waren. Also ist das auch nicht neu für uns. Deshalb hält sich die Euphorie ein bisschen in Grenzen. Das ist nicht zu vergleichen mit dem Jahr 2003, als das Burgenland vom Profi-Fußball ausgehungert war. Da war jede Faser des Körpers in Euphorie.“

Vertrauen in Vastic zahlte sich aus

Die Entscheidung, trotz aller Kritik und anfänglichen Schwierigkeiten an Trainer Ivica Vastic festzuhalten, stellte sich aus Vereinssicht schlussendlich als richtig heraus.

„Er hat es anfangs nicht leicht gehabt. Aber ich glaube, es war gut, dass der Verein zum Trainer gehalten hat. So sind wir noch mehr zusammengerückt“, stellte Farkas dem Chefbetreuer ein gutes Zeugnis aus.

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