"Denke ich schon, dass ich dort mithalten könnte"

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„Der Verein will dem Spieler keine Steine in den Weg legen.“

Ein überstrapaziertes Zitat, das nicht in allen Fällen zutrifft. Denn nicht immer lässt ein Klub seinen Spieler ziehen, um ihm seine Zukunft nicht zu verbauen.

So auch bei Konstantin Kerschbaumer. Der 22-Jährige hätte im Sommer von St. Pölten in die Bundesliga wechseln können.

„Die Chance war da, aber der Verein wollte mich nicht gehen lassen. Das habe ich akzeptiert“, verrät der 22-Jährige im Gespräch mit LAOLA1, ohne dabei Groll zu hegen.

Der Mittelfeld-Mann hat sich in der letzten Saison in die Notizblöcke vieler Scouts gespielt. Sieben Treffer und zehn Assists verbuchte er 2013/14 in Österreichs zweithöchster Spielklasse. Nicht schlecht für einen Mittelfeldspieler.

Interesse von PSV?

Doch damit nicht genug. In der Europa-League-Quali zeigte er mit starken Leistungen gegen Botev Plovdiv und PSV Eindhoven auf.

Spätestens nach seinem Tor im Rückspiel gegen den niederländischen Traditionsverein wurde dieser auf ihn aufmerksam. Erste Gespräche mit seinem Management sollen bereits geführt worden sein.

Kerschbaumer bringt etwas Licht ins Dunkel: „Angeblich gab es eine Anfrage, ich weiß es aber nicht genau. Ich habe es auch nur über die Medien erfahren.“ Es sei aber schon großartig, überhaupt mit so einem großen Verein in Verbindung gebracht zu werden: „Das ist eine Ehre für mich und eine schöne Sache.“

„Ich konzentriere mich aber weiter auf den SKN, weil ich hier Vertrag habe“, will er sich von den Gerüchten nicht verrückt machen lassen.

Wechsel zu PSV? „Würde ich mir zutrauen“

Er gibt zu, überrascht gewesen zu sein, wie nah er mit den Niederösterreichern an Eindhoven dran war. „Da nimmt man schon Selbstvertrauen mit und merkt, dass das alles nicht so weit weg ist.“

Es sei nicht so, dass er aufgrund der klingenden Namen im Kader der Niederländer in Ehrfurcht erstarren müsse. Ob er es sich zutrauen würde, bei Eindhoven aufzulaufen?

„Das ist schwer zu sagen, weil ich mich damit nicht wirklich auseinandergesetzt habe. Das ist einfach weit weg. Ich glaube schon, dass ich mit einer längeren Anlaufzeit mitspielen könnte“, gibt er sich selbstbewusst.

„Aufgrund der letzten zwei Spiele, in denen man gesehen hat, dass wir auch als Mannschaft mithalten konnten, denke ich schon, dass ich dort mithalten könnte.“

Kerschbaumer spielte gegen PSV Eindhoven groß auf

Bei einem möglichen Transfer kommt es darauf an, zur richtigen Zeit am richtigen Ort zu sein. Wechselt er im Sommer nicht und verpasst mit den Niederösterreichern den Aufstieg in die Bundesliga, wäre er nächstes Jahr „schon“ 23 Jahre alt. Kein Alter mehr, um als Nachwuchstalent viel Entwicklungszeit bei einem Bundesliga-Klub zu erhalten.

Angst, den richtigen Zeitpunkt zu verpassen, hat er aber nicht. „Zu sagen, es ist irgendwann zu spät, halte ich für falsch. Es muss eben passen. Ich denke auch nicht darüber nach, dass es irgendwann zu spät sein könnte.“

Kontakt zu Austria-Trainer ist da

Neben Grödig wurde zuletzt auch Austria Wien als möglicher Interessent gehandelt. Eine Zukunft bei den „Veilchen“ wäre trotz seiner Rapid-Vergangenheit (Rapid-Akademie bis zu den Amateuren) denkbar.

„Auf jeden Fall, weil das ein toller Verein ist. Es ist nicht so, dass ich unbedingt Anhänger von einem speziellen Klub bin. Deshalb könnte ich mir das schon vorstellen, da die Austria ein Top-Klub mit guten Fans ist.“

Mit Gerald Baumgartner würde dort ein Mann warten, den er während seiner Zeit bei St. Pölten kennen und schätzen gelernt hat. „Er ist der Trainer, der mich zu dem gemacht hat, der ich jetzt bin. Dafür bin ich ihm sehr dankbar. Er hat sehr viel bei mir bewirkt, dass ich diesen Entwicklungsschub hatte.“

Mit dem Übungsleiter der „Violetten“ steht er nach wie vor in Kontakt: „Wir haben einfach ein gutes Verhältnis.“ Somit scheint eine Zukunft in Favoriten nicht ausgeschlossen zu sein.

Und wer weiß, vielleicht würde ihm St. Pölten keine Steine in den Weg legen, falls die „große“ Austria anklopft.

 

Matthias Nemetz

Kerschbaumer strebt nach Höherem

Die Gegenwart heißt St. Pölten und Erste Liga, der Youngster will allerdings mehr. „In die Bundesliga will man immer, man strebt immer nach Höherem. Wenn das Gesamtpaket passt und es für den Verein in Ordnung ist, bin ich natürlich bereit.“

Das Gesamtpaket hätte bei einem möglichen Wechsel im Sommer gepasst. Ein Bundesliga-Klub, dessen Namen der gebürtige Tullner nicht nennen will, wollte ihn haben und habe ein Angebot vorgelegt.

„Man kann es nicht erzwingen, weil ich einen laufenden Vertrag habe. Es muss für die Vereine passen, das verstehe ich“, wirft er seinem Arbeitgeber nichts vor.

Man hat das Gefühl, nach drei Erstliga-Saisonen will der Rapid-Akademiker mehr. Seine Ziele setzt er sich nicht zu hoch, die Bundesliga gilt als logischer nächster Schritt.

Wechselwahrscheinlichkeit bei 50 Prozent

„Alles, was Bundesliga oder etwas Höheres ist, reizt mich. Ich will auf keinen Verein eingehen, aber es wäre sicher gut für meine Entwicklung“, gibt er sich auf die Frage, ob auch Teams wie Grödig ein Thema seien, diplomatisch.

Gleichzeitig hat er seinem aktuellen Klub viel zu verdanken. Immerhin konnte er bei den „Wölfen“ vom Jungspund zum Spielmacher reifen. Weiters ortet er großes (Fan)-Potential. „Es wäre schön, mit St. Pölten aufzusteigen. Vor allem, wenn man sich ansieht, wie viele Zuseher (8.000/Anm.) gegen Eindhoven da waren.“

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