Erste Liga: Die Bilanz des ersten Saisonviertels

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So schnell geht es.

In der Ersten Liga ist schon wieder ein Viertel der Saison gespielt, jedes Team traf bereits auf jeden der anderen neun Kontrahenten.

Ehe am Freitag (ab 18:30 Uhr im LAOLA1-LIVE-Ticker) die Rückrunde der Herbstsaison beginnt, ist es an der Zeit, Bilanz zu ziehen.

Wer oder was fiel auf? Wer ist bislang die Überraschung? Wer sind die Sorgenkinder? Wer ist eine Bereicherung?

LAOLA1 blickt zurück.



DIE ÜBERRASCHUNGEN

Gut, dass Fußball ein schnelllebiges Geschäft ist, denn so denken nur die wenigsten an Wackers schlimme Vorsaison. Erst am letzten Spieltag retteten sich die Tiroler vor dem neuerlichen Abstieg, diese Saison spielen sie um den Titel mit. Nach einem Viertel deutet vieles auf einen Zweikampf zwischen Wacker und dem LASK hin, der unter Trainer Oliver Glasner mit der (Salzburger) Pressing-Schule und einem im Sommer massiv veränderten, aber hochqualitativen Kader Schritt hält. Am Dienstag setzte es allerdings gegen Liefering die erste Heimniederlage seit April 2012. Das Original-Pressing setzte sich verstärkt mit Bundesliga-Spielern (Sörensen, Laimer, Atanga, Prevljak, Oberlin) verdient durch. Auch in Innsbruck wird erfolgreich mit Pressing gearbeitet. Trainer Klaus Schmidt hat nach einem Jahr Abstiegskampf die Mannschaft zu einem Titel-Anwärter geformt. Wichtige Neuzugänge sind dabei neben Thomas Pichlmann auch Christoph Freitag und der Deutsche Alexander Riemann, der schon für drei Saisontore verantwortlich zeichnete. Überhaupt sind die Innsbrucker die Tormaschine (24) und Auswärtsmacht der Liga, auch wenn gegen Wiener Neustadt der Siegtreffer erst in letzter Minute fiel. Wacker gegen LASK - Innsbruck gegen Linz - auf diesen Titelkampf darf man sich den Rest der Saison freuen. Überraschend gut ist auch Kapfenberg unterwegs. Die Neuzugänge Dominik Frieser und allen voran der Spanier Sergi Arimany haben vollends eingeschlagen. Von wegen Abstiegskandidat, Trainer Kurt Russ hat mit den "Falken" zum Höhenflug angesetzt, auch wenn es zwischenzeitlich zwei deftige Niederlagen (1:5 gegen Klagenfurt und LASK) setzte. Nur die Zuschauerkulisse (Schnitt: 628) ist extrem enttäuschend.

 

DIE BEREICHERUNGEN

Gut und gerne wird sie als "Kult-Liga" bezeichnet, zumal mit dem LASK und und Wacker Innsbruck auch zwei absolute Traditionsteams am Werk sind. Mit Austria Salzburg und Austria Klagenfurt gab es zwei Aufsteiger, die aus Sicht der Liga absolute Glücksfälle waren, sind es doch zwei klingende Namen. Ihre Berechtigung haben sie auch sportlich unter Beweis gestellt. Die Kärntner mischen vorne mit, die Mannschaft von Trainer Manni Bender hat ihr Potenzial vor allem zu Hause ausgespielt, ist sie doch die Heimmacht der Liga - erst am Dienstag gab es gegen Lustenau das erste Remis. Austria Salzburg hat erst am Dienstag erstmals richtig zu Hause gespielt. Die Violetten kämpfen eher gegen den Abstieg und haben aktuell vier Punkte Vorsprung. Den Salzburgern sind auch die beiden Top-Zuschauer-Kulissen zu verdanken: Liefering bedankte sich bei 7200 Zuschauern, der LASK gar bei 9300 Zuschauern. Zuschauerzahlen, die einige Bundesligisten nur allzu gerne hätten. Ob der infrastrukturellen Probleme (siehe unten) profitierte nur der Gegner von diesen Zuschauer-Einnahmen. Klagenfurt ist zu Hause in der Wörthersee-Arena auch nicht ausverkauft, der Schnitt von 1798 Fans ausbaufähig.

Platz Mannschaft Spiele S U N Tore Diff Punkte
<span style=\'color: #339966;\'>1. Wacker Innsbruck 9 7 1 1 24:10 14 22
2. LASK 9 6 1 2 16:7 9 19
3. Kapfenberg 9 5 1 3 16:15 1 16
4. A. Klagenfurt 9 4 3 2 16:10 6 15
5. FC Liefering 9 5 0 4 18:21 -3 15
6. St. Pölten 9 4 2 3 11:10 1 14
7. A. Salzburg 9 3 2 4 16:17 -1 11
8. A. Lustenau 9 3 1 5 9:10 -1 10
<span style=\'color: #ff0000;\'>9. Wr. Neustadt 9 2 1 6 3:12 -9 7
<span style=\'color: #ff0000;\'>10. FAC 9 0 0 9 5:22 -17 0



DIE PROTAGONISTEN

Bekannte Namen wechselten vor der Saison in die Erste Liga und viele von ihnen zeigen auch ihre Klasse. Dass man auch mit 34 Jahren noch ein hervorragender Torjäger sein kann, beweist Thomas Pichlmann beim FC Wacker. Nach neun Runden hat er schon zehn Mal getroffen, gegen Liefering gelang ihm sogar ein Dreierpack. Auch Rene Gartler beim LASK weiß, wo das Tor steht. Fünf Mal hat er getroffen, dazu hat er auch drei Tore aufgelegt. Aber auch weniger bekannte Namen zeigen ihren Torriecher. Sergi Arimany zum Beispiel. Der bullige Sturmtank der Kapfenberger ist mit seinen sechs Treffern ein wesentlicher Faktor für den guten Saisonbeginn der Obersteirer. Eine umjubelte Rückkehr nach Österreich feierte auch Somen Tchyoi bei Austria Salzburg, wo er aktuell Innenverteidiger (!) spielt. Bei den Violetten setzte auch Keeper Stefan Ebner mit mehreren Glanzparaden ein richtiges Ausrufezeichen. Apropos Aufsteiger. Die Austria aus Klagenfurt weiß mit dem Duo Rajko Rep und Patrik Eler zu begeistern - beide netzten schon fünf Mal. Aus dem ewig jungen Bullenstall des FC Liefering ragte bislang der Südkoreaner Hee-Chan Hwang (vier Tore, vier Assists) heraus.



DIE PROBLEMFELDER

SV Austria Salzburg ist sportlich auf jeden Fall eine Bereicherung für die Liga. Was die Infrastruktur betrifft, deckte der Aufstieg der Violetten einmal mehr Probleme auf, die in Österreichs Profifußball herrschen. In erster Linie, weil man die ersten Spiele nicht zu Hause bestreiten konnte. In der Wahlheimat Schwanenstadt schien man sich zwar zunächst gut einzunisten - bis zur ersten organisatorischen Herausforderung gegen den FC Wacker. Absage, keine Absage, Geisterspiel. Man wusste von der knisternden Rivalität im Vorfeld, die Liga hat zudem Einfluss auf den Spielplan. Ein erstes Duell in Innsbruck hätte wohl für ein gut gefülltes Stadion und eine sichere Abwicklung gesorgt... Gegen Kapfenberg wurde das MyPhoneAustria-Stadion in Maxglan in dieser Spielklasse schließlich eingeweiht. Dieses ist aber vorerst nicht für sogenannte Risikospiele und Partien nach 19:15 Uhr zugelassen. Da auch in Schwanenstadt keine Risikospiele stattfinden können, hat der Senat 5 der Bundesliga nun ein Verfahren gegen den Klub eingeleitet, da man ein Lizenzkriterium nicht erfüllt. Der Strafrahmen reicht von einer Verwarnung über Punkteabzug bis hin zum Lizenzentzug. Anfang Oktober soll eine Entscheidung fallen. Abgesehen davon: So leidenschaftlich die Fans der Violetten auch sein mögen, einige von ihnen zeigten sich gegen die Obersteirer auch von ihrer schlechtesten Seite. Rassistische Äußerungen (gegenüber Dimitry Imbongo) sowie homophobe Gesänge sind nicht zu tolerieren, da sind auch die Verantwortlichen gefragt. In Wiener Neustadt schrieb man ebenfalls infrastrukturelle Negativschlagzeilen. Ein Rasenpilz machte das Grün an der Giltschwertgasse unbespielbar. Der Klub reagierte aber prompt und ließ einen neuen Rasen verlegen. Vorbildhaftes Krisen-Management. Nichtsdestoweniger sollten, vor allem was Salzburg betrifft, die Lehren gezogen werden. was die Lizenzerteilung für künftige Aufsteiger betrifft.

Platz Mannschaft Spiele S U N Tore Diff Punkte
1. A. Klagenfurt 5 4 1 0 12:2 10 13
2. LASK 5 4 0 1 8:3 5 12
3. Wacker Innsbruck 5 3 1 1 10:5 5 10
4. FC Liefering 4 3 0 1 11:6 5 9
5. A. Salzburg 5 2 1 2 9:8 1 7
6. A. Lustenau 5 2 0 3 5:6 -1 6
7. Kapfenberg 4 2 0 2 8:10 -2 6
8. St. Pölten 4 1 2 1 5:6 -1 5
9. Wr. Neustadt 4 1 1 2 2:4 -2 4
10. FAC 4 0 0 4 2:12 -10 0



DIE ENTTÄUSCHUNGEN

Neun Spiele, neun Niederlagen - kein einziger Punkt. Das gab es in der Ersten Liga noch nie! In der Bundesliga schaffte es nur Vorwärts Steyr. Der FAC ist am Boden, Trainer Peter Pacult schon wochenlang angezählt. Wieder einmal bestätigt sich eine alte Floskel. Das zweite Jahr nach dem Aufstieg ist das schwierigste. Die Wiener verloren ihre Partien fünf Mal mit nur einem Tor Unterschied, waren etwa schon beim Auftakt gegen den LASK knapp am Punktgewinn dran. Auf das bauen auch die Verantwortlichen, doch am Ende zählen die Ergebnisse und die sind nicht da. Fünf Treffer sind zwar wenig, aber Wiener Neustadt hat mit drei noch weniger erzielt und dennoch sieben Punkte mehr. Man darf gespannt sein, wie der FAC aus dieser tristen Situation herauskommen will. Am Freitag kommt der Aufstiegsfavorit aus Linz, der besser in Fahrt ist als noch zu Saisonbeginn. Dort gewann aber am Dienstag der FC Liefering, der sich nach neuerlich großem Umbruch samt Trainer-Wechsel und folglich schwachem Beginn gefangen hat. Wiener Neustadt, Austria Lustenau und St. Pölten konnte man so erwarten, wenngleich die "Wölfe" wohl gerne etwas näher an der Spitze wären. Doch es fehlen etwa nur fünf Punkte auf den LASK.

 

Bernhard Kastler / Andreas Terler

Platz Mannschaft Spiele S U N Tore Diff Punkte
1. Wacker Innsbruck 4 4 0 0 14:5 9 12
2. Kapfenberg 5 3 1 1 8:5 3 10
3. St. Pölten 5 3 0 2 6:4 2 9
4. LASK 4 2 1 1 8:4 4 7
5. FC Liefering 5 2 0 3 7:15 -8 6
6. A. Lustenau 4 1 1 2 4:4 0 4
7. A. Salzburg 4 1 1 2 7:9 -2 4
8. Wr. Neustadt 5 1 0 4 1:8 -7 3
9. A. Klagenfurt 4 0 2 2 4:8 -4 2
10. FAC 5 0 0 5 3:10 -7 0
Platz Name Verein Tore
1. Thomas Pichlmann Wacker 10
2. Sergi Arimany Kapfenberg 6
3. Rene Gartler LASK 5
. Patrik Eler A. Klagenfurt 5
. Rajko Rep A. Klagenfurt 5
Platz Name Verein Assists
1. Ernst Öbster A. Salzburg 6
2. Nikola Dovedan LASK 4
. Eric Zachhuber A. Klagenfurt 4
. Dominik Frieser Kapfenberg 4
. Patrick Eler A. Klagenfurt 4
. Hee-Chan Hwang FC Liefering 4
Platz Verein Durchschnitt 15/16 Durschnitt 14/15
1. LASK 4564 2653
2. Wacker Innsbruck 4203 3959
3. St. Pölten 2849 1899
4. A. Lustenau 2793 3002
5. FC Liefering 2053 465
6. A. Klagenfurt 1798 -
7. A. Salzburg 1463 -
8. Wr. Neustadt 1032 2526
9. FAC 1000 1235
10. Kapfenberg 854 628
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