"Haben noch nichts erreicht"

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"Jetzt haben wir noch nichts erreicht"

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Die Länderspielpause ist vorbei.

Zwei Wochen ohne Pflichtspiel bedeuten aber nicht, dass sich die Teams der Ersten Liga ausgeruht haben.

Viel mehr boten die Tage seit der letzten Runde Ende August die ideale Möglichkeit, kleine Verbesserungen durchzuführen und für die heiße Phase bis zur Winterpause noch mal richtig Luft zu holen.

„Wir haben versucht, die Pause richtig gut zu nutzen“, erzählt Austria-Lustenau-Coach Helgi Kolvidsson im Gespräch mit LAOLA1. Dabei sollte der Tabellenführer, so meint man landläufig, doch am wenigsten Arbeit vor sich haben.

Kondition und Regeneration

„Immer wieder, wenn das normale Programm aufgebrochen werden kann, ist das gut“, führt der Isländer weiter aus und präzisiert sein Training: „Man kann ein paar andere Sachen machen, Schwerpunkte gerade im läuferischen Bereich setzen. Auch wenn es einige Spieler gibt, die regenerativ etwas mehr Zeit benötigt haben.“

Der 41-jährige Übungsleiter weiß, welche Vorteile es bringt, in Ruhe mit seinem Team arbeiten zu können. Letzte Saison nach der Hinrunde noch mit zehn Punkten Rückstand auf das Führungs-Duo Altach und WAC, konnte die Austria als bestes Rückrunden-Team noch in den Aufstiegskampf eingreifen.

„Der Knackpunkt war in der Winterpause, wo man wirklich Zeit hat, mit der Mannschaft zu arbeiten und Veränderungen durchzuführen“, erinnert sich Kolvidsson, der im Sommer 2011 in Lustenau anheuerte.

Stärkstes Team 2012

Mit 27 Punkten in den verbleibenden 15 Spieltagen der Saison 2011/12 legte der 1914 gegründete Verein eine tolle Serie hin, die mit 20 Punkten aus acht Partien der aktuellen Spielzeit eine umso beeindruckendere Fortsetzung fand.

Trotz Tabellenführung und dem Torverhältnis 21:5 bricht man im Ländle nicht in Euphorie aus. „Wir sind einfach richtig gut in die Saison gekommen und haben uns das von Spiel zu Spiel erarbeitet“, lautet Kolvidssons simple Analyse.

Lukas Kragl verstärkt die Austria

Im Testspiel gegen Bundesligist Wacker Innsbruck am vergangenen Freitag konnte sich der ehemalige Defensiv-Spieler ein Bild von seinem neuen Schützling machen: „Ich habe ihn auch auf zwei verschiedenen Positionen spielen lassen. Klar fehlt im noch etwas Spielpraxis und Kondition, aber es war dennoch sehr positiv. Er hat sich gleich in unser Spiel integriert und gut gespielt.“

Spanier ante portas

Mann des Spiels war aber einer, den man im Reichshofstadion überhaupt noch nicht kannte: Ivan Aguilar Diaz. Der 21-jährige Stürmer kickte zuletzt beim zweiten Team des FC Malaga und erzielte das sehenswerte 1:0-Siegtor gegen Wacker.

„Mit Ivan haben wir einen Stürmer getestet, der eine sehr gute Szene in der ersten Halbzeit hatte. Auch wenn er davor nur ein Training bei uns absolviert hat, hinterließ er einen sehr guten Eindruck. Er ist ein talentierter Junge“, analysiert der Austria-Coach den Auftritt des potentiellen Neuzugangs.

Ob es eine weitere Verstärkung für die Offensiv-Abteilung geben wird, hängt davon ab, „dass man sich einig wird.“

Kicken für den guten Zweck

Der Test gegen das aktuelle Bundesliga-Schlusslicht war übrigens als Main-Event des Benefiz-Abends für Peter Pawlowski (hier geht’s zur Story) gedacht.

Davor gab es ein Spiel ehemaliger Weggefährten des Schlaganfall-Opfers, bei dem auch der 29-fache Ex-Internationale wieder seine Fußball-Schuhe schnürte. Ein willkommener Spaß für einen guten Zweck, wie Kolvidsson betont:

Der Aufstieg ist, wie mehrmals betont, (noch) kein Thema: „2014 ist der Verein hundertjährig. Da gibt es immer wieder große Träume, in der Bundesliga zu sein. Aber bis dahin ist es noch ein weiter Weg. So weit denken wir nicht.“

Im Angriff nachgebessert

Woran in Österreichs größter Marktgemeinde allerdings gedacht wird, ist an Alternativen, sollte es im Angriff zu Ausfällen kommen.

Nur so ist zu erklären, dass die Austria kurz vor Transferschluss mit Lukas Kragl vom LASK ein vielversprechendes Offensiv-Talent an Land gezogen hat.

„Die Saison ist lang und man muss einfach gewappnet sein. Wir haben nicht den größten Kader, das wussten wir schon im Vorfeld“, klärt Kolvidsson auf.

„Als wir darüber gesprochen haben, habe ich mich sofort gemeldet. Da gibt es gar keine Diskussion. Solange ich geradeaus laufen kann (lacht), mache ich solche Sachen sicher immer mit. Der Peter war und ist ein super Typ. Die Familie kämpft für ihn. Wenn wir Kollegen da auch irgendwas beisteuern können, machen wir das gerne.“

Hohe Warte als Prüfstein

In wie weit sich die längere Vorbereitung auf das Spiel gegen die Vienna auswirkt, wird sich zeigen. Der Auftritt auf der Hohen Warte wird zum Prüfstein, wie ein Blick auf die letzte Partie beweist.

Im März kam Austria Lustenau mit einer ähnlichen Erfolgsserie wie der jetzigen in die Bundeshauptstadt, um dann mit einer 1:3-Packung wieder nach Hause zu fahren.

Kolvidsson weiß also, dass ein noch so positiver Lauf durch eine Partie schnell wieder wertlos sein kann.

Und resümiert abschließend mit isländischer Bodenständigkeit: „Jetzt haben wir noch nichts erreicht.“


Christian Eberle

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