WAC/St. Andrä: Die Erfolgsgaranten des Aufstiegs

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WAC/St. Andrä ist in der kommenden Saison das neue Gesicht in der österreichischen Bundesliga. Für viele sind die Kärntner (noch) eine Unbekannte.

Vom Regionalliga-Klub entwickelten sich die Wolfsberger auch dank der Kooperation mit St. Andrä zur Größe in der Ersten Liga und gingen ihren Weg unbeirrt weiter.

„Vor der Saison waren wir auf keinen Fall die Favoriten. Vor dem ersten Match habe ich zur Mannschaft gesagt: Fünfter wäre gut, Dritter super und Erster ein Traum“, erinnerte sich Trainer Nenad Bjelica an die Außenseiterrolle.

LAOLA1 durchleuchtet den Bundesliga-Aufsteiger und nennt die Erfolgsgaranten:

DER TORJÄGER: Christian Falk

Mit 18 Treffern ballerte Christian Falk seinen WAC/St. Andrä an die Tabellenspitze und hatte maßgeblichen Anteil am Aufstieg der Kärntner. Der mittlerweile 25-Jährige schaffte spät seinen Durchbruch, der ihm bei Vöcklabruck und Bad Aussee noch verwehrt blieb. Den Grundstein dafür legte er im Herbst mit 16 Toren, die ihm einen Platz in so manchem Notizblock der Bundesliga-Vereine einbrachte. Auch der deutsche Zweitligist Hansa Rostock zeigte Interesse. Falk entschied sich zu bleiben, konnte im Frühjahr aber nur mehr zwei Treffer nachlegen. Im letzten Saisonspiel geht es für Falk noch um die Torjägerkrone, die momentan Blau-Weiß-Linz-Stürmer David Poljanec (19) im Visier hat.

DIE SPANIER: Jacobo und Solano

Mit Jacobo Ynclan machte der WAC/St. Andrä im Sommer einen Glücksgriff. Der Spanier, der unter anderem schon in der B-Mannschaft von Europa-League-Sieger Atletico Madrid und bei CD Alaves auflief, avancierte zum Spieler des Jahres in der Ersten Liga. Der technisch versierte Offensivspieler zog die Fäden im Mittelfeld und strahlte stets Torgefahr, die sich in Form von 14 Treffern äußerte, aus. Dem 28-jährigen Iberer ist durchaus zuzutrauen, auch in der Bundesliga eine gute Figur zu machen - so wie José Antonio Solano, der erst im Winter geholt wurde, jedoch gleich eine Duftmarke hinterließ. Der Innenverteidiger lernte immerhin bei der B-Elf des FC Barcelona. Dass Spanier in Österreich derzeit Hochsaison haben, ist spätestens seit den Erfolgen der SV Ried bekannt.

DER KÄRNTNER: Stephan Stückler

Stephan Stückler ist ein Kärntner durch und durch. Dementsprechend nahe ging dem gebürtigen Villacher der Aufstieg mit dem WAC. Die Bundesliga ist für den 26-jährigen Stürmer aber keinesfalls Neuland. Schließlich steht er nun zum dritten Mal in der höchsten Spielklasse – allesamt mit Kärntner Vereinen. Während er Anfang der 2000er Jahre beim FC Kärnten erstklassig spielte, sammelte er 2008 auch Erfahrungen mit Austria Kärnten. Dass der WAC/St. Andrä nun ebenfalls in den Genuss der Bundesliga kommt, ist auch sein Verdienst. Stückler stand in 27 Spielen am Platz und erzielte insgesamt zehn Treffer.

DIE BUNDESLIGAERFAHRENEN PROFIS:

Durchforstet man den Kader des Erste-Liga-Meisters, ist die Überraschung über den Aufstieg der Kärntner längst nicht mehr groß. Schließlich weisen bereits elf Profis Erfahrung in der österreichischen Bundesliga auf: Dario Baldauf (53 BL-Spiele/1 Tor: Altach, SW Bregenz, Admira), Mario Sollbauer (18/0: A. Kärnten), Sandro Zakany (29/0: A. Kärnten), Stephan Stückler (4/0: A. Kärnten, FC Kärnten), Gernot Messner (19/0: SV Austria Salzburg), Gernot Suppan (15/0: Sturm Graz), Roland Putsche (1/0: A. Kärnten), Hannes Jochum (90/0: LASK, FC Tirol), Danijel Micic (14/1: Kapfenberger SV), Mario Kröpfl (15/0: A. Kärnten) und Christoph Cemernjak (16/0: Altach; verließ WAC im Winter).

DER OLDIE: Hannes Jochum

35 Jahre hat Hannes Jochum bereits auf dem Buckel und trotzdem biss er für den Aufstieg noch einmal auf die Zähne. Zwar reichte es in der aktuellen Spielzeit nur mehr zu 13 Einsätzen, trotzdem ist der Kapitän ein wichtiger Bestandteil des Teams. Der Defensivspieler konnte sein Glück nicht fassen, noch einmal den Sprung ganz nach oben zu schaffen. Schließlich spielte er mit dem FC Tirol in der Bundesliga, als andere Kader-Mitglieder noch nicht einmal die Volksschule besuchten. Auch wenn der Generationswechsel langsam seinen Lauf nimmt, soll Jochum weiterhin gehalten werden.

DER DEUTSCHE: Markus Kreuz

Mainz, Hannover, Köln, Frankfurt, Murcia – um nur einige Stationen des mittlerweile 35-Jährigen zu nennen. Zudem war er deutscher U21-Teamspieler auf dem Weg ins A-Team. Die Überraschung war groß, als er 2009 in Wolfsberg anheuerte. Unter seiner Führung gelang der Aufstieg in die Erste Liga und zwei Jahre später in die Bundesliga. Mit der Nummer zehn am Rücken absolvierte er 26 Saisonspiele und darf einen weiteren großen Erfolg in seiner Karriere verbuchen. Für Kreuz ist es bereits der fünfte Aufstieg. Mit Hannover 96 stieg er 1998 in die 2. deutsche Bundesliga auf, mit Köln gelang ihm 2003 der Gang in die Bundesliga, mit FSV Frankfurt 2008 in die 2. Liga. Dazu kommen die zwei Aufstiege mit WAC/St. Andrä.

DER ERFOLGSTRAINER: Nenad Bjelica

Der 40-jährige Kroate ist der Erfolgstrainer schlechthin. Bereits im jungen Alter hat er sich Respekt verschafft und strebt nach Höherem. Nach schwierigen Aufgaben beim FC Kärnten und FC Lustenau hat er in Wolfsberg seine Plattform gefunden und ein schlagkräftiges Team aufgebaut. Bjelica wurde nach der beschlossenen Kooperation mit St. Andrä ausgewählt die Geschicke zu leiten und übernahm am 10. Mai 2010. Wenige Tage später wurde der Aufstieg in die Erste Liga fixiert, der diesjährige Erfolg ist bekannt. Mit seiner Hingabe, die ihm die eine oder andere Verbannung auf die Tribüne bescherte, arbeitete er akribisch am Ziel Aufstieg. Als es soweit war hatte er Tränen in den Augen und schloss seine Kinder in die Arme. Die Bundesliga darf sich auf den Ex-Profi freuen.

DER PRÄSIDENT: Dietmar Riegler

Der Mann, der alles möglich machte. Selten war ein Präsident so in eine Meisterfeier involviert, wie es am Freitag bei WAC/St. Andrä der Fall war. Vor 22 Jahren war er selbst als Spieler beim bis dato letzten Aufstieg – als Kärntner Landesmeister in die 2. Division - dabei, nach seiner aktiven Karriere entschied er, sich persönlich und finanziell für den Klub einzusetzen. Zusammen mit seinem Team schaffte er die Bedingungen, das Lavanttal wieder in den Profi-Fußball zu führen. Gut abgesichert, konnten die sportlichen Geschicke unbeeinträchtigt geleitet werden. „Es war vor zwei Jahren nicht einmal ein Traum, in die Bundesliga zu kommen. Wir werden in Ruhe planen für die neue Saison. Wir werden eine Mannschaft formen, mit der wir in der Bundesliga bestehen können“, lautete Rieglers Kommentar nach dem Aufstieg.


Alexander Karper

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