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„Ich hätte nie gedacht, dass mir das gelingen könnte. Ich habe mir gedacht, dass ich vielleicht ein Tor mache. Aber drei? Nie!“

Dursun Karatay kann es immer noch nicht so recht fassen. Dem 28-Jährigen ist ein Traum-Einstand gelungen.

Beim Frühjahrs-Auftakt gegen St. Pölten schoss der Neuzugang den FC Lustenau mit seinem Triplepack praktisch im Alleingang zum 3:1-Heimsieg.

„Das war richtig schön. Es ist einfach super gelaufen. Ich habe überhaupt noch nie drei Tore in einer Partie gemacht“, strahlt der Offensivspieler.

"Ich lese keine Zeitungen"

Abgesehen von seiner Gala-Vorstellung war auch das Ergebnis eine große Überraschung, haben die Vorarlberger im Winter doch fast ausschließlich durch Negativ-Schlagzeilen ob ihrer großen finanziellen Probleme auf sich aufmerksam gemacht.

„Ich lese keine Zeitungen. Da stehen so viele Dinge drinnen, die nur Unruhe reinbringen. Wir konzentrieren uns nur auf unser Spiel“, sagt Karatay.

Auch dem regen Kommen und – in erster Linie – Gehen misst er keine allzu große Bedeutung bei: „Natürlich hatte der Klub viele Abgänge. Man hat jedoch gegen St. Pölten gesehen, dass wir eine gute Mannschaft sind. Wir spielen schönen Fußball und treten immer offensiv auf. Und die Jungen ziehen toll mit!“

"Ich wollte wieder zu einem Profi-Verein"

Aber was bringt einen Kicker überhaupt dazu, bei einem Klub zu unterschreiben, der in den vergangenen Monaten kaum Gehälter auszahlen konnte?

„Der Trainer (Anm.: Daniel Madlener) hat mich im letzten Moment angerufen und mir gesagt, dass er mich unbedingt haben will. Was in den Zeitungen über den FC Lustenau gestanden ist, hat mich gar nicht interessiert. Ich wollte wieder zu einem Profi-Verein und mich dort beweisen.“

Amateur in Liechtenstein

Seit dem Sommer war der ehemalige ÖFB-U21-Internationale nämlich im Amateur-Fußball unterwegs: „Im Fußball geht es einmal aufwärts und einmal abwärts. Ich bin mir mit Austria Lustenau eben nicht einig geworden. Also bin ich nach Liechtenstein zu USV Eschen-Mauren gegangen.“

Ein risikoreicher Schritt. „Angst hatte ich aber nie. Ich weiß, was ich kann. Immerhin habe ich auch schon in der Bundesliga gespielt.“ Tatsächlich hat der Vorarlberger mit dem FC Pasching und SCR Altach insgesamt 79 Partien in der höchsten Spielklasse bestritten. Und dort immerhin ein Dutzend Tore geschossen.

Ein Herz für die Austria

Sein Herz gehört aber irgendwie immer noch der Lustenauer Austria: „Dort habe ich meine Profi-Karriere begonnen, dort bin ich groß geworden. Ich hoffe, dass sie aufsteigen.“

Karatay hat kein Problem damit, so etwas zu sagen, obwohl er aktuell beim Rivalen unter Vertrag steht: „Ich bin Vorarlberger. Und als Vorarlberger will ich eine Mannschaft in der Bundesliga.“

Und am liebsten würde er dann gleich mit: „Vielleicht gehe ich ja wieder zu Austria Lustenau. Im Fußball kann das so schnell gehen.“

Punkte wichtiger als Tore

Die Gegenwart heißt aber FCL. Und dort soll es auch in den nächsten Wochen sportlich so gut wie zum Auftakt laufen.

Ob nun mit weiteren Gala-Vorstellungen des Neuzugangs, oder ohne. Denn: „Tore sind nicht wichtig. Wichtig sind Punkte.“


Harald Prantl

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