Die heiße Aktie Poljanec

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Weissenböck: „Dieser Sprung wäre noch viel zu groß“

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Für Blau-Weiß Linz waren am Montag schon alle guten Dinge vier.

Der 2:1-Derbysieg gegen den LASK war der erste Triumph im vierten Saisonduell. Auch für den Siegtorschützen David Poljanec könnten alle guten Dinge vier sein.

In der Saison 2009/10 kickte der Stürmer noch in der steirischen Landesliga für den SV Gleinstätten, nach der ersten Saison in der Regionalliga wechselte der Slowene zum Erste-Liga-Aufsteiger.

Poljanec ist der Shooting-Star der Liga, hält in seiner ersten Profi-Saison bei 16 Treffern. Und das obwohl der 25-Jährige etwa erst drei Spiele im Frühjahr absolvierte.

Alle 88 Minuten ein Treffer

Der Angreifer trifft alle 88 Minuten, kein anderer hat einen besseren Wert. Auch der in der Torschützenliste führende Christian Falk von WAC/St. Andrä nicht.

Mit seinem Siegestreffer gegen den LASK hat sich der Angreifer wieder ein Stück mehr ins Rampenlicht gespielt. Sein Ziel ist klar: „Ich will in die Bundesliga.“

Es wäre ein kleines Fußball-Märchen, sollte Poljanec nach Landesliga, Regionalliga und Erste Liga noch diesen Sprung schaffen. Auch wenn sich die Überraschung in Grenzen halten würde.

„Bislang habe ich noch kein Angebot“, erklärt der Blondschopf mit dem schnellen Antritt.

Bei Sportdirektor Gerald Perzy haben sie sich ebenfalls noch nicht gemeldet. „Das müssen sie auch nicht. Sein Vertrag läuft nach dieser Saison aus“, schildert dieser die Situation.

Wacker soll dran sein

Ein Bundesligist hat mittlerweile schon Interesse bekundet. Wacker Innsbruck soll an dem quirligen Stürmer dran sein. Die Tiroler werden wohl nicht die einzigen bleiben.

Blau-Weiß versucht indes freilich, seinen Derbyhelden zu halten.

„Wir haben demnächst einen Termin mit seinem Berater. Gespräche hat es schon gegeben. David will nach oben, hat aber signalisiert, er werde bei uns bleiben, sollte es nicht klappen“, so Perzy.

Trainer Thomas Weissenböck weiß: „Es ist sicher kein einfaches Unterfangen, ihn zu halten.“

Weissenböck rät zu Verbleib

Der Coach rät seinem Schützling, der in der Vorbereitung Fersenprobleme hatte, allerdings zu einem Verbleib, sah etwa auch im Derby Verbesserungspotenzial.

„Es würde ihm nicht schaden bei uns zu bleiben. Er hatte auch im Derby viel Leerlauf, mit seinem Tor hat er sich aber wieder in den Vordergrund gespielt“, analysiert der Trainer, der ihn nach Linz holte.

Der Sprung in die Bundesliga käme dem Trainer zu früh: „Ich glaube, dieser wäre noch viel zu groß. Er ist jedes Jahr eine Spielklasse höher gewechselt. Es wäre sicher der richtige Weg, wenn er noch ein Jahr bei uns bleiben würde und diese Saison bestätigen würde.“

Poljanec selbst sieht sich vom Alter etwas gedrängt: „Mit 25 bekommt man nicht mehr so leicht die Chance, in der Bundesliga zu spielen.“

Die nächsten Tage und Wochen werden wohl eine Entscheidung pro Bundesliga bringen.

Hassler und Offenbacher weg

Andere Entscheidungen haben die Blau-Weißen bereits gefällt. So ist Dominic Hassler schon nicht mehr Teil des Teams, sein auslaufender Vertrag wäre ohnehin nicht verlängert geworden.

„Es hat wenig Sinn, wenn er mittrainiert“, schildert Weissenböck, der mit dem Stürmer nie richtig warm wurde.  

Auch das Projekt Daniel Offenbacher ist gescheitert. Die Leihe aus Salzburg, die erst im Winter anheuerte, kehrte diese Woche Linz den Rücken und ging zurück. Man trennte sich im Guten.

„Er war nicht Stammspieler und man muss auch die private Situation kennen. Er ist gerade beim Heeressport in Salzburg, hat dort auch seine Wohnung und Freundin. Bevor er bei uns trainiert, kann er das in Salzburg auch. Er hatte sich mehr Einsatz erwartet, wir haben nun einen positiven Schlussstrich gezogen“, hält Perzy fest.

Huspek zu Ried zurück?

Einen anderen Leihspieler will man halten, doch Ried-Manager Stefan Reiter hatte schon unlängst angedeutet, dass Philipp Huspek ein Thema für höhere Aufgaben wäre. Gut möglich, dass der Linksfuß ab Sommer wie Poljanec in der Bundesliga anzutreffen ist.

Ob Stürmer Aridany Tenesor nächste Saison noch im blau-weißen Gewand zu sehen ist, entscheidet sich bis zum 31. Mai. Bis dahin hat der Aufsteiger eine Option auf den Spanier.

Ansonsten geht Blau-Weiß seinen Weg weiter: „Wir werden junge Spieler holen und ihnen die Chance geben, sich zu entwickeln. Dazu wollen wir den einen oder anderen gestandenen dazuholen. Mit dem sind wir bislang ganz gut gefahren“, freut sich Perzy.

Und einen Spieler wie Poljanec an die Bundesliga zu verlieren, bestätigt einen erfolgreichen Weg.

 

Bernhard Kastler

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