Alles spricht für Austria Lustenau als Meister

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Acht Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger SKN St. Pölten, beste Heim- und Auswärtsmannschaft, Austria Lustenau marschiert scheinbar unaufhaltsam dem Wiederaufstieg in die Bundesliga entgegen.

13 Jahre nachdem sich der Klub nach drei Saisonen vom Oberhaus in die Zweitklassigkeit verabschiedet hatte und vier Jahre nach dem bisher letzten Vorarlberger Vertreter im Oberhaus, SCR Altach, klopfen die Austrianer aus dem Ländle vehement an die Tür zur Bundesliga.

Mit dem 14. Saisonsieg durch das 2:0 am Freitag gegen den Kapfenberger SV bei drei Remis und nur zwei Niederlagen verabschiedeten sich die von dem Isländer Helgi Kolvidsson trainierten Lustenauer mit 45 Punkten in die Winterpause, die am 26. Februar 2013 mit der 20. Runde endet.

Nur zwei Mal mehr Punkte

Die 45 Zähler, die sich die Vorarlberger erspielten und erkämpften, sind nach 19 Runden bisher nur vom LASK in der Saison 2006/07 (47) übertrumpft und von Admira/Wacker (2010/11) erreicht worden.

Nur insgesamt vier Mal in jüngerer Zeit, exakt seit der Saison 1999/2000, war der Winterkönig (nach 18 bis maximal 22 Runden) in Österreichs zweithöchster Spielklasse nicht mit dem späteren Aufsteiger in die Bundesliga identisch.

So Bad Bleiberg (Aufsteiger Pasching/Saison 2001/02), Kärnten (Ried/2004/05), Austria Amateure (Altach/2005/06) und in der vergangenen Saison SCR Altach, der dann im Frühjahr den ursprünglich punktegleichen WAC vorbeiziehen lassen musste.

Admira (2 mal), Innsbruck/Tirol (2), Kärnten, Mattersburg, LASK, Kapfenberg und Wr. Neustadt brachten hingegen ihren Vorsprung ins Ziel.

Von Anfang an Top

Der Herbstmeister und Winterkönig startete gleich mit einem überzeugenden 5:0-Heimsieg gegen Kapfenberg in die Meisterschaft, setzte sich damit an die Spitze der Tabelle und gab diese nicht mehr ab.

Die ersten 13 Runden blieben die Austrianer ungeschlagen (10 Siege, drei Remis), erst dann folgten ihre einzigen (A)-Niederlagen mit dem 0:1 in Grödig und 1:2 in St. Pölten.

Im Reichshofstadion sind Kampel und Co in dieser Saison auch in den Stadtderbys gegen den FC (9-2-0) noch ungeschlagen. Nur Grödig (2:2) und der FCL (1:1) erreichten dort gegen die Austria ein Remis. Zweimal schaffte der Spitzenreiter (heim und auswärts) je vier Siege.

Mit zwei Mal 5:0 (KSV und auf der Hohen Warte gegen die Vienna) gelangen den Lustenauern die höchsten Saisonsiege, mit dem Brasilianer Thiago stellen sie den Führenden der Schützenliste (13 Tore) und mit inoffziell 47.100 (Schnitt 4.710) sind sie auch in der Zuschauerbilanz klar die Nummer eins.

In der Bundesliga schwach

Als AL übrigens in der Saison 1996/97 unter Trainer Edi Stöhr den Aufstieg in die Bundesliga bejubelte, lag die Elf zur Halbzeit (damals 15 Runden) hinter der Vienna und Vorwärts Steyr nur auf Rang drei, hatte nach 30 Runden (65 Punkte) dann aber einen Vorsprung von fünf Zählern auf Steyr und sieben auf die Vienna.

Jeweils Rang neun (10 Punke vor der Admira bzw. elf vor Steyr) war die Ausbeute der Lustenauer in den ersten zwei Bundesliga-Saisonen (1997/98 und 1998/99), ehe 1999/2000 mit Rang zehn der Abstieg (minus 16 Zähler auf Bregenz) erfolgte.

St. Pölten zu Hause eine Macht

Verfolger St. Pölten gehörte zwischen 1988 und 1994 der Bundesliga an, wobei die Niederösterreicher die Platzierungen 8-7-12-8-6-9 erreichten.

Die Scherb-Elf verdankte ihren starken Herbst-Auftritt vor allem der Heimstärke (8-1-1), somit Rang zwei (25 Punkte) hinter Austria Lustenau (26).

Je zwei Mal war die Mannschaft fünf Runden ungeschlagen, mit 35.800 Zuschauern (3.580) ist sie auch dank des neuen Stadions die Nummer zwei. Der Spanier Segovia (12 Treffer) befindet sich in der Schützenliste Thiago auf den Fersen.

Grödig überrascht

Bemerkenswert auch noch der drittplatzierte SV Grödig, der mit Adi Hütter auf der Kommandobrücke nur einen Punkt hinter St. Pölten liegt und vor allem auswärts (17 Zähler hinter AL/19) auftrumpfte.

Immerhin waren die Salzburger sieben A-Spiele (5-2-0) ungeschlagen und sechs Runden (5 Siege, 1 Remis) unbezwungen.

Absteiger die größte Enttäuschung

Negativ fiel vor allem Bundesliga-Absteiger Kapfenberg auf, der die ersten sieben Runden sieglos blieb, acht Heimspiele in Folge nicht gewann (allerdings sechs Heim-Remis en suite) und mit 16 Zählern nur auf dem vorletzten Platz zu finden ist.

Eine derartige traurige sportliche Bilanz ist von einem Bundesliga-Absteiger, der namhafte Kicker in seinen Reihen hat, wohl noch kaum zu finden.

BW Linz überwintert als Schlusslicht

Noch schwächer schnitten bisher allerdings die Linzer ab, die von der 1. bis 9. Runde nicht gewannen und mit nur 12 Punkten das Tabellenende zieren. Durchaus möglich daher, dass sich die Blau-Weißen nach zwei Jahren wieder aus der Ersten Liga verabschieden.

Der auswärts meist enttäuschende Traditionskklub Vienna (18 Zähler) wiederum kämpft auch in seiner vierten Saison seit dem Aufstieg gegen den Abstieg.

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