Tragischer Held stürzt Brasilien

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Bei Matchwinner Gonzalez wich die Freude der Trauer

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Brasilien ist erneut gescheitert. Fast genau ein Jahr nach dem katastrophalen Ausscheiden im Halbfinale der Heim-WM musste die Selecao bei der Copa America schon im Viertelfinale gegen Paraguay die Segel streichen.

Während Teamchef Carlos Dunga einen Virus für die 4:5-Niederlage im Elfmeterschießen verantwortlich macht, feiert Paraguay Matchwinner Derlis Gonzalez und trauert gleichzeitig mit dem Basel-Legionär, dessen Onkel nach dem Spiel an einem Herzinfarkt verstarb.

Robinho bringt Brasilien auf Kurs

Dunga schickte für den weiter gesperrten Neymar erneut Robinho auf den Platz und der Oldie war es auch, der Brasilien nach 15 Minuten auf die vermeintliche Siegerstraße brachte. Der 31-jährige Stürmer vom FC Santos schoss eine Flanke von Dani Alves aus sieben Metern zur Führung in die Maschen.

In einem Spiel auf mäßigem Niveau verpasste die Selecao es dann aber, nachzulegen, was sich in der zweiten Hälfte rächen sollte. Ein Blackout von Thiago Silva, der bei einer Flanke in den Strafraum mit der Hand zum Ball ging, bescherte Paraguay einen Strafstoß. Derlis Gonzalez trat an und verwandelte zum Ausgleich, obwohl Keeper Jefferson die Ecke erraten hatte.

Dunga reagierte in der Folge und erhoffte sich von Diego Tardelli und Everton Ribeiro, die für Roberto Firmino und Robinho in die Partie kamen, frischen Wind, dieser blieb allerdings aus und so musste die Entscheidung im Elfmeterschießen fallen.

Virus beeinträchtigte Brasilien

In selbigem schob Everton Ribeiro den Ball kläglich am Tor vorbei, der ebenfalls eingewechselte Douglas Costa jagte das Leder ebenso drüber wie auf der Gegenseite Altmeister Roque Santa Cruz. Derlis Gonzalez behielt indes auch im zweiten Anlauf die Nerven, verwandelte Paraguays fünften Elfmeter und schoss La Albirroja ins Halbfinale, wo am Mittwoch Argentinien wartet.

Dunga machte nach der Partie den gesundheitlichen Zustand seines Teams für das Ausscheiden verantwortlich. „Das ist keine Ausrede, aber 15 unserer Spieler hatten in dieser Woche mit einem Virus zu kämpfen, daher mussten wir einige Trainingseinheiten einschränken", erklärte der 51-Jährige.

„Sie waren krank, hatten Kopf- und Rückenschmerzen. Einige hat es weniger schlimm erwischt, manche mussten sich übergeben. Willian fühlte sich etwa in der Halbzeitpause nicht gut, Robinho hatte am Ende Probleme“, so Dunga.

Gonzalez als tragischer Held

Auf Seiten Paraguays wich der Jubel vor allem bei Doppeltorschütze Derlis Gonzalez rasch der Trauer, als er erfuhr, dass sein Onkel nach dem dramatischen Sieg vor dem Fernsehgerät einen Herzinfarkt erlitt. Den Sanitätern gelang es nicht mehr, ihn wiederzubeleben.

„Warum heute, Onkel? Warum? Du hast mich nach einem Herzinfarkt verlassen, weil ich dir so viel Freude gegeben habe. Ich kann es nicht glauben“, twitterte der 21-Jährige.

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