Tahiti hofft auf die Milde von Weltmeister Spanien

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Vor dem Duell von Welt- und Europameister Spanien mit Tahiti am Donnerstag (21 Uhr MESZ) beim Confederations Cup ist eines klar: Größer war der Unterschied zwischen David und Goliath im Fußball nie.

Die Frage ist nur, wie viele Tore Spanien im Maracana-Stadion von Rio de Janeiro gegen Tahiti schießt.

Der Trainer des Außenseiters rechnet mit Milde des Weltmeisters und 98 Prozent spanischem Ballbesitz.

"Ich glaube nicht, dass Spanien viele Tore schießen will. Ich kenne ihren Trainer Vicente del Bosque. Er ist ein Mann mit Demut und Respekt. Er wird seinen Spielern nicht sagen, dass sie viele Tore gegen Tahiti schießen sollen", sagte Tahitis Coach Eddy Etaeta.

"Es kann nicht das Ziel für Spanien sein, gegen Tahiti viele Tore zu schießen. Ich denke, sie respektieren uns."

Handbremse oder Rekord?

Volle 90 Minuten spanische Fußball-Kunst hätten einen extremen Rekordsieg beim WM-Testlauf zur Folge. Bisher hält Brasilien mit einem 8:2 gegen Saudi-Arabien die Bestmarke bei einer Mini-WM.

Im Weltfußball steht das 31:0 Australiens gegen Samoa aus dem Jahr 2001 in den Rekordbüchern.

Wäre da nicht die erwartete Tiki-Taka-Handbremse könnte Spanien diese Marke sicher brechen, egal welche Spieler del Bosque aus seinem 23-Mann-Kader aufbieten wird.

Noch hat sich der Seleccionador öffentlich nicht festgelegt, aber es gilt als ausgemacht, dass er seine Formation im Vergleich zum 2:1 zum Auftakt gegen Uruguay komplett umkrempelt.

"Es wird mehr Rotation geben"

"Es wird viel mehr Rotation geben, als bei anderen Turnieren", kündigte del Bosque schon einmal an.

Das bringt u.a. auch Bayerns Triple-Gewinner Javi Martinez ins Spiel für einen Starteinsatz. Als Backup von Barcelonas Sergio Busquets ist er trotz einer starken Saison nur Nummer zwei auf der Sechser-Position.

Del Bosque braucht gegen die meisten Gegner derzeit nur einen Mann im defensiven Mittelfeld.

Darf Tahiti auch gegen den Weltmeister ein Tor bejubeln?

Mythos Maracana

Der erfüllte Traum von einem Spiel im Maracana birgt für Martinez und seine Mitstreiter in Spaniens erwarteter B-Elf ein Dilemma.

Alle wollen sich präsentieren, um einen Stammplatz auch mit Blick auf die WM 2014 kämpfen und selbstverständlich das Ereignis Maracana genießen:

"Es ist ein mythischer Ort und ich erinnere mich, wie ich als kleiner Junge von Spielen dort gehört habe", berichtete Chelseas Juan Mata, der wie Martinez in die Startelf rücken dürfte.

Unterschiedliche Dimensionen

Zu viel Ehrgeiz gegen den ohnmächtigen Gegner würde aber als Arroganz der Millionäre gegenüber den Amateuren ausgelegt werden, die in Polynesien als Arbeiter in Kokosplantagen oder als Strandverkäufer ihr Geld verdienen.

Etwa 12.000 Euro verdienen Tahitis Spieler wie Lieferwagenfahrer Jonathan Tehau - umjubelter Torschütze beim 1:6 gegen Nigeria - im Jahr. Spaniens Superstars wie Fernando Torres wird ein Gehalt in mindestens zehnfacher Höhe nachgesagt - pro Woche.

Etaeta bringt lieber andere Zahlen ins Spiel. Erstaunliche 31 Prozent Ballbesitz habe man gegen Nigeria gehabt, Uruguay gegen Spanien nur 28, rechnete er kokett vor.

Daraus eine Mini-Chance abzuleiten wäre aber natürlich vermessen. "Am Donnerstag wird Spanien 98 Prozent Ballbesitz haben", meint Etaeta.

Uruguay kämpft gegen Aus

Für Uruguay ist das zweite Spiel beim Confed Cup in der Nacht von Donnerstag auf Freitag (00:00 Uhr) gegen Afrikameister Nigeria schon eine "Schnitt-Partie".

Ein Sieg muss dringend her, um die Stimmung aufzuhellen und in der Spanien-Gruppe zugleich das drohende vorzeitige K.o. zu vermeiden.

Irgendwie scheint Uruguays Fußballer beim Confederations Cup ein Fluch zu verfolgen. Schon auf der ersten Station in Recife ging für den Südamerikameister nahezu alles schief, angefangen bei einem vom Regen überschwemmten Trainingsplatz bis hin zur 1:2-Niederlage gegen Fußball-Weltmeister Spanien.

Suarez ist "nicht beunruhigt"

Gewohntes Chaos

Und auch vor dem vorentscheidenden zweiten Spiel an diesem Donnerstag in Salvador bleiben Uruguay Widrigkeiten nicht erspart.

Regen bei der Ankunft, Verkehrschaos auf den Straßen und ein Streik der Hotelangestellten im Teamhotel - irgendwie kommt es immer noch ein bisschen dicker.

"Wir sind Uruguayer, wir sind solche Dinge gewöhnt", hatte Teamkapitän Diego Lugano noch mit Gleichmut auf der ersten Confed-Cup-Station in Recife reagiert. Ganz allgemein ist man bemüht, die Dinge positiv zu sehen.

Suarez bleibt optimistisch

"Wenn Spanien Italien schlägt und Deutschland auch, warum sollte es dann nicht auch Uruguay besiegen? ", fragte Trainer Oscar Tabarez. "Wenn wir die nächsten zwei Partien gewinnen, haben wir gute Chancen, unter die besten Vier zu kommen."

Stürmer Luis Suarez zeigte sich ähnlich optimistisch. "Wir haben (gegen Spanien) einen guten Eindruck hinterlassen und unsere Köpfe nie hängen lassen, auch als das Spiel gegen uns lief. Deswegen sind wir nicht wirklich beunruhigt", erklärte der Liverpool-Legionär.

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