WM-Countdown läuft: Brasilien will jetzt schon glänzen

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"Imagina na Copa!" ist in Brasilien zum geflügelten Wort geworden.

Immer wenn Staus unerträglich werden, sich lange Warteschlangen an Bushaltestellen, Ticket- oder Bankschaltern bilden, der Strom ausfällt oder das Handy-Netz überlastet ist: "Stell' Dir das bei der Weltmeisterschaft vor!"

Der Ausruf ist inzwischen als Lied vertont worden. Fast sechs Jahre nach dem Zuschlag steht ein Jahr vor der WM nun die Generalprobe an.

"Alle werden sich verlieben"

Am 15. Juni startet der Confederations Cup mit acht Teams.

Gespielt wird in sechs Stadien in Brasilia, Rio de Janeiro, Belo Horizonte, Fortaleza, Recife und Salvador.

"Ich bin sicher, dass Brasilien glänzen wird, sowohl auf dem Feld wie außerhalb. Ich bin sicher, dass alle, die kommen, sich verlieben werden und zur WM zurückkommen wollen", sagte Staatspräsidentin Dilma Rousseff voller Zuversicht.

Herausforderung für Fans

Die WM wird in zwölf Städten ausgetragen. Die Herausforderung für Fans und Teams sind die Distanzen.

Zwischen Spielorten wie Porto Alegre im Süden des Landes und Manaus im Amazonas im Norden liegen 4.000 Kilometer und vier Flugstunden.

600.000 ausländische Touristen werden erwartet. Das ist die Nagelprobe für die oft an der Kapazitätsgrenze arbeitenden Flughäfen.

FIFA schaut ganz genau hin

Über den Fortgang der Arbeiten an den Stadien wacht die FIFA mit Argusaugen.

Nicht ohne Grund, denn zum Confed-Cup wurden die meisten der vorgegebenen Fristen nicht eingehalten.

Vor allem das Eröffnungsstadion in Sao Paulo steht im Fadenkreuz der Organisatoren.

Gastgeber Brasilien versichert immer wieder, die Stadien werden rechtzeitig fertig. Die Deadline der FIFA: Dezember 2013.

Immer Ärger mit Maracana

Eine Wackelpartie wie beim legendären Maracana will der Fußball-Weltverband unter allen Umständen vermeiden.

Das Stadion in Rio - Schauplatz der Endspiele beim Confed-Cup und der WM - sollte im Dezember 2012 fertig sein.

Wegen Streiks, zusätzlicher Baumaßnahmen und Planungsfehlern musste die Eröffnung immer wieder verschoben werden.

360 Mio. Euro kostete die Sanierung schließlich. Das neue, 79.000 Zuschauer fassende Maracana lässt sich nun aber sehen.

Warten auf einen "Big Win"

Bleibt die aus Sicht der heimischen Fans entscheidende Frage: Wie präsentiert sich Brasilien auf dem Spielfeld?

Ein Jahr vor dem Heim-Spektakel ist die Skepsis groß. Zuletzt erreichte die "Selecao" unter Trainerfuchs Luiz Felipe Scolari gegen England ein wenig erbauliches 2:2.

Seit dem Amtsantritt Scolaris im November 2012 hat das Team um Superstar Neymar noch keinen Sieg gegen einen großen Gegner erringen können.

Am Sonntag wartete in Porto Alegre der nächste Test gegen Frankreich.

Gegen das Trauma von 1950

Die selbst erklärte Favoritenrolle auf dem Weg zur "Hexa", dem sechsten Titelgewinn, scheint schwer auf den Schultern der Kicker zu lasten.

Nach fast zwei Jahren ausschließlich mit Freundschaftsspielen bietet sich beim Confed-Cup nun die Chance, die Kritiker Lügen zu strafen.

Alles andere als die eigene Rückkehr ins Maracana zum Finale am 30. Juni wäre für ganz Brasilien jedoch eine Enttäuschung.

Ein Jahr darauf soll dort schließlich das größte Trauma der Fußball-Nation aufgearbeitet werden: 1950 ging das entscheidende Spiel der Heim-WM vor 200.000 Fans im Maracana gegen Uruguay mit 1:2 verloren.

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