Brasilien begeistert mit Offensive und "Genie" Neymar

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Brasiliens "Selecao" wird den hohen Erwartungen beim Confederations Cup bisher gerecht.

Mit einem 4:2 gegen Italien durfte sich der WM-Ausrichter 2014 am Samstag über einen Prestigesieg gegen eine europäische Top-Nation freuen.

48.874 Zuschauer in der Arena Fonte Nova von Salvador feierten die erneut großartig aufspielenden Brasilianer nach dem dritten Sieg im dritten Turnierspiel geradezu euphorisch.

Alle Zweifel sind vergessen

Auch in den Katakomben sah man nur stolze brasilianische Gesichter.

Nach dem Viertelfinal-Aus bei den Weltmeisterschaften 2006 und 2010, nach vielen Monaten des Zweifels und einem schwierigen Start unter Trainer Luiz Felipe Scolari hat das ganze Land den Glauben zurückgewonnen, dass Brasilien bei der Heim-WM im nächsten Jahr der große Triumph gelingen kann.

Die Massenproteste im ganzen Land rückten zumindest im Stadion in den Hintergrund.

Neymar spielt groß auf

"Die Variationen im Angriff, die Positionswechsel. Das hat den Gegner ein wenig verrückt gemacht", sagte Neymar nach getaner Arbeit.

Der künftige Barcelona-Star spielte erneut groß auf und düpierte beim Freistoß-Treffer zum 2:1 (55.) sogar Star-Keeper Gianluigi Buffon.

Von Scolari wurde der 21-Jährige, der nun bei drei Toren im laufenden Turnier hält, danach in den höchsten Tönen gelobt.

"Mit jedem Spiel besser"

"Er ist ein Held für jeden Brasilianer und jeden, der Fußball liebt. Spieler, die dieses Genie haben, können den Unterschied ausmachen", sagte Scolari über den Stürmer, den er in Minute 69 wegen akuter Gelb-Gefahr vom Feld holte.

Vorsichtshalber, wie Scolari meinte. Neben Neymar wussten im Angriff des fünffachen Weltmeisters auch der zweifache Torschütze Fred (66., 89.), Muskelmann Hulk sowie Spielgestalter Oscar zu glänzen.

Die vor wenigen Wochen noch gescholtene "Selecao" hält nun bei vier Siegen en suite.

"Wir werden mit jedem Spiel besser", kündigte Chelsea-Profi Oscar an.

Gestärkt aus Niederlage

Italien durfte das Spielfeld "erhobenen Hauptes" (Gazzetta dello Sport) verlassen.

Die ansonsten kritischen Berichterstatter waren nach dem Torfestival fast durchwegs zufrieden.

Auch Cesare Prandelli sah sein bis kurz vor Schluss um den Ausgleich kämpfendes Team trotz der Niederlage gestärkt.

"Wir haben wie eine große Mannschaft reagiert. Ich bin mit dem Charakter, den meine Mannschaft gezeigt hat, sehr zufrieden", sagte Italiens Teamchef.

Er bescheinigte Brasilien höchste Qualität: "Mit Spanien gehören sie zu den stärksten beiden Teams."

Balotelli will "Rache"

Die für italienische Verhältnisse miserable Bilanz von acht Gegentoren in den drei Confed Cup-Spielen muss den Coach dennoch beunruhigen.

Im wahrscheinlichen Halbfinale gegen Spanien, eine Neuauflage des EM-Finales von 2012, muss Italien sicherer stehen, um eine Chance auf das Finale zu haben.

Italiens Stürmerstar Mario Balotelli, der gegen Brasilien grandios per Ferse das 1:1 durch Giaccherini auflegte, sehnte das Duell mit den Spaniern herbei.

"Seit einem Jahr warte ich auf Spanien", schrieb der Milan-Star auf Facebook und kündigte "Rache" für das 0:4 von Kiew an.

Squadra hat Lazarett

Leicht wird dies für die Azzurri nicht, zumal das Lazarett größer wird: Abwehrspieler Iganzio Abate fällt mit einer verrenkten Schulter definitiv aus.

Riccardo Montolivo (Gehirnerschütterung) und der bereits am Samstag fehlende Spielgestalter Andrea Pirlo (Wadenzerrung) sind fraglich.

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