Confed-Cup als Bühne für Neymar

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Brasiliens Hoffnungen für die Fußball-Weltmeisterschaft 2014 sind eng mit dem Namen Neymar verknüpft:

Der 57 Millionen Euro teure Neuzugang des FC Barcelona muss sich zunächst ab Samstag beim Confederations Cup beweisen.

Die Teenager kreischen so laut und schrill wie einst beim Anblick von Ronaldinho. Sobald Neymar auftaucht, steigt der Lärmpegel rapide.

In Brasilien gilt der 21-jährige Stürmer längst als Superstar. Aber nicht nur dort: Elfeinhalb Millionen Facebook-Freunde und sechseinhalb Millionen Follower bei Twitter hat der künftige Profi des FC Barcelona.

Er ist die Werbefigur von Nike - und die große Hoffnung der Selecao für die Heim-WM 2014. Beim Confederations Cup schaut ihm die Fachwelt ganz genau auf die Beine.

In der Tradition Robinhos?

Neymar da Silva Santos Junior kann nun zeigen, ob er das Zeug dazu hat, im nächsten Jahr ganz groß herauszukommen. 2002 feierte Ronaldo den WM-Triumph in Japan und Südkorea und wurde Weltfußballer, 2006 in Deutschland scheiterte Ballzauberer Ronaldinho, 2010 in Südafrika Mittelfeldstratege Kaka als Leader des brasilianischen Teams.

Für Pele ist Neymar sein legitimer Nachfolger, doch Ähnliches hatte der dreifache Weltmeister einst auch über Robinho gesagt, der ebenfalls vom FC Santos kommt.

Beim Auftakt der Mini-WM am Samstag gegen Japan werden Ronaldinho, Kaka und Robinho nicht mehr dabei sein.

Der Druck des Geldes

Nach dem 3:0-Testspielsieg gegen Frankreich am Sonntag musste der Nationaltrainer seinen Angreifer wortreich verteidigen, nachdem dieser bei der Confed-Cup-Generalprobe torlos und blass geblieben war.

"Wenn wir zusammenstehen, haben wir eine gute Chance, diesen Titel zu gewinnen", sagte Neymar. "Wir sind immer noch eine der dominierenden Kräfte im internationalen Fußball."

Auf seinen schmalen Schultern trägt Neymar nicht nur die oft maßlosen Erwartungen der Fußball-Nation Brasilien, sondern neuerdings auch die Last, einer der teuersten Profis der Welt zu sein:

Für 57 Millionen Euro verpflichtete ihn der FC Barcelona und stattete ihn mit einem Fünfjahresvertrag aus. Bei 7,5 Millionen soll sein Gehalt liegen, etwa das Doppelte verdient er nach Medienangaben bereits jedes Jahr durch Werbeverträge.

Superstar als Messi-Adjutant

Entgegen der Branchen-Gepflogenheiten hatte Neymar seinen Wechsel selbst über die sozialen Netzwerke publik gemacht. 60.000 Fans waren vergangene Woche ins Camp-Nou-Stadion geströmt, um dem Wunderkind zuzujubeln.

Neymar war klug beraten, bescheidene Worte zu wählen. "Ich glaube nicht, dass ich die Ablösesumme von 57 Millionen Euro wert bin", sagte er.

Und: "Es geht mir nicht darum, der beste Spieler der Welt zu sein. Der Beste ist Messi. Ich will ihn unterstützen, damit er weiterhin der beste Fußballer der Welt bleibt."

Superstar als Comicfigur

"Neymar ist ein außergewöhnlicher Spieler. Der Confederations Cup ist die ideale Plattform, um aufzublühen", meinte FIFA-Präsident Joseph Blatter. "Er hat alles selbst in der Hand und muss nun der Welt zeigen, was er zu leisten imstande ist."

Der Edeltechniker hat in 256 Pflichtspielen 156 Tore erzielt, war 2011 und 2012 Südamerikas Fußballer des Jahres.

So hervorstechend wie seine Dribblings ist auch seine regelmäßig wechselnde Frisur, meist mit blondierten Spitzen. Kein Wunder, dass es den Jungstar sogar als Comic-Figur "Neymar Jr." gibt.

"Auf dem Platz gebraucht"

Giovane Elber, der frühere Torjäger in der deutschen Bundesliga, weiß um die Gefahren für das hochgelobte Talent.

"Man weiß einfach nicht, wie gut er wirklich ist. Um Neymar wird ungeheurer Wirbel veranstaltet. Er ist überall präsent, im Radio, TV, Internet. Darunter leidet sein Fußball. Brasilien bräuchte ihn dringender auf dem Platz", sagte Elber in einem "kicker"-Interview.

Luis Felipe Scolari glaubt, "dass Neymar schon eingesehen hat, dass er mehr abgeschirmt werden muss".

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