Brasilien brennt auf Revanche gegen Mexiko

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Brasiliens Stars versuchen, im fußballverrückten Gastgeberland des Confederations Cups kühlen Kopf zu bewahren.

Im zweiten Spiel winkt gegen Mexiko der Halbfinal-Einzug bei der WM-Generalprobe. An den Gegner am Mittwoch (21 Uhr) in Fortaleza haben Neymar und Co. allerdings schmerzliche Erinnerungen.

Im zweiten Spiel der Gruppe A könnte Vize-Europameister Italien in Recife gegen Japan (24.00) den Aufstieg sichern.

"Stein im Schuh" Mexiko

Für Brasiliens Teamchef Luiz Felipe Scolari ist Mexiko so etwas "wie ein Stein im Schuh" des Rekordweltmeisters.

"Seit mehr als zehn Jahren machen sie uns das Leben schwer", sagte der Trainer der "Selecao". Von den 14 Duellen seit 1999 gewann "El Tri" acht und spielte dreimal unentschieden.

Vor 14 Jahren besiegte Mexiko den großen Rivalen im Endspiel des Confed-Cups vor über 100.000 Zuschauern im heimischen Aztekenstadion mit 4:3.

Keine Olympia-Revanche

Im vergangenen Sommer setzte sich Mexiko zudem im Olympia-Finale im Wembley-Stadion gegen Brasilien mit 2:1 durch.

Sechs Profis der aktuellen Selecao waren damals dabei, darunter Jungstar Neymar.

Von Olympia-Revanche will der 57 Mio. Euro teure Neuzugang des FC Barcelona aber nicht sprechen. "Das ist ein anderer Wettbewerb, eine andere Mannschaft, ein anderer Augenblick", erklärte Neymar.

Spieler nicht mehr eingesperrt

Scolaris Spieler möchten die Stimmung nicht noch mehr anheizen. Das Fußballfieber im Land des fünffachen Weltmeisters ist nach dem 3:0-Auftaktsieg gegen Japan schon hoch genug.

Am Montag durften die Fans sogar das Training verfolgen. Mehr als 1.000 Anhänger hatten ungeduldig und von einer Einheit der Militärpolizei beobachtet davor ausgeharrt - ehe Scolari die Tore öffnen ließ und die Anhänger jubelnd hineinstürmten.

Die Übungseinheit war ursprünglich als nicht-öffentliches Training angesetzt. Bis dahin waren die Spieler völlig abgeschottet worden, in der Presse hatten sich Anhänger schon beklagt, dass Scolari seine Spieler "wie Tiere" eingesperrt habe.

Körperliche Sorgen bei Japan

In Recife muss Japans italienischer Teamchef Alberto Zaccheroni gegen seine Landsleute unbedingt ein Gegenmittel für Mario Balotelli finden.

Mit Körperkraft werden die durchwegs kleineren Asiaten den Modellathleten jedenfalls kaum stoppen können. Die Oben-ohne-Bilder vom jubelnden Balotelli nach seinem 2:1-Siegtor gegen Mexiko haben auch in Japan Eindruck gemacht.

Zaccheroni hat das Problem, dass ihm keine Abwehrspieler mit dem Gardemaß und Kampfgewicht eines Balotelli zur Verfügung stehen. Innenverteidiger Maya Yoshida ist der einzige Defensivakteur im Kader, der mit 1,89 Metern wenigstens das Längenmaß des Angreifers vom AC Milan aufweisen kann.

Kein Striptease von Balotelli

Der 1,70 Meter kleine linke Außenverteidiger Yuto Nagatomo, der für Inter Mailand spielt und alle Italiener bestens kennt, weiß, worauf es im Stadion Pernambuco ankommen wird.

Man dürfe sich nicht wieder so anstellen wie beim ernüchternden 0:3 gegen Brasilien, als man defensiv "wie Juniorenspieler gegen Profis" auftrat.

Der gefürchtete Balotelli verzichtete immerhin auf weitere Einschüchterung des nächsten Gegners. Als die Azzurri am Montag in Rio den Strand aufsuchten, war der Angreifer nicht zu erspähen.

Balotelli folgte der Weisung seines Trainers Cesare Prandelli, nicht mehr ständig vor den Augen der Welt seine Muskeln herzuzeigen.

Japan droht frühes Aus

Torhüter Gianluigi Buffon gab dagegen selbstbewusst die weitere Marschrichtung vor: "Wir sind im Aufwind. Unter die besten Vier zu kommen, ist unser Ziel, aber für mich kein Erfolg. Ein Sieg ist ein Erfolg."

Vom Turniersieg können die Japaner wohl nur träumen. Als erstes Team konnte sich der Asien-Champion für die WM 2014 qualifizieren. Nun droht der Testlauf in Brasilien sehr kurz auszufallen.

Eine Niederlage könnte schon am zweiten Spieltag das Aus bedeuten. "Ich bin überzeugt, wir können besser spielen", sagte Zaccheroni in der Hoffnung auf eine Leistungssteigerung.

"So wie ich Zaccheroni kenne, bastelt er schon an ein paar Fallen für uns", orakelte Prandelli, der allerdings nicht nur auf einen Star setzen muss. Gegen Mexiko etwa spielte Spielmacher Andrea Pirlo groß auf.

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