Reisestrapazen für das große Ziel Gruppenphase

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Österreichs Meister SK Sturm Graz hat auf dem Weg in eine Europacup-Gruppenphase nur mehr eine Hürde vor sich.

Im Hinspiel der dritten Qualifikations-Runde zur Champions League sind die Schützlinge von Coach Franco Foda am Dienstagabend (18.00 Uhr) in Tiflis gegen Georgiens Meister FC Zestafoni gefordert.

Während die Seirer mit zwei Remis schwach in die neue Bundesligasaison gestartet sind, stehen die Georgier noch nicht im Meisterschaftsbetrieb, der erst am 6./7. August startet.

Unerwartete Verspätung bei der Anreise

Die Grazer flogen am Montagvormittag nach einer mehr als einstündigen Verspätung nach Georgien - mit personellen Sorgen im Gepäck.

Die angeschlagenen Standfest und Hölzl blieben in Graz, zudem ist der Einsatz von Szabics fraglich, der am Sonntag nur leicht trainierte.

Die Ausfälle von Bukva, der in zwei Wochen wieder ins Training einsteigen möchte, Klem (U-20-WM) und dem gesperrten Pürcher waren schon zuvor festgestanden.

Wohl noch nichts für die Neuen

Die am Donnerstag verpflichteten Dudic und Bodul kommen für einen Platz in der Anfangsformation wohl noch nicht infrage.

"Beide werden mitfliegen, wobei, wenn überhaupt, Bodul ein Thema ist, weil er schon einige Zeit mit der Mannschaft trainiert hat", sagte Foda.

Während der Ex-Salzburger Dudic am Freitag erstmals im Kreis des Meisters war, hatte der 22-jährige Bodul schon während der Vorbereitung einige Zeit als Testspieler bei den Grazern verbracht und dabei durchaus überzeugt.

Sturm ist Favorit

Von der Papierform her gehen die Grazer als Favorit in die Partie, nach den bisher großteils durchwachsenen Vorstellungen in der laufenden Saison wollte Foda davon aber nichts wissen.

"Wir sind nicht Favorit, wenn man in Europa spielt, gibt es kein leichtes Los mehr", betonte der Sturm-Trainer.

"Das Wichtigste in Tiflis ist, ein Ergebnis zu erzielen, mit dem wir im Rückspiel den Aufstieg fixieren können", fügte Foda hinzu. Der Einzug in eine Gruppenphase wäre wieder etwas ganz Besonderes für Sturm.

Ein optimaler Spion

Informationen über den Gegner bekamen die Grazer nicht nur von Günther Neukirchner, der Zestafoni beobachtete, sondern auch von Außenverteidiger George Popkhadze.

Der 24-jährige Georgier spielte in der vergangenen Meistersaison sechs Monate für den von Coach George Geguchadse betreuten Club, der 2004 vom Millionär Ilia Kokaia neu gegründet wurde und in dessen Kader ausschließlich Georgier stehen.

"Videoton hatte physisch stärkere, größere Spieler. Die Kicker von Sestaponi sind dafür technisch versierter und gefährlicher in der Offensive", sagte Popchadse.

Heimvorteil Zestafonis fällt weg

Sturm sei stärker einzuschätzen als Georgiens Titelträger. "Wir sollten sowohl technisch als auch taktisch überlegen sein", schätzte der Abwehrspieler die Ausgangslage positiv ein.

Ein weiterer Vorteil der Grazer ist, dass Zestafoni ins Nationalstadion nach Tiflis ausweichen muss.

"Obwohl geschätzte 10.000 Fans Zestafoni begleiten und die 200 Kilometer in die Hauptstadt reisen werden, fällt ihr Heimvorteil, den sie in ihrem eigenen, kleinen Stadion besser ausspielen hätten können, wohl weg", meinte der zwölffache georgische Teamspieler.

Haas erklärt das Erfolgsrezept

Für die nötigen Tore könnte auch Mario Haas sorgen, der zuletzt am Samstag beim 2:2 gegen Mattersburg durchgespielt hatte. "Wir dürfen uns nicht verstecken, müssen dort ein Tor machen. Und wir dürfen den Gegner nicht ins Spiel kommen lassen, müssen hinten dicht machen und aggressiv agieren", kannte der 36-jährige Stürmer das Erfolgsrezept.

Wichtig ist am Dienstag auch, dass die Steirer trotz der großen Hitze (mehr als 35 Grad) in Tiflis diszipliniert auftreten und unnötige Fouls vermeiden.

Mit Goalie Gratzei, Standfest, Feldhofer, Wolf, Hölzl und Muratovic sind gleich sechs Spieler vorbelastet und wären bei einer weiteren Gelben Karte am 3. August (20.30 Uhr) im Rückspiel in der UPC-Arena gesperrt.

Partie hin- und herverschoben

Der Aufsteiger dieses Duells steht fix in der Gruppenphase der Europa League, sollte er in der folgenden Play-off-Runde der Champions League den Einzug in die Gruppenphase der "Königsliga" verpassen. "Wir wissen alle, um wie viel es geht. Aber auch Tiflis wird sich anstrengen, ich sehe eine 50:50-Chance", meinte Präsident Gerald Stockenhuber.

An den bisher einzigen Europacup-Auftritt in Tiflis erinnern sich die Grazer gerne zurück, in der vergangenen Saison hatten sie dort nach einem 2:0-Heimsieg mit einem 1:1 in der dritten Qualifikations-Runde zur Europa League gegen Dinamo Tiflis den Aufstieg fixiert.

Die Partie, die wegen der Hitze auf 19.00 Uhr MESZ verschoben worden war, findet nun wegen der ORF-Liveübertragung doch wieder wie ursprünglich geplant um 18.00 Uhr statt.

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