Wie in guten alten Zeiten: Juve gegen Dortmund

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Manchester City will im internationalen Rampenlicht endlich den großen Wurf landen.

In der Champions League blieb der millionenschwere Scheich-Klub bisher einiges schuldig.

Zweimal scheiterte Englands regierender Meister bereits in der Gruppenphase, zuletzt kam das Aus im Achtelfinale. Auch heuer stellt sich dort der FC Barcelona in den Weg. Das Hinspiel steigt am Dienstagabend in Manchester.

Klassiker der 90er-Jahre

Zu einem Klassiker der 90er-Jahre kommt es im Parallelspiel in Turin (20.45 Uhr). Juventus gewann gegen Borussia Dortmund 1992 den UEFA-Cup, 1997 setzten sich die Deutschen im Endspiel der Champions League mit 3:1 durch.

Seit damals sind die beiden Vereine im Europacup nicht mehr aufeinandergetroffen. Dortmund will den Aufwärtstrend gegen Italiens national kaum geforderten Rekordmeister auf alle Fälle fortsetzen.

Pellegrini ist bereit für Barca

Manchester City schaffte auch diese Saison den Sprung in die K.o.-Phase erst am letzten Drücker. Mit Barcelona haben die Engländer noch eine Rechnung offen, im Vorjahr kam mit einem Gesamtscore von 1:4 im Achtelfinale das Aus. Die Katalanen streben auch heuer den Einzug ins Viertelfinale an, es wäre das achte in Folge. Die "Citizens" um den ehemaligen Real-Trainer Manuel Pellegrini fühlen sich für die Herausforderung aber bereit.

"Man kann sie bewundern und respektieren, solange man ihnen nicht den Platz gibt, um das zu tun, was sie am besten können", betonte City-Routinier Frank Lampard. Der langjährige Chelsea-Star lieferte sich im Trikot der "Blues" legendäre Defensivschlachten gegen Barcelona. City scheint anders als Lampards Ex-Verein aber alles andere als dafür gemacht, die Trümpfe des Klubs liegen wie beim Gegner in der Offensive.

Toure fehlt Rot-gesperrt

Setzen die Himmelblauen auf Sergio Aguero, David Silva und Samir Nasri, flößt die katalanische Sturmreihe mit Lionel Messi, Neymar und Luis Suarez Respekt ein. Das Trio blieb beim 0:1 gegen einen extrem defensiv agierenden FC Malaga am Wochenende zwar wirkungslos, davon sollte sich Pellegrini aber nicht täuschen lassen. Gerade da City für seine Offensivstärke bekannt ist, hofft Barcelona auf Räume. "Das könnte uns helfen", meinte Verteidiger Gerard Pique. Trainer Luis Enrique sprach jedenfalls von einer "spektakulären Herausforderung".

City muss im Hinspiel gegen vierfachen europäischen Champion einen Schlüsselspieler vorgeben. Mittelfeldstratege Yaya Toure, von 2007 bis 2010 bei Barcelona tätig, sitzt noch ein Spiel seiner Rot-Sperre ab. Afrikas Fußballer des Jahres fehlte aber schon im Finish der Gruppenphase, wo es Siege gegen Bayern München und AS Roma gab. Die Generalprobe für Dienstag glückte City: Am Wochenende wurde Newcastle mit 5:0 abgefertigt.

Dortmund will nicht Favorit sein

Dortmund könnte zum dritten Mal in Serie in den erlauchten Kreis der besten acht europäischen Clubs einziehen. Vor dem Duell beim italienischen Meister spricht vor allem die Auswärtsstärke für Borussia. Immerhin gewann der BVB in der europäischen Königsklasse fünf der letzten sieben Auswärtsspiele. Die Chancen der Dortmunder scheinen nach der geglückten Trendwende insgesamt verbessert.

Langsam, aber sicher scheinen Marco Reus und Co. zu alten Stärken zurückzufinden. Juventus ist dennoch ein anderes Kaliber als das zuletzt 3:2 niedergerungene Bundesliga-Schlusslicht Stuttgart. "Das ist ein völlig anderer Wettbewerb", konstatierte Klopp. "Juventus ist zigfacher Meister." Und um jegliche Euphorie einzubremsen, stellte er klar: "Wir reisen da nicht als Favorit an. Aber wir wollen ein gutes Ergebnis erreichen."

Allegri spricht von "Eurojuve"

Bei Juventus ist der Glanz vergangener Tage verblasst. Im vergangenen Jahr scheiterte die "Alte Dame" in der Champions-League-Gruppenphase, im Jahr davor war im Viertelfinale gegen Bayern München Endstation. Ein frühes Aus will der einzige verbliebene italienischer Vertreter in der Königsklasse in diesem Jahr unbedingt verhindern. "Wir sind bereit, wir werden ein Eurojuve sehen", versprach Trainer Massimiliano Allegri.

Unterschätzen wollen die Turiner die Borussia auf keinen Fall. "Wir werden nicht in die Falle gehen, Dortmunds Ligaplatzierung mit ihrer richtigen Qualität zu verwechseln", meinte Spielmacher Andrea Pirlo. Trotzdem will der zweifache Bewerbs-Sieger (1985, 1996) beweisen, international mithalten zu können. Zu Hause ist Juventus eine Macht, seit dem 0:2 gegen die Bayern vor zwei Jahren ging kein Heimspiel verloren. In der Serie A hat Juve in 24 Partien erst 13 Gegentore kassiert und dabei 17 Siege geholt.

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