Barca am Scheideweg - Revanche oder Ende einer Ära?

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Vor dem Rückspiel des Champions-League-Achtelfinales gegen den AC Milan am Dienstag (ab 20:30 Uhr LIVE im Ticker) steht der FC Barcelona nach dem 0:2 vor drei Wochen nicht nur mit dem Rücken zur Wand.

Es ist ein Scheideweg, an dem sich die Katalanen befinden, die beweisen müssen, dass der helle Glanz der vergangen Jahre nicht nur noch als mattes Echo von den Tribünen des Nou Camp hallt.

"Wir hoffen, 3:0 zu gewinnen", meinte Barca-Innenverteidiger Gerard Pique.

Abgesang der Guardiola-Ära

Zwar steuert man in der Liga unaufhaltsam dem 22. Meistertitel entgegen, doch Niederlagen gegen Milan und Real Madrid aber auch ein kleines Team wie San Sebastian haben 2013 die Spekulationen um das endgültige Ende der Ära Guardiola befeuert.

Der einstige Erfolgstrainer, der nach seinem Abgang im Sommer durch seinen einstigen Assistenten Tito Vilanova ersetzt wurde, gilt als Architekt jenes Gefüges um Lionel Messi, Xavi Hernandez und Andres Iniesta, das mit Zauberfußball 2009 und 2011 zum CL-Triumph eilte und mit Lobeshymnen überhäuft wurde.

Chelsea-Erinnerung als Hoffnungsschimmer

Doch nun droht die Vertreibung aus dem Olymp. Die einst als Götter Gefeierten müssen sich mit höchst profanen Charakterisierungen wie "statisch, ideenlos, orientierungslos, oder uninspiriert" herumschlagen und stehen in der CL vor dem ersten Achtelfinal-Aus seit 2007.

Einen Zwei-Tore-Rückstand machte Barca in der Königsklasse aber schon einmal wett:

2000 wendeten die Blaugrana nach einem 1:3 gegen Chelsea mit einem 5:1 im Rückspiel noch das Blatt zu ihren Gunsten.

"Wie eine Firma ohne Chef"

Just in dieser heiklen Phase fehlt Vilanova, der sich in New York weiterhin einer Krebstherapie unterzieht und von Co-Trainer Jordi Roura vertreten wird: Die oft geäußerten Vermutungen vom Team, das sich selbst coacht, scheinen ad absurdum geführt.

Für Innenverteidiger Pique steht denn auch die Gesundung Vilanovas im Vordergrund:

"Wir sind in einer schwierigen Situation ohne Trainer, das ist wie eine Firma ohne Chef. Das wichtigste ist seine Gesundheit. Wir möchten ihm keinen Druck machen und warten, bis er sich erholt hat."

Milan als Favorit

Der Favorit am Mittwoch heißt jedenfalls Milan - das ist auch Pique klar. "Milan ist eine sehr gute Mannschaft mit großer Geschichte. Wir wissen, dass es eine schwierige Aufgabe wird", erklärte der 26-Jährige.

"Wir gehen mit zwei Toren Rückstand ins Spiel, aber wir müssen wieder zurückkommen. Wir werden bis zum Schluss alles geben, wie es unser Stil ist. Wir hoffen, zu Hause 3:0 zu gewinnen.“

Immerhin holte man sich am Wochenende mit dem 2:0 gegen Deportivo La Coruna neues Selbstvertrauen, auch weil man erstmals nach 13 Partien kein Gegentor kassierte. "Wir werden alles Menschenmögliche tun, um die Aufholjagd zu schaffen", versicherte Roura.

Sturm-Duo muss passen

Milan, das in der Serie A dank eines Erfolgslaufs bereits bis auf Rang drei vorgestoßen ist, gilt als leichter Favorit - den Ausfällen im Sturm zum Trotz.

Der siebenfache Gewinner der CL bzw. des Europacups der Landesmeister muss auf Mario Balotelli (spielte in dieser Saison bereits für Manchester City) wie auch den verletzten Giampaolo Pazzini verzichten.

Für ihn steht M'Baye Niang bereit, um neben Kevin-Prince Boateng und Milans Top-Stürmer Stephan El Shaarawy im Angriff zu agieren.

Schalke empfängt Galatasaray zum Rückspiel

Nächster Kracher für Schalke

Indes steht für Schalke 04 nur vier Tage nach dem umjubelten Derby-Sieg gegen Dortmund gegen Galatasaray Istanbul der nächste Showdown an.

"Ich bin überzeugt, dass wir den nächsten großen Schritt machen können", sagte Sportvorstand Horst Heldt voller Hoffnung auf den dritten Einzug der Schalker in die Runde der letzten acht Teams binnen sechs Jahren.

Nach dem 1:1 im Auswärtshinspiel stehen die Chancen nicht schlecht, ÖFB-Teamverteidiger Christian Fuchs wird wohl zugunsten des jungen Sead Kolasinac nur auf der Bank Platz nehmen.

"Positive Phase" für Schalke

Im Vergleich zur demütigenden 0:4-Schlappe am 9. Februar beim FC Bayern ist die Mannschaft von Trainer Jens Keller nicht wiederzuerkennen, feierte zuletzt drei Siege en suite und beendete eine wochenlange Talfahrt.

Selbst die Ausfälle von Jermaine Jones (gesperrt) und Klaas-Jan Huntelaar (verletzt) können die Zuversicht der Schalker nur bedingt trüben.

"Es tut weh, auf zwei Klassespieler verzichten zu müssen", bekannte Kapitän Benedikt Höwedes, "aber in einer solch positiven Phase können wir die beiden gut ersetzen."

Heimvorteil für Türken?

Die Schalker tun allerdings gut daran, sich ihrer Sache nicht zu sicher zu sein. Immerhin hat der Gegner im Europacup auswärts mehr Spiele gegen deutsche Teams gewonnen als vor eigener Kulisse.

Verwunderlich ist das nicht: Häufig trieben tausende von in Deutschland lebenden türkischen Fans ihren Lieblingsclub aus Istanbul in Bundesliga-Stadien zum Erfolg.

Doch aufgrund der Karten-Kontingente dürften die Schalker-Anhänger deutlich in der Mehrheit sein. Erwartet werden 5.000 bis 10.000 Galatasaray-Fans.

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