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Barcelona-Keeper Valdes jagt Klub-Rekord

Das "Armenhaus" Viktoria Plzen stemmt sich am Dienstagabend in der Champions League dem großen FC Barcelona entgegen.

Für den Titelverteidiger aus Spanien geht es in Tschechien um den vorzeitigen Sprung in die K.o.-Phase, für den Neuling in der Fußball-Königsklasse ist es der bisher wohl größte heimische Auftritt auf europäischer Ebene.

Rein finanziell gesehen prallen jedenfalls zwei Welten aufeinander.

4 Millionen gegen 460 Millionen Euro

Magere vier Millionen Euro beträgt das Budget von Viktoria. Ein Betrag, der im Vergleich mit Barcelona geradezu lächerlich wirkt.

Mehr als 460 Millionen Euro verschlingt das Budget der Katalanen, die Personalgehälter von Lionel Messi, Xavi, Andres Iniesta und Co machen dabei einen Großteil aus.

So musste "Barca" allein an Siegesprämien für den Triumph in der Champions League 27 Millionen Euro an die Profis ausschütten.

17:0-Torschüsse im Hinspiel

Nicht nur diese Zahlen sprechen vor dem vom Vorarlberger Referee Robert Schörgenhofer geleiteten Duell im Stadion Eden von Prag - das Kleinstadion von Plzen ist für die Champions League untauglich - für den haushohen Favoriten.

Beim 2:0-Erfolg im Camp Nou vor zwei Wochen deckte Barca den tschechischen Meister mit 17 Torschüssen ein, die in der europäischen Eliteliga zu Hause noch ungeschlagenen Pilsener verbuchten keinen einzigen.

   Reisen die Katalanen am Dienstag siegreich aus Böhmen ab, und leistet sich auch der AC Milan im Parallelspiel der Gruppe H keinen Ausrutscher bei Sturm-Bezwinger BATE Borisow, sind die beiden Gruppenfavoriten vorzeitig durch. Viktoria will dies aber mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln verhindern.

"Wir werden auf alle Fälle aktiver als in Barcelona spielen und mehr Gefahr für ihren Torhüter ausstrahlen", kündigte Trainer Pavel Vrba an.

Ob sich Victor Valdes davon beeindruckt zeigen wird, ist fraglich. Barcelonas Keeper ist bereits 787 Minuten ohne Gegentreffer und jagt den von Miguel Reina gehaltenen Klub-Rekord. Der Vater von Liverpool-Goalie Pepe Reina musste in der Saison 1972/73 824 Minuten nicht hinter sich greifen.

Messi kann über "Krise" nur den Kopf schütteln

In Torlaune zeigten sich am Wochenende beide Teams. Plzen feierte gegen Hradec Kralove in der tschechischen Liga ebenfalls einen 5:0-Erfolg wie Barcelona in der spanischen gegen Real Mallorca.

Furchteinflößend für die Tschechen dürfte die Vorstellung von Messi gewirkt haben: Der Weltfußballer steuerte einen Hattrick bei und ließ Kritiker verstummen.

Diese hatten dem Argentinier eine Torflaute nachgesagt. "Es ist verrückt, dass manche meinen, ich hätte eine Krise", meinte Messi nach seiner Torgala.

Arsenal kann Aufstieg fixieren

Neben Barcelona und Milan stehen mit Chelsea und Bayer Leverkusen (beide Gruppe E) zwei weitere Gruppenfavoriten vor dem Aufstieg. Arsenal könnte diesen im Schlager der Gruppe F gegen Olympique Marseille ebenfalls fixieren.

Die einzige wirklich Überraschung im bisherigen Verlauf der Champions League ist APOEL Nikosia. Die Zyprer liegen in Gruppe G nach drei Spielen voran. Zuletzt trotzte Nikosia dem FC Porto in Portugal ein 1:1 ab.

 Diesen Punkteverlust will der aktuelle Sieger der Europa League im Rückspiel ausmerzen. In der Liga nach neun Spielen ungeschlagen an der Tabellenspitze, liegt Porto in der Champions League derzeit nur auf Rang drei. "Siege bringen Selbstvertrauen und Selbstvertrauen bringt Qualität.

APOEL droht rascher Absturz

Diese werden wir auf Zypern anstreben", meinte Coach Vitor Pereira. Der ehemalige Assistenz-Trainer hat im Sommer das schwere Erbe des zu Chelsea abgewanderten Andre Villas-Boas angetreten.

APOEL droht im Fall einer Niederlage jedenfalls der rasche Absturz. In einer umkämpften Gruppe plant nicht nur Porto, sondern auch Zenit St. Petersburg den Sprung an die Spitze.

Die Russen empfangen zu Hause die ebenfalls noch im Rennen befindliche Elf von Schachtar Donezk.

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