Napoli gegen die "Herren des Fußballs"

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Mit südamerikanischer Fußball-Power will der SSC Napoli das Bollwerk Bayern München knacken.

Zwei Siege in zwei Antritten in der Champions League, dazu ein Torhüter Manuel Neuer, der seit 1.108 Pflichtspielminuten ohne Gegentor ist: Nicht viel spricht vor dem Aufeinandertreffen der beiden Traditionsclubs in der Königsklasse am Dienstagabend (20.45 Uhr) für die Süditaliener.

Die Verantwortlichen von Napoli erklärten den Gegner gar zur Übermannschaft.

"Sie sind derzeit die Herren des Fußballs", meinte Club-Präsident Aurelio De Laurentiis über die Bayern. Zuvor hatte Trainer Walter Mazzarri den deutschen Rekordmeister als "galaktisches" Team bezeichnet.

Offensichtlich versuchen die Süditaliener, vor dem Spiel den Druck von ihrem Team zu nehmen. Am Wochenende hatte Napoli die Generalprobe mit einem 1:2 gegen Parma nämlich gründlich verpatzt.

Bayern will Napoli "unter keinen Umständen unterschätzen"

Die Rückkehr des heimischen San Paolo auf die höchste europäische Bühne hatte Napoli mit einem 2:0 gegen Villarreal zelebriert und sich in Gruppe A auf Platz zwei hinter den Deutschen gesetzt.

Der uruguayische Torjäger Edinson Cavani und sein argentinischer Nebenmann Ezequiel Lavezzi sollen nun auch gegen die Bayern ihren Torhunger stillen.

Die nach der jüngsten Erfolgsserie mit 12 Siegen in 14 Pflichtspielen in dieser Saison selbstbewussten Münchner reisten jedenfalls vom Chef persönlich gewarnt Richtung Süden.

"Wir dürfen Neapel unter keinen Umständen unterschätzen und wollen Tabellenführer bleiben, das heißt auf keinen Fall verlieren", sagte Bayern-Chef Karl-Heinz Rummenigge vor dem Abflug.

Er erwartete für die schier unüberwindliche Münchner Defensive um Neuer "ein hartes Stück Arbeit".

Italien für Bayern kein gutes Pflaster

Italien ist für Bayern in der Champions League kein gutes Pflaster. Von bisher elf Partien gegen italienische Clubs verloren sie sechs.

Vor 22 Jahren gastierten die Bayern schon einmal in Neapel. Im Halbfinale des UEFA-Cups verloren sie im April 1989 mit Trainer Jupp Heynckes das Hinspiel mit 0:2 und verpassten nach einem 2:2 im Rückspiel den Einzug in die Finalserie.

Aktuell scheint die Mannschaft von Heynckes, der bis auf Arjen Robben seine Bestformation aufbieten kann, jedoch unbezwingbar.

Mit dabei war bei den Bayern natürlich auch David Alaba.

Man City will in der Champions League mehr

Im Parallelspiel der Gruppe A will Manchester City den Höhenflug in der englischen Premier League endlich auch auf europäischer Bühne nutzen. Nur ein Zähler aus zwei Partien ist die bisher magere Ausbeute der zum ersten Mal in der Champions League antretenden "Citizens".

"Wir haben noch vier Spiele übrig. Wenn wir aufsteigen wollen, müssen wir Villarreal schlagen", stellte Trainer Roberto Mancini vor dem Heimspiel gegen die Spanier fest.

Villarreal reiste mit zwei Niederlagen im Gepäck auf die britische Insel, auch für die Spanier steht einiges auf dem Spiel. "Für uns sind die beiden Partien gegen Manchester wie eine K.o.-Runde", meinte Trainer Juan Carlos Garrido, der auf fünf Stammspieler verzichten muss.

Der brasilianische Stürmer Nilmar ist ebenso verletzt wie Routinier Marcos Senna. In acht Aufeinandertreffen mit englischen Teams in der Champions League hat Villarreal außerdem keines gewonnen und davon siebenmal kein Tor erzielt.

Inters 100. CL-Auftritt soll Wende einleiten

Den Tiefflug der vergangenen Wochen stoppen will beim Jubiläum Inter Mailand. Der 100. Auftritt in der Königsklasse soll für den Sieger von 2010 die Trendwende einleiten.

Während Inter nach einem völlig missglückten Saisonstart in der Serie A nur auf dem 17. Rang liegt, würden die Mailänder das Tor zum Aufstieg mit einem Erfolg in Lille weiter aufstoßen.

Frankreichs in Gruppe B aktuell drittplatzierter Champion könnte mit einem Erfolg jedoch sogar die Spitze übernehmen, falls Trabzonspor bei ZSKA Moskau als Verlierer vom Platz geht.

Ferguson musste Otelul Galati erst "entdecken"

Auch Manchester United zeigte in der Champions League bis dato ungeahnte Schwächen. Zwei Spiele auf einen Sieg warten musste Englands Rekordmeister zum Start der Gruppenphase zuletzt 1998.

In den Spielen gegen Underdog Otelul Galati sollen nun sechs Zähler her - obwohl Sir Alex Ferguson die Rumänen erst "entdecken" musste. "Ich hatte keine Ahnung, wo sie überhaupt herkommen. Aber nun weiß ich genug über sie", sagte der Schotte vor der Partie im Nationalstadion von Bukarest.

Mit im Flieger saß bei United der seit August angeschlagene Verteidiger Nemanja Vidic. Zu Haus blieb hingegen dessen Nebenmann Rio Ferdinand, der geschont wird. Mit einem Auge blickt Ferguson nämlich bereits auf das Manchester-Derby gegen City am Sonntag.

Im zweiten Spiel der Gruppe C kämpft Aleksandar Dragovic mit dem FC Basel im Heimspiel gegen Benfica Lissabon (live SF2) um die Spitze. Beide Teams halten nach zwei Spielen bei vier Zählern.

Higuains Form verbannt Benzema auf die Bank

Real Madrid kann sorgenfrei ins Heimspiel gegen Olympique Lyon gehen. Die Königlichen halten in Gruppe D nach zwei Spieltagen beim Punktemaximum von sechs Zählern und könnten den ersten Verfolger aus Frankreich noch weiter auf Distanz halten.

Kopfzerbrechen bereitet Star-Coach Jose Mourinho derzeit lediglich die Form seiner Stürmer.

Der Argentinier Gonzalo Higuain trifft derzeit nach Belieben, für Ex-Lyon-Star Karim Benzema bleibt im Duell mit seinem ehemaligen Club somit nur die Ersatzbank.

Bereits im Frühjahr war Benzema im Achtelfinale als "Joker" Lyons Sargnagel gewesen. Mit zwei Toren war der Franzose maßgeblich am Aufstieg Reals ins Viertelfinale beteiligt.

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