Barca ohne Messi, Zagreb ohne Angst

Aufmacherbild
 

Ohne den verletzten Weltstar Lionel Messi empfängt Titelverteidiger FC Barcelona am Dienstag (20:45 Uhr) am zweiten Spieltag der Champions League Bayer Leverkusen.

Nicht zuletzt deshalb rechnet sich Ex-Salzburg-Coach Roger Schmidt im Duell zweier Auftaktgewinner etwas aus.

"Man hat immer eine Chance", sagte Schmidt. Ebenfalls am Dienstag gastiert Dinamo Zagreb bei Bayern München, Chelsea in Porto.

Der "beste Spieler der Welt" fehlt

"Ich finde es schade, dass er nicht spielt", sagte Schmidt über Messi, der beim 2:1 in der Primera Division gegen UD Las Palmas einen Innenbandriss im Knie erlitt.

"Wenn der beste Spieler der Welt nicht auf dem Platz steht, scheint es ein Vorteil zu sein." Mittelfeldmann Christoph Kramer formulierte es ähnlich vorsichtig:"Er ist der beste Spieler der Welt. Aber wenn in der Mannschaft elf der 50 weltbesten Spieler stehen, weiß man nicht, ob das so ins Gewicht fällt."

Wackelt Barca?

In Spanien jedenfalls sorgt man sich nach dem 1:1 bei AS Rom im ersten CL-Auftritt. Mit Messi gewinnen die Katalanen nämlich 70 Prozent aller Spiele. Ohne den Superstar aus Argentinien kommt man nur auf 62,6 Prozent. Die Torquote fällt ohne Messi von 2,5 auf 2,1 pro Spiel, wie Medien errechneten. "Barcelona gerät ins Zittern", schrieb deshalb am Montag die Zeitung "El Pais". Messi war es auch, der beim 7:1-CL-Kantersieg über Leverkusen am 7. März 2012 fünf Treffer erzielte.

Trainer Luis Enrique, als Motivationskünstler bekannt, sagte, man werde Messi in den nächsten zwei Monaten zwar vermissen. "Unser Spielstil bleibt aber unverändert", beteuerte er - und hofft wohl auch, dass der Brasilianer Neymar die bequeme Rolle des "Gehilfen" von Messi ablegt und endlich mehr Verantwortung übernimmt.

Dass Barca nicht unschlagbar ist, zeigte sich am vorletzten Liga-Spieltag bei Celta di Vigo, wo das Starensemble mit 1:4 verlor. Auch die wackelige Defensive darf Bayer Hoffnung machen: Barca hat in drei der bisher neun Spiele dieser Saison jeweils vier Gegentore kassiert und nur zweimal zu Null gespielt - insgesamt gab es 17 Gegentore.

Die Chance ist da

"Man hat immer eine Chance. Man weiß aber auch, dass Barcelona zu Hause - und auch noch in der Champions League - in einem anderen Modus sein wird", sagte Schmidt, dessen Team zum Auftakt ein 4:1 gegen BATE Borisow gefeiert hatte.

In Camp Nou möchte er mit dem temporeichen Offensivspiel dagegenhalten. "Wir wollen versuchen, auch gegen eine Mannschaft wie Barcelona unsere Stärken einzubringen, und das machen, was wir regelmäßig in der Bundesliga und auch zuletzt international gemacht haben."

Keine Angst vor Bayern München

In Gruppe F empfängt im Duell zweier Auftaktsieger Bayern München mit David Alaba Dinamo Zagreb.

Die Kroaten, die im ersten Spiel Arsenal 2:1 besiegten, sind seit dem 27. November 2014 (1:2 gegen Astra Giurgiu) in 45 Pflichtspielen ungeschlagen und wollen auch am Dienstag "versuchen, ein Wunder zu schaffen", wie Trainer Zoran Mamic am Montag sagte. "Meine Spieler haben keine Angst."

Mourinho-Rückkehr

In Gruppe G kehrt Trainer Jose Mourinho mit Chelsea an die Stätte seines ersten großen Triumphs zurück, gewann er 2004 mit Porto doch die Champions League. Nach dem 4:0-Auftakterfolg gegen Maccabi Tel Aviv ist es für die "Blues" eine gute Gelegenheit, die Premier-League-Wolken zu vertreiben. Dort gab es am Wochenende nur ein 2:2 gegen Newcastle United.

Immerhin kann der Portugiese in Porto auf den spanischen Teamstürmer Diego Costa setzen, der in der Premier League zuletzt gesperrt war.

Auch Porto gab am Wochenende Punkte ab, wurde von Moreirense beim 2:2 in Schach gehalten. Porto-Goalie Iker Casillas steht indes vor seinem 152. Einsatz in der Königsklasse und könnte damit zum alleinigen Rekordhalter avancieren. Noch teilt er sich die Bestmarke mit seinem spanischen Landsmann Xavi.

Dragovic erwartet Hexenkessel

Ebenfalls in Gruppe G im Einsatz ist ÖFB-Teamverteidiger Aleksandar Dragovic mit Dynamo Kiew.

Der ukrainische Tabellenführer, der zum Auftakt ein Heim-2:2 gegen Porto holte, trifft am Dienstag auswärts auf Tel Aviv. "Ich denke, dass uns dort ein Hexenkessel erwartet", sagte Dragovic, der im Hinblick auf die Ambitionen Kiews vollste Konzentration forderte.

"Das Ziel wurde vorgegeben: Wir wollen in einem europäischen Bewerb überwintern. Es wäre nach dem 2:2 gegen Porto nicht schlecht, wenn wir aus Tel Aviv die nächsten Punkte entführen könnten", betonte der 24-Jährige.

Zum Seitenanfang»
Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen