Historische Nacht im Bernabeu - BVB vor Finaleinzug

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Borussia Dortmund geht mit einem komfortablen Polster ins Semifinal-Rückspiel der Champions League gegen Real Madrid.

Der BVB hat vor dem Auftritt am Dienstag im Estadio Bernabeu einen 4:1-Vorsprung zu verteidigen.

Sollte dies gelingen und die Truppe von Jürgen Klopp ins Finale am 25. Mai im Londoner Wembley-Stadion einziehen, wäre dies der größte internationale Erfolg der Dortmunder seit dem Triumph in der Königsklasse 1997.

Optimismus und Nervosität

Klopp zeigte sich vor dem Duell mit Cristiano Ronaldo und Co. optimistisch. "Die Ausgangslage ist besser, als wir uns erträumt haben. Wir liegen 2,8 Tore vorn."

Dortmunds Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke war unterdessen die Anspannung anzumerken. "Jetzt wollen wir auch nach London. Deshalb bin ich ein bisschen nervös."

Trotz des von Real-Coach Jose Mourinho angedrohten Sturmlaufs der Madrilenen wollen die Borussen nicht nur den Vorsprung verteidigen.

"Wir werden unseren Fußball spielen. Es macht keinen Sinn, sich zu verstecken", kündigte Goalie Roman Weidenfeller an.

Erinnerungen an November

Das Selbstvertrauen kommt nicht von ungefähr, schließlich schlug sich der BVB schon im Gruppenspiel Anfang November in Madrid prächtig. Nur ein Freistoß-Tor von Mesut Özil eine Minute vor Schluss zum 2:2 verhinderte einen Dortmunder Sieg.

Darüber hinaus ist der BVB als einziger Halbfinalist im Wettbewerb noch ungeschlagen.

Nicht zuletzt deshalb sieht Routinier Kehl bei aller Wertschätzung für den hochdekorierten Gegner keinen Grund zum Understatement: "Ich würde unsere Final-Chance auf 60 Prozent beziffern."

"Haben die Situation genutzt"

Am Optimismus können auch die negativen Begleiterscheinungen nichts ändern, die durch den im Sommer anstehenden Transfer von Mario Götze zu den Bayern und die anhaltenden Spekulationen über die Zukunft von Robert Lewandowski, den Vierfachtorschützen des Hinspiels, entstanden sind.

Die Reaktion seines Teams in den vergangenen beiden Spielen gegen Madrid und in Düsseldorf (2:1) stimme Klopp für das Rückspiel in der spanischen Hauptstadt hoffnungsvoll:

"Wir haben die Situation genutzt. Als alle erwartet haben, dass wir aus der Bahn geworfen werden, haben wir bewiesen, dass es nicht so ist."

Real beschwört Wunder

Bei Real setzt man vor dem Match auf den Mut der Verzweiflung. Die Erinnerung an legendäre Europacup-Aufholjagden - die "Königlichen" stiegen zweimal nach Drei-Tore- und einmal nach Vier-Tore-Rückstand auf - wird ebenso beschworen wie der "Hexenkessel Bernabeu".

Sami Khedira etwa glaubt an eine Wende dank enthusiastischer Unterstützung der eigenen Anhänger.

"Die Fans könnten zum entscheidenden Faktor werden. Ich bin überzeugt, dass sie uns in diesem Match tragen werden", erklärte der deutsche Teamspieler.

Ausscheiden = Scheitern Mourinhos

Über den Klub-Sender Realmadrid TV wurde ein Spot lanciert, in dem sich die Top-Stars an die Fans wandten.

"Wir schaffen es nur mit euch an unserer Seite", sagte Cristiano Ronaldo, der seine Muskelblessur überwunden hat und einsatzfähig ist. Ähnliche Appelle gab es auch von Sergio Ramos, Xabi Alonso und Gonzalo Higuain.

Für deren Trainer Mourinho wäre das Aus in der Champions League eine persönliche Niederlage. "Wenn wir nicht ins Finale einziehen, wird das mein Scheitern sein", sagte der Portugiese.

"Ich weiß: Das Scheitern ist immer das Scheitern des Trainers und der Sieg immer ein Sieg von allen."

Motivationsspritze von Balotelli

Ob er das Gefühl habe, dass die Partie seine letzte für Real werden könnte? "Nein, das habe ich nicht", betonte Mourinho. "Ich weiß nur, dass es das wichtigste Spiel in der Geschichte von Real in den vergangenen zehn Jahren sein wird."

Seine persönliche Zukunft werde nicht vom Ausgang der Partie abhängen, sagte der Coach.

Für seine Kicker gab es noch eine Motivationsspritze der besonderen Art von Mario Balotelli. "Wenn Real ins Finale kommt, lasse ich meine Freundin mit allen Real-Spielern schlafen", wurde der Stürmer des AC Milan zitiert.

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