"Verstärkungen sind immer willkommen"

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Die ersten Wochen nach Gordon Schildenfeld.

Nach dem Abgang des Abwehrchefs in Richtung Eintracht Frankfurt sind bei Sturm naturgemäß Ferdinand Feldhofer und Thomas Burgstaller ins Blickfeld gerückt.

Bislang in der Innenverteidigung alternierend an der Seite des Kroaten, hat das Duo nun gemeinsam das Erbe des verlorenen Stars angetreten.

In den bisherigen Pflichtspielen dieser Saison präsentierte sich der Meister defensiv alles andere als sattelfest – vor allem bei der 2:3-Niederlage im Rückspiel bei Videoton.

„Unfair ist es nicht“

Der mediale Reflex war vorprogrammiert: Feldhofer und Burgstaller wurden dafür an den Pranger gestellt, dass die schwarz-weiße Abwehr öfter als gewohnt ins Schwimmen kam. Eine Analyse, die zu kurz greift. Ist sie auch unfair?

„Nein, unfair ist es nicht“, stellt Feldhofer klar, „die Medien machen jetzt eben ein Trara. Das ist mir eigentlich egal. Ich schaue, dass ich meine Leistung bringe. Wenn man Tore kassiert, ist eh klar, dass Kritik kommt.“

Vor dem Gastspiel in Szekesfehervar wurden defensive Unsicherheiten der „Blackies“ nur beim 1:1 in Ried bestraft – durch einen Treffer nach einer Standardsituation. Videoton knackte die Grazer Hintermannschaft dafür gleich drei Mal. Auffällig ist zudem, dass Sturm in den ersten drei Pflichtspielen dieser Saison vergleichsweise viele Torchancen zuließ.

„…, dann wird es für uns Abwehrspieler ganz schwierig“

In der Rückwärtsbewegung greift zwischen den einzelnen Formationen noch nicht ein Rad ins andere.

„Aber das liegt nicht nur am Abgang von Gordon“, betont Feldhofer, „wir haben ja auch links einen Spieler verloren (Timo Perthel; Anm.d.Red.) und einen im defensiven Mittelfeld (Mario Kienzl; Anm.d.Red.). Es ist nicht nur das Zusammenspiel mit Thomas Burgstaller, sondern mit dem ganzen Mittelfeld und den Außenverteidigern. Die Verteidigungsarbeit beginnt bei uns nicht hinten, sondern im offensiven Mittelfeld oder bei den Stürmern. Wenn wir dort schlecht stehen und die Mittelfeldspieler alleine auf uns zukommen, dann wird es für die Abwehrspieler ganz schwierig.“

So geschehen bei den ersten beiden ungarischen Toren durch Elek und Sandor, beides zentrale Mittelfeldspieler, die durch die Mitte zum Erfolg kamen. Die Abstimmung mit dem eigenen Mittelfeld, speziell mit Neuzugang Matthias Koch, ist gelinde gesagt noch verbesserungswürdig.

Lichtblick Popkhadze

Einen Lichtblick stellte so gesehen nach der Pause Neuzugang George Popkhadze dar. Der Georgier machte links in der Viererkette eine bessere Figur als Dominic Pürcher.

„Ich habe den Wechsel in der Halbzeit vorgenommen, weil wir auf der linken Seite riesige Probleme hatten. Popkhadze hat seine Sache wirklich gut gemacht. Mit ihm waren wir auf der Seite viel stabiler“, lobte Foda.

„Verstärkungen sind immer willkommen“

Nimmt Sturm in der nächsten Qualifikations-Runde die Hürde FC Zestafoni, ist zumindest die Teilnahme an der Gruppenphase der Europa League fix. Gerade bei der Vielzahl an englischen Runden ist dann die eine oder andere weitere Alternative im Kader unabdingbar.

„Für einen internationalen Bewerb brauchst du mehrere Spieler. Wichtig ist, dass man jetzt den richtigen Spieler holt, und nicht irgendwelche. Wer kommt, muss zu uns passen und uns weiterhelfen“, betont Routinier Mario Haas.

Und auch die aktuelle Innenverteidigung, die übrigens sowohl in Ried (Burgstaller) als auch bei Videoton (Feldhofer) je einen Treffer beisteuerte, blickt der neuen Konkurrenz gelassen entgegen.

Feldhofer: „Verstärkungen sind immer willkommen. Wir haben jetzt alle drei Tage ein Spiel, das Programm wird sehr hart. Da ist kein Spieler böse.“

Peter Altmann/Mate Esterhazy

Auch die Kollegen priesen die Performance des 24-Jährigen. „Er war sofort im Spiel drinnen. Ich glaube, er passt auch vom Typ her ganz gut zu uns. Wir werden noch viel Freude mit ihm haben“, meinte etwa Patrick Wolf.

„Er hat uns in der zweiten Halbzeit auf jeden Fall einen guten Rückhalt gegeben. Er ist im Eins gegen Eins sehr gut, normalerweise ist er auch am Ball sehr ruhig. Als Verteidiger in so ein Spiel reinzukommen, ist ganz schwierig. Da hat er seine Klasse gezeigt“, fügte Feldhofer hinzu.

Neuer Innenverteidiger kommt

Popkhadze wird nicht der letzte Neuzugang in der Defensive bleiben. Noch in Szekesfehervar holte sich Foda im Prinzip das Okay von Präsident Gerald Stockenhuber, einen weiteren gestandenen Innenverteidiger verpflichten zu dürfen.

Der Deutsche spricht von mehreren Kandidaten. Einer davon ist der Ex-Salzburger Milan Dudic, mit dem finanzielle Einigkeit besteht.  Auch Emiliano Dudar von Young Boys Bern und Kevin McKenna vom 1. FC Köln wurden zuletzt öfters genannt.

Foda: „Ich kenne meine Mannschaft sehr, sehr gut. Ich weiß, was jeder im Stande ist, zu leisten. Ich weiß, wer über 90 Minuten Tempo und wer im Drei-Tage-Rhythmus spielen kann.“

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