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"Kämpft mit heißem Herzen und kühlem Kopf"

Pellegrinis Barca-Fluch

Wenn sich der FC Barcelona und Manchester City am Mittwoch um 20:45 Uhr (LIVE im LAOLA1-Ticker) im Camp Nou gegenüber stehen, brauchen die Engländer ein kleines Wunder um den Aufstieg noch zu schaffen.

Zu dominant war die Vorstellung der Katalanen beim 2:1-Sieg in Manchester, zu schlecht ist die eigene Verfassung im Moment.

>>> "Clasico": FC Barcelona-Real Madrid, So., 20:30h, live auf LAOLA1.tv <<<

Die Schreckensbilanz von Trainer Manuel Pellegrini gegen Barcelona  macht die Sache nicht einfacher.

Dominantes Hinspiel von Barcelona

Luis Suarez schoß Manchester City im Hinspiel mit zwei Treffern ab

63 Prozent Ballbesitz, 585 komplettierte Pässe, mit Luis Suarez nur einen Spieler in den eigenen Reihen mit weniger als 87 Prozent Passquote – Barcelona ließ Ball und Gegner laufen und verabsäumte es nur aufgrund der ungewohnt schlechten Chancenauswertung das Achtelfinale frühzeitig für sich zu entscheiden.

Bezeichnend auch der verschossene Elfmeter von Messi in der Nachspielzeit. Ein drittes Auswärtstor in dieser Situation führt laut UEFA-Statistik in 98 Prozent der Fällen zum Aufstieg in die nächste Runde.

Manchester City hatte in der ersten Halbzeit überhaupt nichts entgegenzusetzen, steigerte sich in der zweiten Halbzeit aber und konnte durch Kun Agüero den wichtigen Anschlusstreffer erzielen.

Für den Argentinier war es der elfte CL-Treffer in den letzten zehn Spielen. Nach dem Ausschluss von Gael Clichy waren die Engländer darauf bedacht, das Ergebnis über die Zeit zu bringen.

Für City war es das Spiel mit den wenigsten Ballkontakten seit dem Achtelfinal-Aus gegen Barcelona im Vorjahr.

Anders sieht die Situation bei Manchester City aus, in den letzten zehn Partien konnte nur drei Mal gewonnen werden, Siegen gegen Stoke, Newcastle und Leicester City stehen ein peinliches FA-Cup-Aus gegen Zweitligist Middlesbrough und Niederlagen gegen, Arsenal, Liverpool und Aufsteiger Burnley gegenüber.

In der Premier League geht es für die Hellblauen inzwischen nicht mehr darum Spitzenreiter Chelsea zu jagen, sondern einen CL-Qualifikationsplatz gegen Stadtrivale Manchester United, Arsenal und Liverpool zu verteidigen, die alle nur mehr durch vier Punkte getrennt sind.

Die Serie soll halten

Während es für Manchester City erst der zweite Auftritt im Achtelfinale der Champions League ist, steht der FC Barcelona zum elften Mal in Folge unter den letzten 16 – zum achten Mal in Folge soll der Aufstieg ins Viertelfinale folgen.

Die einzigen beiden Male, dass die Katalanen in dieser Phase der Champions League scheiterten, waren ausgerechnet gegen englische Gegner: 2004/05 gegen Chelsea, 2006/07 gegen Liverpool.

Für ein drittes Ausscheiden spricht wenig, in der Champions League konnte City noch kein Spiel gegen Barcelona gewinnen, kassierte stets zwei Gegentreffer und konnte keine der Partien mit elf Mann beenden.

Barcelona erreichte in 33 von 35 Fällen nach einem Sieg im Hinspiel die nächste Runde eines UEFA-Bewerbes.

Reine Formsache

Barcelona geht mit 15 Siegen aus den letzten 16 Partien in das Duell, einzig Malaga gelang Mitte Februar ein 0:1 Überraschungssieg in Barcelona. Luis Suarez erreicht langsam aber sicher die Form, die ihn in letzte Saison in Liverpool ausgezeichnet hat.

Der Uruguayer traf in den letzten fünf Spielen sechs Mal ins Schwarze. Lionel Messi steht dem um nichts nach, der argentinische Superstar führte eine Barcelona-B-Elf am Wochenende gegen Eibar mit einem Doppelpack zum Sieg, und köpft inzwischen sogar schon Tore nach Eckbällen.

„Es ist wieder der Messi, der macht was er will, wann er es will“, jubelte die spanische Presse.

Der Pellegrini-Fluch

Manchester City konnte noch kein CL-Spiel gegen Barca zu elft beenden

Verlassen kann man sich dabei auch auf den Pellegrini-Fluch. Der Chilene hat seit sieben Jahren ein Problem mit Barca.

Als Villarreal-Trainer konnte er noch auf eine ausgeglichene Bilanz zurückblicken, doch bei seinen nächsten Stationen, Real Madrid, FC Malaga und nun bei Manchester City, verlor er zwölf der 13 Partien und spielte einmal unentschieden.

Insgesamt steht seine persönliche Barca-Bilanz bei 17 Niederlagen, einem Unentschieden und vier Siegen aus 22 Partien.

Kadersituation der Kontrahenten

Barcelona muss weiterhin auf Sergio Busquets und Thomas Vermaelen verzichten. Dani Alves und Jordi Alba, die am Wochenende gegen Eibar gesperrt waren, kehren zurück in den Kader.

Javier Mascherano, Andres Iniesta und Xavi, der als Einwechselspieler sein 750. Spiel für die Katalanen bestritt, wurden am Wochenende gegen Eibar geschont und könnten gegen City wieder zum Einsatz kommen.

City hofft vor allem auf die Rückkehr von Yaya Toure. Der ehemalige Barcelona-Spieler hat seine Sperre abgesessen und soll den Hellblauen Auftrieb verleihen – was ihm bei der Niederlage gegen Burnley am Wochenende allerdings nicht gelang.

Fehlen wird hingegen Gael Clichy nach seiner gelb-roten Karte im Hinspiel. Agüero, Dzeko und Zabaleta gehen gelb-vorbelastet in die Partie.

Ausblick

Alles andere als ein Aufstieg von Barcelona wäre eine riesige Überraschung, doch Manchester City wird alles daran setzen, das Hinspiel noch umzukehren.

Für Pellegrini, der nach den letzten Wochen schon deutlich in der Kritik steht, könnte es genauso wie für Teile seines Teams um den weiteren Verbleib bei Manchester City gehen. 

Barcelona will hingegen den Schwung der letzten Wochen mitnehmen und mit dem Aufstieg ins Viertelfinale im Gepäck in das "El Clasico" gegen Real Madrid gehen.

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Auf ein anderes Duell bereitet sich Bayern-Trainer Pep Guardiola bereits vor, der sich das Spiel live im Stadion ansehen wird – nicht wenige erwarten, dass im Mai die drei großen B’s aufeinander treffen: Barcelona gegen Bayern in Berlin. 

Stimmen der Trainer

„Wir sind in perfekter Form und werden als Tabellenführer ins El Clasico gehen. Aber davor wartet Manchester City auf uns, die uns das Leben schwer machen wollen und nur darauf werden wir uns konzentrieren. Ich glaube nicht, dass es die entscheidene Woche schlecht hin für uns wird, aber es wird eine wichtige Woche“, analysiert Barca-Trainer Luis Enrique die beiden Kracher innerhalb von vier Tagen.

„Sie haben ein großartiges Team. Niemand sonst kann Messi, Neymar und Suarez gemeinsam auflaufen lassen. Es wäre keine Schande gegen so ein Team auszuscheiden, aber die Resultate gegen sie spiegeln aus mehreren Gründen nicht die Realität wieder. Vor allem wegen der Ausschlüsse“, so Pellegrini.

 „Wir haben eine „Big-Team“-Mentalität, wir wollen gewinnen. Jetzt sind wir 2:1 hinten und müssen angreifen. Barcelona will ein langsames Spiel, wir wollen ein Schnelles. Aber wir müssen ruhig bleiben. Ich sage meinen Spielern immer: Kämpft mit heißem Herzen und kühlem Kopf!“

„Der Erwartungsdruck kommt von außen, wir nehmen das völlig anders war. Ich habe nicht das Gefühl, dass ich entlassen werden könnte, wenn ich nicht gewinne“, so der Chilene.

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