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Die Krise bleibt

Liverpool ist auch in der Champions League beim bulgarischen Außenseiter Ludogorez Rasgrad ein Befreiungsschlag verwehrt geblieben.

Die "Reds" holten am Mittwoch in Sofia nach zuvor vier Pflichtspielniederlagen in Folge nur ein 2:2, kassierten dabei den Ausgleich erst in Minute 88. Trotz nur vier Punkten aus fünf Spielen ist der Aufstieg Liverpools aber nach wie vor möglich.

Die auch in der Premier League mit Platz zwölf schwächelnden Engländer machten gar einen Punkt auf den zweitplatzierten FC Basel gut, der dem weiter makellosen Gruppe-B-Sieger Real Madrid 0:1 unterlag. Mit zwei Punkten Vorsprung sind die Schweizer im Aufstiegsrennen aber weiter in der Pole Position.

"Schicksal in der eigenen Hand"

Im direkten Duell mit Liverpool zum Abschluss am 9. Dezember an der Anfield Road reicht Basel schon ein Remis. Liverpool ist bei einem Erfolg fix weiter, den hätte der Club aber auch bei einem Sieg am Mittwoch gegen Rasgrad benötigt, da bei Punktegleichheit der bessere direkte Vergleich für Basel (1:0 in Basel) sprechen würde.

"Wir haben vor dem ersten Spiel gewusst, dass es sein könnte, dass das letzte Spiel an der Anfield Road für den Aufstieg entscheidend sein könnte", sagte Liverpool-Trainer Brendan Rodgers. Der Fall ist jetzt eingetreten. "Das Wichtigste ist immer, dass du dein Schicksal in der eigenen Hand hast. Das haben wir geschafft", blieb der 41-jährige Nordire optimistisch.

Dem vergebenen Sieg trauerte Rodgers aber nach. "Natürlich sind wir frustriert, weil wir eigentlich sehr gut verteidigt haben und bei 2:1 Chancen auf ein drittes oder viertes Tor gehabt hätten", analysierte Liverpools Trainer.

Georgi Terziew schaffte erst in Minute 88 per Kopf den späten Ausgleich für Bulgariens Meister. Rasgrad ist damit noch im Rennen um Rang drei, der zum Umstieg in die Europa League berechtigt, kann aber nicht mehr ins Achtelfinale aufsteigen - aufgrund des bei Punktegleichheit schlechteren direkten Vergleichs mit Basel und Liverpool.

Reals Rekordkurs

Rasgrad braucht jedenfalls zumindest einen Punkt im Auswärtsspiel bei Real Madrid. Die als einzige Mannschaft noch makellosen "Königlichen" waren schon vor dem 1:0-Erfolg in Basel fix fürs Achtelfinale qualifiziert.

Trotzdem setzte Coach Carlo Ancelotti zumindest in der Offensive auf seine beste Formation. Den entscheidenden Treffer erzielte Cristiano Ronaldo, er rückte mit seinem 71. Tor bis auf drei Treffer an den neuen CL-Rekord-Schützen Lionel Messi (74) heran.

Real egalisierte mit dem 15. Pflichtspielsieg in Folge eine Vereinsbestmarke der Saisonen 1960/61 sowie 2011/12. "Die Spieler spielen bisher eine fantastische Saison", frohlockte Ancelotti.

Der Auftritt in der Schweiz war aber nicht berauschend. "In dieser Phase der Saison ist es normal, dass man nicht immer in Topform ist, aber wir haben mit wenig Mühe gewonnen und das ist positiv", resümierte der Italiener.

Mandzukic und das "wunderbare Gefühl"

Deutlich komfortabler fiel der Sieg von Reals Lokalrivalen Atletico aus. Der Finalist der abgelaufenen Saison fertigte Olympiakos Piräus auch aufgrund von haarsträubenden Eigenfehlern der Gäste 4:0 ab. Matchwinner war der zuletzt am Rücken angeschlagene Mario Mandzukic mit einem Triplepack.

Dem Kroaten gelangen als erstem Atletico-Akteur drei Treffer in einem CL-Spiel. "Es ist ein wunderbares Gefühl, aber das Wichtigste ist, dass wir gewonnen haben und aufgestiegen sind", sagte Mandzukic.

Atletico ist nach dem vierten Sieg fix durch, im abschließenden Spiel bei Verfolger Juventus Turin reicht ein Punkt, um auch den Gruppe-A-Sieg zu fixieren.

Juve zurück auf der Siegerstraße

Die Turiner brauchen noch einen Punkt für den fixen Aufstieg, da Piräus bei einem Heimsieg gegen Malmö nach Punkten gleichziehen könnte und das Head-to-Head mit Juve für die Griechen sprechen würde.

Die Italiener kehrten nach Niederlagen gegen Atletico und Olympiakos in Malmö auf die Siegerstraße zurück. Carlos Tevez machte mit dem 2:0 in Minute 88 erst spät die endgültige Entscheidung perfekt. "Es war kein einfacher Sieg, wir hätten die Partie früher entscheiden müssen", meinte Juve-Trainer Massimiliano Allegri.

Die Gruppe C ist noch am ausgeglichensten. Leader Bayer Leverkusen, Monaco und Zenit St. Petersburg sind nur durch zwei Punkte getrennt. Die Deutschen sind aber trotz des Heim-0:1 gegen Monaco schon durch, da die Verfolger zum Abschluss in Monaco im direkten Duell aufeinandertreffen.

Prandelli schon weg?

In der Gruppe D buchte nach Borussia Dortmund auch Arsenal (zum 15. Mal in Folge) das Achtelfinalticket. Die Engländer, bei denen sich Mikel Arteta verletzte, gewannen das direkte Topduell in London 2:0 und fügten dem BVB die erste Niederlage zu.

Die Dortmunder sind im Kampf um Rang eins dank zwei Punkten Vorsprung trotzdem in der besseren Position. Anderlecht steigt nach dem 2:0-Sieg gegen Galatasaray Istanbul fix in die Europa League um, die Türken sind ausgeschieden. Das hat auch Konsequenzen. Laut türkischen Medienberichten hat sich der Verein bereits von Trainer Cesare Prandelli getrennt.

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