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"Ein Doppelpack ist bei mir eigentlich ausgeschlossen"

Was haben der TSV St. Johann und FK Qarabag gemeinsam?

Sie haben beide in jeweils einem Spiel zwei Treffer von Martin Hinteregger kassiert.

"Ein Doppelpack ist bei mir normalerweise ausgeschlossen", grinste der Kärntner nach dem 2:0 gegen den Meister aus Aserbaidschan.

Am 29. April 2011 war ihm einer in der Regionalliga West beim 5:0 für die RB Juniors gegen St. Johann gelungen, nun im Rückspiel in der dritten Runde der Champions-League-Quali.

Alle jubeln mit dem Matchwinner

Die Frage nach dem wichtigeren Doppelpack erübrigt sich.

"Bei solchen Situationen gehört auch Glück dazu, wenn der Ball etwa vor deine Füße fliegt. Wir sind aber einfach überglücklich, dass wir es geschafft haben", frohlockte der Blondschopf.

Und mit ihm alle Spieler und Trainer, die ihren Ma(rti)n of the Match nach den beiden Toren nach Ecken und nach Schlusspfiff umarmten.

"Er ist der Matchwinner, er hat schon zuletzt gegen Ried eine tolle Leistung gezeigt und heute wieder", gratulierte sein Trainer Adi Hütter.

Hinteregger war auch der einzige Stammspieler der vergangenen Saison, der zwischen beiden Duellen mit Qarabag in Ried durchspielte.

Video-Botschaft als Auslöser

Gegen die Aserbaidschaner leitete der 21-Jährige in der ersten Hälfte zunächst zwei Chancen der Gäste ein, eine durch eine unnötig verursachte Ecke, die andere nach einer Unachtsamkeit bei einem weiten Ball.

Doch jeweils fast postwendend war der Verteidiger vorne zur Stelle und besorgte die notwendigen Tore.

"Wir haben die zwei Hütten gemacht, auch wenn es Hinti war", scherzte Kevin Kampl, der genau wusste, warum ausgerechnet er traf.

Kampl ist eigentlich einer der Kandidaten für die Tore bei den "Bullen", die Offensivgeister ließen diesmal (auch einige) Chancen aus.

"Wenn es bei ihnen an einem Tag nicht klappt, dann muss eben einmal ein Verteidiger ran. So können wir uns abwechseln", verweist Hinteregger auf die mannschaftliche Geschlossenheit.

"Man sieht, ein Abwehrspieler kann genauso die Partie entscheiden. Es ist egal, wer die Tore macht, wir sind weiter und jetzt sind wir der Champions League so nahe wie noch nie."

Da sind sich sowieso alle einig.

Hinteregger, bekanntlich Hobby-Jäger, hat schon das nächste Ziel im Visier - und es ist ihm egal ob Maribor, Legia Warschau, Slovan Bratislava, Malmö oder Aalborg vor die fußballerische Flinte laufen.

"Jetzt kann kommen, wer will. Wir wissen, was wir können und wir können jeden dieser Gegner schlagen."

Mit oder ohne Doppelpack eines Martin Hintereggers.

 

Bernhard Kastler

"Wir haben uns vorher noch ein Video angesehen, wo jeder von einem Bekannten eine Grußbotschaft mit auf den Weg bekommen hat. Ich glaube, sein Schwager meinte, er soll doch das Ding einmal mit dem Kopf reinhauen. Das ist genauso gekommen", freute sich der Slowene.

Ilsanker schlug in dieselbe Kerbe.

"Er hat gegen Schalke vor einem Jahr schon ein unglaubliches Tor gemacht, aber über diese zwei freue ich mich noch mehr und ich gönne sie ihm, er ist ein super Kerl", so der Rückkehrer nach Zehenverletzung.

Wertschätzung auch für Ilsanker

Auch für den Salzburger war es eine besondere Partie, zeigte sie ihm doch im Vorfeld die gestiegene Wertschätzung gegenüber seiner Person.

"Vor zwei Jahren bin ich noch belächelt worden, jetzt freuen sich die Leute, wenn ich spiele. Das ist schon eine Bestätigung", so der 25-Jährige, der vor und während der Partie seine Mitspieler stets pushte.

Kampl fand einmal mehr Lobesworte für seinen Mittelfeldkollegen.

"Er ist immer da, wo es brennt und hält der Offensive den Rücken frei. So ein Spieler ist für jede Mannschaft Goldes wert. Er ist zweikampfstark und hat sich in den vergangenen zwei Jahren auch fußballerisch enorm entwickelt, sucht schnell den Weg nach vorne. Wir haben ihn vermisst."

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