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Debakel, Dunkelheit, Rekorde - Irrer Abend in der CL

Gebrochene Rekorde, ein Heimdebakel für Schalke und ein ausgefallenes Flutlicht.

Der erste Teil des fünften Spieltages - dem vorletzten in der Gruppenphase - der aktuellen Champions-League-Saison hatte es durchaus in sich.

Für die deutschen Teams war es kein guter Abend, musste doch selbst Bayern München eine überraschende Pleite einstecken.

LAOLA1 hat die Highlights des verrückten Abends:

 

REKORD UM REKORD

Erst am Samstag knackte Lionel Messi in der Liga dank eines Hattricks beim 5:1-Sieg Barcelonas gegen Sevilla den Torrekord von Telmo Zarra in der spanischen Liga und schraubte diesen auf 253 Tore hoch. Bereits am Dienstag legte der 27-Jährige in der Champions League nach und erzielte gegen APOEL Nikosia die Treffer 72, 73 und 74. Damit ist der Argentinier auch in der Königsklasse vor Raul (71) und Christiano Ronaldo (70) alleiniger Rekordhalter. "Es war eine wichtige Partie und wir haben drei Punkte geholt, das ist, was wirklich ist", so der Superstar gewohnt bescheiden. "Messi kennt keine Grenzen. Nicht einmal der Fuß, mit dem er den Abschluss sucht, scheint eine Rolle zu spielen. In Nikosia war der rechte Fuß genauso wunderbar wie der linke, mit dem er Geschichte geschrieben hat. Das Ergebnis ist immer dasselbe“, zollt „El Mundo“ Messi Tribut.

ZWEIMAL GEDREHT

Bayern München kann doch noch verlieren! Der FCB hatte den Gruppensieg in der Gruppe E bereits vor der Partie gegen Manchester City in der Tasche, aus diesem Grund wird man den ersten Punktverlust im fünften CL-Match in München auch relativ gut wegstecken. 2:3 hieß es am Ende einer kuriosen Partie. Trotz eines Platzverweises in der 22. Minute von Benatia - den fälligen Strafstoß verwandelte der gefoulte Agüero selbst zum 1:0 - konnten die Gäste zunächst durch Geburtstagskind Xabi Alonso (30.) ausgleichen, sowie in der 45. Minute durch Robert Lewandowskis Treffer zum 1:2 das Spiel sogar noch vor der Pause drehen. Lange sah es trotz Unterzahl nach einem Bayern-Sieg aus, doch dann avancierte Agüero zum Matchwinner. In der 85. Minute nutzte er einen Fehler von Alonso (!) eiskalt zum Ausgleich aus, bevor er in der ersten Minute der Nachspielzeit noch das Siegtor (nach Fauxpas von Boateng) erzielte. "Wir hatten alles unter Kontrolle, dann kamen diese beiden Fehler. Das war verrückt", so Alonso, der an diesem Tag 33 Jahre alt geworden war. "Es ist gut, dass es heute passiert ist, vielleicht ist es eine Lehre für uns. Denn wenn so etwas im Achtelfinale oder Viertelfinale passiert, bist du raus", konstatierte Bayern-Trainer Pep Guardiola, der mit der Leistung seines Teams dennoch zufrieden war. "Wir sind traurig, weil wir verloren haben. Aber morgen ist ein neuer Tag". Aufgrund der Pleite verpassten die Bayern die Möglichkeit, als erstes deutsches Team alle sechs Gruppenspiele in der Champions League zu gewinnen.

GEISTER SIND ZSKA HOLD

Hinter den Bayern ist in der Gruppe noch alles offen, alle drei weiteren Teams  - City, ZSKA Moskau und AS Roma - halten vor dem letzten Spieltag der Gruppenphase bei fünf Punkten. Großen Anteil daran hat der späte Ausgleichstreffer Moskaus von Vasiliy Berezutski in der dritten Minute der Nachspielzeit in der Partie gegen AS Roma. Franceso Totti hatte die Roma per Freistoß in der 43. Minute in Führung gebracht. Schwacher Trost: Der Treffer des Altmeisters bei eiskalten Temperaturen verbesserte dessen eigenen Rekord: Mit 38 Jahren, einem Monat und 29 Tagen ist er der älteste Torschütze der Champions League.

HEIMKLATSCHE FÜR SCHALKE "05"

Das Wiedersehen für Schalke-Coach Di Matteo mit seiner alten Liebe Chelsea wurde 920 Tage nach dessen CL-Triumph mit den "Blues" für die Gelsenkirchener zu einem Debakel: Fünf Gegentore musste Schalke gegen Chelsea hinnehmen und gab mit dieser Niederlage auch die Kontrolle über den Aufstieg ins Achtelfinale aus der Hand. "Wenn man in der ersten Minute gegen Chelsea ein Gegentor bekommt, dann wird es noch schwerer als ohnehin. Das haben sie brutal ausgenutzt. Chelsea hat seine ganze Klasse gezeigt", kommentierte Di Matteo die Partie und spielte auf das schnellste Tor Chelseas in der Königsklasse an: Terry traf bereits nach 90 Sekunden zum ersten Mal. Willian (29.), ein völlig unnötiges Eigentor von Kirchhoff (44.) sowie Drogba (76.) und Ramires (78.) in Hälfte zwei, sorgten für den blamablen Endstand. "Nach dem frühen Rückstand haben wir nicht gut reagiert, wir haben uns kaum Chancen erspielt. Das war schon ein großer Unterschied zwischen beiden Teams", so Aogo, dessen Team gerade einmal eine einzige gute Torchance durch Choupo-Moting aufwies und zudem jeglichen Kampfgeist vermissen ließ. Nun sind die Königsblauen auf Schützenhilfe der Londoner angewiesen: Chelsea muss gegen Sporting gewinnen, zudem braucht Schalke einen Sieg in Maribor, um doch noch ins Achtelfinale einzuziehen. „Selbstverständlich bin ich sauer. Man kann gegen Chelsea verlieren, das ist eine sehr gute Mannschaft. Aber die Art und Weise, auf die wir verloren haben, die ist nicht in Ordnung“, fand Schalkes Manager Horst Heldt, der während der Partie via Twitter vom Ex-Schalker Jermaine Jones kritisiert wurde ("Wem geben Sie nun die Schuld? Es ist schade, dass jemand einen Klub so ruinieren kann"), harte Worte. Darauf angesprochen wollte er den Angriff nicht attackieren, da dies „nicht sein Niveau“ sei. Jones hatte fünf Jahre für Schalke gespielt, ehe er 2013 in der Winterpause wechselte. Ihm wurde damals vorgeworfen, für die sportliche Misere der "Knappen" mitverantwortlich zu sein.

DAS LICHT IST AUS, WIR GEHEN NACH HAUS'

Oder im Falle der Partie Sporting Lissabon gegen Maribor zumindest wieder in die Kabinen. Denn nach der Halbzeit-Pause fiel das Flutlicht im Estadio Jose Alvalada für eine Dreiviertelstunde aus. Dennoch gingen die 32.739 Zuschauer nicht etwa nach Hause, sonderen harrten beinahe geschlossen aus. Scherzhaft versuchten sie, mit ihren Smartphones Licht ins Dunkle zu bringen. Irgendwann konnten die Flutlicht-Probleme schließlich behoben werden. Da sich Schiedsrichter und Spieler nach der langen Wartezeit jedoch erstmal wieder aufwärmen musste, begannen die zweiten 45 Minuten mit beinahe einer Stunde Verspätung. Für die Hausherren lohnte sich das Warten. Auch wenn sie zunächst Probleme hatten, wieder in die Partie zu finden, ließen sie den schwachen Gästen aus Maribor letztendlich keine Chance. Der 3:1-Sieg fiel für Maribor noch recht glücklich aus.

 

Henriette Werner

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