Nicht nur "geschichtsträchtiger" Rekord-Tag für Bayern

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Vor allem dank der Torfabriken Bayern München, Chelsea und Schachtar Donezk sind in der Champions-League am Dienstag die Rekorde gepurzelt.

Donezk-Stürmer Luiz Adriano wurde zum ersten Spieler, dem in der ersten Hälfte vier Tore gelangen.

Sein Viererpack binnen 16 Minuten war zudem der schnellste in der Geschichte.

Insgesamt fielen in acht Partien 40 Treffer - auch das ein neuer Bestwert.

40 Tore neuer Spieltags-Rekord

Die Bayern nahmen mit David Alaba Anleihe bei Weltmeister Deutschland und zerlegten den italienischen Vizemeister AS Roma mit 7:1.

Die Münchner durften damit den höchsten Auswärtssieg in ihrer Europacup-Geschichte bejubeln. Chelsea fertigt Maribor mit 6:0 ab, Schachtar Donezk feierte einen 7:0-Erfolg über BATE Borisow.

Sieben Tore fielen auch in Gelsenkirchen beim glücklichen 4:3 von Schalke gegen Sporting Lissabon. Erst ein Elfmeter-Geschenk in der Nachspielzeit bescherte den Deutschen den Erfolg.

40 Tore an einem Champions-League-Abend mit acht Spielen - das hatte es zuvor noch nie gegeben. Der bisherige Rekord lag bei 36 Treffern in den Saisonen 2000/01, 2008/09 und 2013/14.

"Dieses Spiel war eine Ausnahme, ein Unfall"

Das Match der Bayern in Rom, wo am Mittwoch noch eine Audienz bei Papst Franziskus anstand, erinnerte frappant an das WM-Halbfinale Deutschland gegen Brasilien.

Im Juli hatte der spätere Weltmeister zur Pause mit 5:0 geführt und gewann 7:1. Auch am Mittwoch stand es zur Halbzeit schon 5:0.

"Das ist wirklich unglaublich. Aber wir müssen die Füße auf dem Boden lassen", blieb Doppeltorschütze Robben bescheiden. Nach drei Spielen in Gruppe E halten die Bayern beim Punktemaximum.

"Dieses Spiel war eine Ausnahme, ein Unfall. Es spiegelt nicht den Unterschied zwischen den zwei Teams wieder", konstatierte auch Trainer Pep Guardiola, der trotz der klaren Überlegenheit Verbesserungspotenzial ortete.

"Wir haben Roma am Anfang der zweiten Hälfte zu viele Chancen gelassen", sagte der Spanier, der Alaba als linken Verteidiger einsetzte.

Die Römer erlitten in der Champions League schon die zweite 1:7-Schlappe, die erste Demütigung setzte es gegen Manchester United im Viertelfinal-Rückspiel 2007.

Ein Tor fehlte Donezk zum CL-Rekord

Übertroffen wurde das "geschichtsträchtige" Bayern-Spiel, wie es Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge nannte, nur von Schachtar Donezk.

Der ukrainische Meister bezwang den bulgarischen Champion Borisow 7:0 und lag zur Pause sogar mit 6:0 vorne - die höchste Halbzeitführung in der Königsklasse.

Nur ein Tor fehlte am Ende, dann wäre es auch der bisher höchste Sieg geworden.

Diese Bestmarke hält weiter der FC Liverpool, der 2007 8:0 gegen Besiktas Istanbul gewann. Tabellenführer der Gruppe H ist aber der FC Porto, der Athletic Bilbao 2:1 besiegte.

Luiz Adriano zog mit Messi gleich

Zum Held des Abends wurde der Brasilianer Luiz Adriano, der fünfmal einnetzte und damit Lionel Messi einholte.

Die beiden sind bis dato die einzigen Fünffach-Torschützen an einem CL-Spieltag. Messi traf beim Heimsieg des FC Barcelona gegen Ajax Amsterdam zum zwischenzeitlichen 2:0 und erzielte damit sein insgesamt 69. Tor in der Eliteliga.

Somit zog er wieder mit Real-Madrid-Angreifer Cristiano Ronaldo gleich. Die zwei Superstars teilen sich in der ewigen Torschützenliste den zweiten Platz hinter Raul (71).

Angesichts der Trefferflut in einigen Parallelspielen verkam das 3:1 der Katalanen aber zu einer unspektakulären Randnotiz. Noch geiziger gab sich jedoch Gruppe-F-Mitfavorit Paris St. Germain.

Der französische Meister siegte bei APOEL Nikosia nur dank eines späten Tores von Edinson Cavani (87.) mit 1:0.

Erleichterung bei Schalke

Schalke gelang gegen Sporting der erste Saisonsieg in der Champions League.

Der eingewechselte Eric Maxim Choupo-Moting machte nach einem verrückten Spiel mit einem unberechtigten Handelfmeter dem schmeichelhaften Sieg perfekt (93.).

Vor dem Siegtreffer sprang Adrien Silva der Ball an den Kopf und nicht an den Arm, wie der russische Schiedsrichter Sergej Karrasew nach Intervention des Torrichters fälschlicherweise entschieden hatte.

Mourinho fand Haar in der Suppe

Chelsea fuhr in Gruppe G den höchsten CL-Sieg seiner Geschichte ein.

Der herausragende Eden Hazard traf im Finish im Doppelpack. "Wir haben das Spiel ernst genommen", erklärte Trainer Jose Mourinho, fand aber auch ein Haar in der Suppe:

"Ich war überrascht und nicht besonders glücklich, dass Hazard Drogba den ersten Elfmeter überlassen hat."

Der 36-jährige Stürmer-Routinier hatte das zwischenzeitliche 2:0 erzielt.

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