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Der offensivste Guardiola aller Zeiten

Nach der Torgala gegen Shakthar Donetsk freut sich der FC Bayern München bereits auf den nächsten Gegner im Viertelfinale der Königsklasse.

"Ich glaube, wir haben uns bisher gut präsentiert in der Champions League. Es ist bekannt, dass wir hohe Ziele haben", betonte der Vorstandsvorsitzende Karl-Heinz Rummenigge nach dem 7:0-Triumph im Achtelfinal-Rückspiel am Mittwochabend gegen Donetsk.

"Man muss es nehmen, wie es kommt"

Bayern-Verteidiger Jerome Boateng wurde noch deutlicher: "Wir wollen unbedingt das Finale in Berlin erreichen." Doch bis zum Endspiel am 6. Juni ist es noch ein steiniger Weg. Die Münchner müssen sich vorerst einmal bis zum 20. März gedulden, erst dann wird das Viertelfinale ausgelost.

Drei mögliche Gegner stehen bisher fest: Titelverteidiger Real Madrid, Paris St. Germain und der FC Porto. "Es ist ein Starterfeld, das ist ohne Frage anspruchsvoll", erklärte Rummenigge. "Man muss es nehmen, wie es kommt."

Das Schützenfest gegen Donetsk war ein starkes Signal der Bayern an die Konkurrenz in Europa, auch wenn der klare Sieg von einer Überzahl über fast das gesamte Match begünstigt wurde. "Die Lage vor dem Spiel war sicherlich spannender als das Spiel selbst", kommentierte Thomas Müller, der seine Champions-League-Tore 25 und 26 erzielte.

Müller treffsicherster Deutscher in der CL

Der Weltmeister zog damit als bester deutscher Champion-League-Torschütze mit dem Ex-Bayern Mario Gomez (AC Fiorentina) gleich.

Boateng, Franck Ribery nach Doppelpass mit ÖFB-Star David Alaba, Holger Badstuber, Robert Lewandowski und Mario Götze sorgten mit ihren Treffern für die Einstellung des Königsklassen-Rekordes der Bayern. 7:0 hatten die Münchner zuvor nur einmal, vor genau drei Jahren ebenfalls im Achtelfinale gegen den FC Basel, gewonnen.

Am Ende fehlte nur ein Treffer, um den klarsten Erfolg überhaupt in der Königsklasse einzustellen. Diesen schaffte Liverpool am 6. November 2007 mit dem 8:0 im Gruppenspiel gegen Besiktas Istanbul.

Rekorde purzeln weiter

In der K.o.-Phase sind aber die Bayern Rekordhalter. Zudem ist der Klub nun mit seiner bereits 14. Champions-League-Viertelfinal-Teilnahme alleiniger Rekordhalter vor Manchester United und Real Madrid (je 13).

Der Ausschluss für Shakthar Innenverteidiger Alexander Kutscher (3.) - der bisher früheste in der CL-Geschichte - nach einer Notbremse gegen Götze und der anschließend verwandelte Elfmeter von Müller sorgten schon in der 4. Minute vor 70.000 Zuschauern für eine Vorentscheidung in der dann vollkommen einseitigen Begegnung.

"Die Rote Karte hätte man nicht geben dürfen", schimpfte Donetsk-Coach Mircea Lucescu. "Na klar, mit Elf gegen Zehn ist es etwas einfacher", gab auch ein "sehr zufriedener" Bayern-Coach Pep Guardiola zu. Aber er betonte auch: "Wir haben von Anfang an gesehen: Die Mannschaft war da."

Premiere für Guardiola

Guardiola hatte gegen die konterstarken Ukrainer total auf Offensive gesetzt. "Das war das erste Mal in meiner Karriere, dass ich mit fünf Angreifern gespielt habe", betonte der Katalane. Zwei davon, Arjen Robben und Ribery, mussten vorzeitig vom Platz, der Niederländer Robben wegen eines eingeklemmten Nervs, der Franzose Ribery mit einer Blessur am Sprunggelenk.

"Die erste Info ist, dass es nicht so schlimm ist", berichtete Guardiola nach der Partie.

Auch finanziell klingelte die Kasse beim FC Bayern: 3,9 Millionen Euro zahlt die UEFA für den Einzug ins Viertelfinale. Die Bayern erhöhten ihre Prämien-Einnahmen damit in der aktuellen Saison auf 21 Millionen Euro.

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