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Real bleibt nur noch Champions League

Bei Real Madrid ist der Haussegen dieser Tage wieder gefährdet.

Nach dem vorentscheidenden Rückschlag im spanischen Meisterschaftsrennen steht auch die Titelverteidigung in der Champions League an der Kippe.

Halbfinal-Gegner Juventus Turin geht am Mittwochabend (20.45 Uhr) mit einem 2:1-Vorsprung ins Rückspiel im Bernabeu-Stadion.

Juve träumt von 2003

Die "Bianconeri" könnten in Madrid für den ersten Finaleinzug einer italienischen Mannschaft seit fünf Jahren sorgen. Inter Mailand krönte diesen 2010 mit dem Titelgewinn.

Selbst in einem Endspiel der Königsklasse stand Juve vor zwölf Jahren, damals wurde Real im Halbfinale aus dem Bewerb gekickt. Das diesjährige Finale geht am 6. Juni in Berlin in Szene, der Gegner heißt entweder FC Bayern oder FC Barcelona (Hinspiel 0:3).

Real will Saison retten

Für Real wäre eine Saison ohne einen Titel in Champions League, Liga und Cup ein Desaster. In der Primera Division büßte der weltweit reichste Club mit einem 2:2 gegen Valencia am Wochenende vorentscheidende Punkte auf Barcelona ein.

Die im Dezember gewonnene Club-WM scheint ein schwacher Trost. Nur die "Undecima" - die elfte Trophäe im höchsten europäischen Clubbewerb - würde die Saison noch zur erfolgreichen machen.

"Wir müssen ruhig bleiben"

Vor allem für Trainer Carlo Ancelotti waren die vergangenen Tage deshalb unangenehme. Wie spanische Medien mutmaßten, würde der Bonus des Italieners beim mächtigen, aber ungeduldigen Vereinspräsidenten Florentino Perez im Fall eines Aus in der Königsklasse schmelzen.

Wenig überraschend wurde bereits über Nachfolgekandidaten spekuliert. Der phlegmatische Ancelotti dürfte sich davon aber nicht aus der Ruhe bringen lassen.

"Wir müssen ruhig bleiben, wir werden unsere Möglichkeiten bekommen", wurde der 55-Jährige nicht müde zu betonen. Wie im Viertelfinale gegen Stadtrivale Atletico würde Real ein 1:0-Heimsieg für den Aufstieg reichen.

Der 76-fache Champions-League-Torschütze Cristiano Ronaldo ist immer für einen Treffer gut, zudem könnte Karim Benzema sein Comeback geben. Der Franzose trainierte nach seiner Knieverletzung bereits mit der Mannschaft und dürfte auf der Bank Platz nehmen.

Modric wird vermisst

Um Juventus zu biegen, sind jedoch nicht allein Reals unbestrittenen Qualitäten in der Offensive gefragt. Individuelle Fehler zogen sich wie ein roter Faden durch die vergangenen Wochen.

"Die kleinen Fehler sind es, die uns wirklich wehtun", sagte Ancelotti. Die Knieverletzung von Luka Modric trug das ihrige dazu bei.

Der Kroate fehlt im Mittelfeld als Stratege, der nach vorne gezogene Sergio Ramos lieferte an seiner Stelle in Turin eine schwache Vorstellung ab. Dem Einsatz von Toni Kroos steht indes nichts im Weg.

Die gegen Valencia erlittene Hüftblessur des deutschen Weltmeisters ist abgeklungen. Real will die Gäste vor allem im Spiel gegen den Ball in Bewegung halten. "Wir müssen die Zeit für Juve richtig langsam vergehen lassen", meinte Außenverteidiger Dani Carvajal.

Comeback von Pogba?

Juventus reiste jedoch ausgerastet in die spanische Hauptstadt. Beim 1:1 gegen Cagliari liefen die bereits zuvor erneut als Meister feststehenden Turiner mit einer B-Elf ein. Den Treffer schoss Jungstar Paul Pogba.

Der nach seiner Oberschenkelverletzung wieder genesene Franzose könnte in Madrid in die Start-Elf zurückkehren. Trainer Massimiliano Allegri hielt sich diesbezüglich aber bedeckt.

"Wir wissen, dass es ein sehr schwieriges Spiel in Madrid wird. Der Verein hat seit zwölf Jahren kein Spiel von dieser Bedeutung bestritten, aber ich denke, dass wir die Erfahrung und das Selbstvertrauen dazu haben", sagte Allegri. Sein Team müsse eine "fast perfekte" Vorstellung abliefern, um zu bestehen.

Juve wohl mit Fünferkette

Viel Arbeit kommt gegen Ronaldo und Co. sicherlich auf die weißschwarze Abwehr zu. Diese hat in der Champions League in den jüngsten drei Auswärtsspielen kein Gegentor zugelassen.

Gianluigi Buffon stand bereits 2003 im Gehäuse, als sich Juve gegen Real mit dem Gesamtscore von 4:3 durchsetzte, im rein italienischen Finale aber im Elferschießen an Milan scheiterte.

Vor dem Torhüter dürfte Juve nun eine Fünferkette aufbauen. Im Angriff scheinen Carlos Tevez und Ex-Real-Profi Alvaro Morata nach ihren Toren in der Vorwoche gesetzt.

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