"Nicht als Touristen nach Berlin"

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Der Fluch des Champions-League-Siegers hat weiterhin Bestand.

Seit Einführung des Bewerbs hat kein Team seinen Titel erfolgreich verteidigen können. Das ist auch beim 22. Mal der Fall. Diesmal war Real Madrid der Leidtragende.

"Juve hat es sich verdient"

„Wir sind ein Team, das darum kämpft, Titel zu gewinnen. Und wir waren die Favoriten darauf, diesen Titel zu verteidigen“, musste Sergio Ramos nach dem Aus gegen Juventus Turin zerknirscht feststellen.

Nachsatz: „Die Wahrheit ist, dass es sehr schwer ist, sich vom Ausscheiden in der Champions League zu erholen.“

Nach dem 1:1 im Rückspiel gegen Juventus Turin gab der Real-Verteidiger aber auch zu: „Sie haben es sich verdient. Wir haben nach dem ersten Tor geglaubt, dass es erledigt ist. Aber Juventus war über die beiden Spiele hinweg besser.“

Morata gekränkt

Der Totengräber der „Königlichen“ war einer der ihren – Alvaro Morata. Der 22-Jährige kommt aus der Madrider Akademie, wurde aber im Sommer nach Turin verkauft. Und sorgte mit seinem Treffer für den Final-Einzug der „alten Dame“.

Er erntete dafür Pfiffe vom Madrider Publikum. „Die Situation war schwierig für mich. Ich habe nach dem Tor nicht gejubelt, ich habe einfach nur meinen Job gemacht. Ich bin ein Juve-Spieler und habe das nicht verdient“, ärgerte er sich über das Verhalten der Heim-Fans. Real besitzt übrigens eine Rückkauf-Option auf ihn.

Buffon war schon im Mai 2003 im Finale

Viel lieber sprach der junge Mann aber über das bevorstehende Endspiel gegen den FC Barcelona: „Es wird sehr schwierig, aber wir können es schaffen.“

Gianluigi Buffon stieß ins selbe Horn: „Wir werden sicher nicht als Touristen nach Berlin fahren. Wir werden dort sein, um ein Spiel zu spielen, das eine Menge für uns bedeutet. Man hat im Leben nicht oft die Chance, ein CL-Finale zu spielen. Wir werden alles geben.“

Buffon weiß, wie es sich anfühlt, ein Endspiel in der Königsklasse zu verlieren. Im Mai 2003, als Juve zum bisher letzten Mal im Finale der Champions League stand, hütete der Routinier bereits das Tor der Turiner und musste sich im Elfmeterschießen dem AC Milan geschlagen geben.

Was wird aus Ancelotti?

Trainiert wurden die Mailänder damals übrigens von Carlo Ancelotti. Dessen Zukunft bei Real scheint nach dem Scheitern indes ungewiss. Die Ungeduld und Sprunghaftigkeit von Klub-Präsident Florentino Perez ist bekannt. Der italienische Coach könnte das jüngste Opfer werden.

„Ich weiß es nicht, ob ich kommende Saison noch Real-Trainer sein werde“, gab sich Ancelotti nach dem Spiel zu diesem Thema naturgemäß kurz angebunden.

"Eine außergewöhnliche Gruppe"

Das wird Massimiliano Allegri derzeit herzlich wenig interessieren. Er muss Juventus neben dem CL-Finale nämlich auch auf das Endspiel in der Coppa Italia vorbereiten. Dort heißt der Gegner Lazio Rom. Und weil im italienischen Verband offenbar niemand mit Juve gerechnet hat, war das Spiel ursprünglich für den Sonntag nach dem Finale gegen Barca angesetzt. Nun wird es auf den 20. Juni verschoben.

„Wir haben uns den Platz im Finale verdient. Ich habe eine außergewöhnliche Gruppe von Spielern. Barcelona ist ein Team, gegen das es fast unmöglich ist, zu spielen. Aber es ist ein Unterschied, ob man es mit ihnen in Hin- und Rückspiel oder nur einer Partie zu tun bekommt – da kann alles passieren“, so der Juve-Coach.

Oder um es nach den Gesetzen der Champions League zu sagen: Alles, nur keine erfolgreiche Titelverteidigung.

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