Barca will den Fluch des Titelverteidigers brechen

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"Nana nananna, ... die Besten." Es ist wieder soweit, der Königsklassen-Fußball kehrt in unser Leben zurück.

Gestern Abend gaben sich die Gruppen A bis D ein erstes Stelldichein, heute Abend folgen die Pools E bis H (ab 20:45 Uhr LIVE im LAOLA1-Ticker).

Da die heimischen Kandidaten in der Qualifikation - die einen deutlich, die anderen weniger knapp - scheiterten, geht das große, millionenschwere Spektakel ein weiteres Mal ohne Beteiligung österreichischer Klubs über die Bühne. An interessanten Begegnungen mangelt es aber naturgemäß nicht und unter die arrivierten CL-Vereine mischen sich auch diesmal einige seltenere Gäste sowie Debütanten, die als große Unbekannte gelten.

Grund genug für uns, die Gruppen unter die Lupe zu nehmen und alle Teams zu beleuchten ...

 

AUSGANGSLAGE:


Messi, Suarez, Neymar. Noch Fragen? Die vielleicht beste Angriffsreihe aller Zeiten ist auch in dieser Saison Trumpf des FC Barcelona, dessen Motivation darin besteht, Geschichte zu schreiben. Bis dato gelang es noch keinem Champions-League-Sieger, den Triumph im Folgejahr zu wiederholen. Trotz eines Transfer-Verbots wurden mit Turan und Vidal zwei Kracher verpflichtet, die allerdings erst im Frühjahr einsatzberechtigt sind. Der Abgang von Pedro ist verschmerzbar, jener von Xavi wiegt dagegen schwerer. Die Erfahrung des 35-Jährigen und seine Führungsrolle im Team sind nicht zu ersetzen. Jener Xavi könnte übrigens schon bald seinen CL-Rekord - er bestritt 151 Spiele - wieder an Iker Casillas verlieren, der Porto-Keeper hält bei 150 Einsätzen.

 

Im Vorjahr führte Roger Schmidt seine Mannschaft im Premieren-Jahr bis ins Achtelfinale, wo im Elfmeterschießen gegen Atletico Endstation war. In dieser Saison will die Werkself eins draufsetzen. Die Abgänge (u.a. Son, Castro, Rolfes/Karriereende) wurden gut kompensiert (Chicharito, Kampl, Mehmedi, Tah, Kramer), die Mannschaft hat das System ihres Trainers verinnerlicht. Was gegen Bayer spricht: Zahlreiche Hoffnungsträger haben im Vergleich zu den Top-Teams wenig internationale Erfahrung. Auch die langfristigen Ausfälle von Neuzugang Aranguiz und den Innenverteidigern Toprak und Jedvaj könnte sich negativ auswirken.

 

Für die AS Roma steht die neue CL-Saison ganz im Zeichen der Wiedergutmachung. Bereits in der Gruppenphase kam für die Giallorossi 2014/15 das Aus, unvergessen ist das 1:7-Heimdebakel gegen die Bayern. Angesichts der Gegner Barca und Leverkusen wird das Unterfangen K.o.-Phase erneut kein leichtes. Nicht zuletzt dank Königstransfer Edin Dzeko, der von ManCity kam und den Angriff der Römer aufmotzen soll, rechnet sich die Truppe von Rudi Garcia dennoch gute Chancen aus. Insgesamt hat sich der Verein klug und vor allem billig - Stichwort Leihspieler - verstärkt. Zwischen Anspruch (europäische Spitze) und Wirklichkeit (bestenfalls zweite Reihe) klafft allerdings weiterhin eine Lücke. Positiv stimmt der gelungene Saisonauftakt in der Serie A, wo die Roma noch kein Spiel verloren hat.

 

Bei vielen Sturm-Fans löst der Name BATE Borisov heute noch Aggressionen aus, dabei ist das damalige Scheitern in der Qualifikation rückblickend betrachtet keine Schande. Zum vierten Mal in den letzten fünf Jahren ist der weißrussische Serienmeister (neun Titel in Folge) Gast in der CL-Gruppenphase. Der Aufstieg gelang noch nie, lediglich einmal schaffte man den Sprung in die Europa League. Auch in dieser Saison wird es schwer, angesichts der übermächtigen Konkurrenz ist jeder Punktgewinn als Erfolg zu werten. Gerade zuhause ist BATE jedoch nicht zu unterschätzen, man braucht nur beim FC Bayern nachfragen, der in der Triple-Saison 1:3 in Weißrussland unterlag. Bekanntester Spieler bei BATE ist Aleksandr Hleb, der mit 34 Jahren seinen Zenit zwar bereits überschritten hat, aber den Duellen mit Ex-Klub Barcelona entgegen fiebern wird.

AUSGANGSLAGE:


Aller guten Dinge sind drei?! Pep Guardiola befindet sich in der dritten und vielleicht letzten Saison mit dem FC Bayern. In München wird nicht weniger als der Titel verlangt. Eine Zielsetzung, die automatisch von Beginn an für immensen Druck sorgt. In der Liga läuft es bislang nach Wunsch (vier Siege aus vier Spielen), die Gruppenphase sollte angesichts des exzellenten Kaders keine allzu schwierige Aufgabe für den FCB darstellen. Bleibt den Bajuwaren das Verletzungspech der vergangenen Saison erspart, gehören sie zu den Topfavoriten. Angesichts der bitteren Halbfinal-Pleiten der letzten beiden Jahre gegen Real Madrid und den FC Barcelona haben die Bayern einige offene Rechnungen zu begleichen. Gutes Omen: Das Finale findet in Mailand statt. Dort haben die Bayern 2001 den Titel geholt.

 

Vom Kader überzeugt oder im Kampf um die Topstars wieder mal leer ausgegangen? FC Arsenal-Fans konnten kaum glauben, dass Arsene Wenger keinen einzigen Feldspieler verpflichtete. Das ändert nichts an der Vorgabe: Die K.o.-Phase ist Pflicht! Die Innenverteidigung ist zwar etwas dünn besetzt, doch insgesamt mangelt es dem Kader nicht an Qualität. Laufen Ramsey, Cazorla, Özil, Sanchez und Co. zur Höchstform auf, können sie jedem Gegner - auch den Bayern - weh tun. Ob die Gunners über eine ganze Saison hinweg auf Augenhöhe mit den Besten der Besten agieren können, darf allerdings bezweifelt werden. Ein Fragezeichen steht auch hinter Giroud. Der Franzose ist zweifellos ein starker Stürmer, Kritiker sind sich allerdings sicher, dass er höchsten Ansprüchen nicht genügt. Da Welbeck (Knie-OP) noch monatelang ausfällt, fehlt auch hier eine hochwertige Alternative. Wilshere gesellte sich zuletzt ein weiteres Mal auf die Verletztenliste (Haarriss), muss operiert werden verpasst die Gruppenphase.

 

Olympiakos Piräus ist längst Stammgast in der Königsklasse und bereits zum 17. Mal dabei - zum Vergleich: nur Real, Barca, Porto, Bayern, ManUnited und Arsenal nahmen häufiger teil. Im Vorjahr wurde der Rekordmeister Gruppen-Dritter, was auch 2015/16 das Ziel sein muss. Die Bayern und Arsenal sind laut Papierform außer Reichweite. Mit Esteban Cambiasso hat sich Olympiakos prominent verstärkt, der CL-Sieger von 2010 (mit Inter) soll die Mannschaft mit seiner Routine führen. Trainiert werden die Griechen seit Sommer von Marco Silva, der Sporting trotz des Pokalsieges verlassen musste.

 

Nachdem Dinamo Zagreb zuletzt an Aalborg bzw. der Wiener Austria in der Quali scheiterte, gelang diesmal der Sprung in die Gruppenphase indem die Hürden Fola Esch (LUX), Molde (NOR) und Skenderbeu (ALB) genommen wurden. Bei den Kroaten sticht die Jugend - nicht weniger als zwölf Spieler im Kader sind 21 oder jünger. Kapitän Ademi (24) ist die Schaltzentrale im Mittelfeld, seit diesem Sommer gehört auch Ex-Sturm-Verteidiger Gordon Schildenfeld dem Kader des kroatischen Rekordmeisters an. Angesichts der Stärke der Gruppengegner erscheint selbst die Qualifikation für die K.o.-Phase der Europa League unrealistisch. Ziel für Dinamo muss sein, die Bilanz des letzten Auftritts in der Königsklasse (man holte lediglich einen Punkt) zu übertreffen.

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