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Dortmund zuversichtlich, Barcelona bissig

So entspannt war Dortmund-Trainer Jürgen Klopp nach Niederlagen selten.

Trotz der dummen Abwehrfehler seiner Profis beim 1:2 im Hinspiel des Champions-League-Achtelfinales bei Juventus Turin hielt sich der Ärger des 47-Jährigen in Grenzen. "Wenn schon verlieren, dann 1:2", kommentierte Klopp ungewohnt unaufgeregt.

Ähnlich zuversichtlich fiel die Prognose von Weltmeister Mats Hummels für das Rückspiel am 18. März aus: "Wir haben die Aussicht, mit einem 1:0 weiter zu kommen. Das ist völlig in Ordnung. Ich bin deshalb nicht übermäßig traurig."

In schweren Zeiten wie diesen gibt man sich gern auch mal mit weniger zufrieden. Zumindest der Auftritt bis zur Pause machte Dortmund Mut für die zweite Partie gegen den souveränen Tabellenführer der italienischen Serie A.

"Juve wurde selten so unter Druck gesetzt", befand Klopp, "davon können wir uns zwar nichts kaufen. Aber unter Umständen ist das ein Wink, wie es gehen kann, weil wir ja noch mal gegen sie spielen dürfen." Lächelnd fügte der BVB-Coach hinzu: "Wir sind glücklich, dass wir es so spannend machen können."

Ärgerliches Gegentor

Marco Reus hält mit seinem Treffer die Dortmunder Träume am Leben

Auch Juventus-Coach Massimiliano Allegri konnte mit dem Resultat gut leben. "Wir haben gut gespielt, waren geordnet in der Verteidigung und in der zweiten Hälfte sehr gut", meinte der phlegmatische Trainer, den nur das Gegentor von Marco Reus (18.) ärgerte.

Alvaro Morata, der in der 42. Minute das 2:1 besorgte, hätte sich dagegen mehr Durchschlagskraft in der Offensive gewünscht. "Ich bin sehr zufrieden mit meinem Treffer, der mein bisher wichtigster war, aber ich habe noch auf weitere gehofft", gestand der spanische Juve-Angreifer, für den weiter Dortmund der Favorit ist.

"Doch wenn wir im Rückspiel mit derselben Einstellung spielen, dann werden wir schwer zu schlagen sein."

Zum 1:0 für die Gastgeber hatte der Argentinier Carlos Tevez (13.) getroffen, die Freude darüber war aber nur von kurzer Dauer, denn bereits fünf Minuten später hieß es 1:1. Durch das Auswärtstor wahrte der BVB die Chance auf den dritten Viertelfinaleinzug in Serie.

Messi verzweifelt an Hart

Joe Hart rettet Manchester City

Für City-Keeper Joe Hart dürften die Tore des Barca-Stürmers ein Deja-vu-Erlebnis gewesen sein: Er hatte bei der WM in Brasilien bei Englands 1:2-Niederlage gegen Uruguay bereits zwei Suarez-Treffer kassiert, die für die Engländer das vorzeitige WM-Aus bedeuteten.

Trotz der erneuten Pleite macht sich der Schlussmann noch Hoffnung auf ein Weiterkommen der Citizens. "Das ist sicherlich nicht unmöglich", meinte er. "Meine Parade (bei Messis Elfmeter) hat uns im Spiel gehalten."

Die Katalanen dagegen konnten sich trotz des Sieges nicht so recht freuen. Sie zeigten drei Tage nach ihrer 0:1-Liga-Niederlage gegen Malaga eines ihrer besten Spiele der Saison, vergaben aber die Chance, bereits im Hinspiel für eine Vorentscheidung zu sorgen.

Barca lässt ManCity leben

"Barca wartet mit einer Gala-Darbietung auf, lässt City aber mit dem Leben davonkommen", titelte deshalb das Sportblatt "El Mundo Deportivo". Barcelona spielte nach der Gelb-Roten Karte für Manchesters Verteidiger Gaël Clichy gut eine Viertelstunde in Überzahl, konnte aber keine weiteren Treffer erzielen.

Messi war nach dem verschossenen Elfmeter so enttäuscht, dass er am liebsten sein Trikot zerrissen hätte. Der Argentinier war mit dem Strafstoß an Hart gescheitert und hatte den Abpraller dann neben das Tor geköpfelt.

Trainer Luis Enrique nahm seiner Elf die verpassten Chancen nicht übel. "Wir hatten in Manchester gewinnen wollen und das haben wir geschafft", betonte der Coach.

Die Ankündigung seines Gegenübers Manuel Pellegrini, diesmal "auf Barca besser vorbereitet" zu sein, erwies sich als Trugschluss. ManCity bekam in der ersten Hälfte eine Lehrstunde erteilt.

Nach dem Wechsel kam der englische Meister besser ins Spiel und erzielte durch Sergio Aguero (69.) den Anschlusstreffer. Die Hoffnungen auf eine Wende währten aber nur fünf Minuten - bis zu Clichys Platzverweis.

Fehlende Torgefahr beim BVB

Bei aller Zuversicht für das Rückspiel verwies Reus jedoch auf die fehlende Torgefahr seiner Mannschaft über weite Strecken der Partie: "Nach dem 1:1 hatte ich gedacht, dass mehr drin ist. Wir waren zu schwach nach vorne, müssen gerade im letzten Drittel zielstrebiger sein."

England-Rückkehr von Suarez

Bei der Rückkehr nach England hat Luis Suarez seinen fast schon verloren geglaubten Torriecher wiedergefunden. Mit einem Doppelpack bei Manchester City öffnete der ehemalige Liverpool-Stürmer dem FC Barcelona das Tor ins Viertelfinale der Fußball-Champions-League.

Die Buh-Rufe der City-Fans hätten ihn besonders motiviert, sagte der Uruguayer nach Barcas 2:1-Sieg im Achtelfinal-Hinspiel.

Suarez beißt sich durch

"Es gibt Spieler, die dadurch inspiriert werden, und ich bin so einer", betonte Suarez.

Die Katalanen, die ManCity bereits im Vorjahr im Achtelfinale ausgeschaltet hatten, hätten gegen Englands Meister sogar höher gewinnen können. Aber Lionel Messi, einer der besten Spieler auf dem Platz, verschoss in der Nachspielzeit einen Elfmeter.

Suarez tröstete den Argentinier mit Worten: "Bei einem 3:1 hätten wir uns im Rückspiel auch nicht entspannen können. Gegen City weißt man nie, was passiert." Für Suarez waren die Treffer in der 16. und 30. Minute sein erster Doppelpack im Barca-Trikot.

Bei Liverpool war Suarez im Vorjahr mit 31 Treffern noch der erfolgreichste Torschütze in Europa gewesen, bei den Katalanen blieb er dagegen bisher weit hinter den Erwartungen zurück.

Zunächst war er wegen seiner Beißattacke bei der WM in Brasilien bis Ende Oktober gesperrt, danach gelangen ihm in 15 Spielen in der Primera Division nur vier Treffer.

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