Zehn Gebote für die Revanche

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Zehn Gebote für die Revanche

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Neues Spiel, neues Glück. 

Zum achten Mal versucht sich Salzburg an der Qualifikation für die Champions-League-Gruppenphase. Nach dem Umbruch im Sommer werden aber kleinere Brötchen gebacken.

„Ich kann nicht allen Ernstes von der Champions League reden, wenn es noch gar nicht darum geht. Es geht um ein Anmeldeformular für Europa. Das füllen wir mit allen Jungs aus und dann hoffen wir, dass es durchgeht“, sagt Trainer Peter Zeidler, der damit seiner Mannschaft den Druck nimmt.

Es gibt keine große Kampfansagen, auch keine Rachegelüste (Zeidler: „Die sind im Fußball generell fehl am Platz“), man will Schritt für Schritt die Hürde zum großen Traum nehmen.

„Es ist die Faszination Europa, um die es geht“, so der Deutsche, der vor seinem ersten Europacup-Spiel als Trainer steht. Um nicht gleich einen Dämpfer zu erleiden, müssen sich die Salzburger gegenüber den Spielen im Vorjahr sowie jenem in Mattersburg punktuell verbessert präsentieren.

LAOLA1 hat zehn Gebote für Salzburg vor dem Duell mit Malmö FF.

  • Konzentration beim Anpfiff 

Das beste Beispiel, wie es nicht geht, lieferte die bislang letzte Partie gegen den SV Mattersburg. Nach nur 16 (!) Sekunden bugsierte Markus Pink den Ball ins Salzburger Tor. „So kann man kein Spiel beginnen“, ärgerte sich Peter Zeidler nach der Partie. Am Dienstag meinte der Trainer mit einem Augenzwinkern: „Das Spiel startet bei 0:0 – hoffentlich steht es auch nach 16 Sekunden so. Aber dann geht es richtig los.“ Vergangene Saison kassierten die „Bullen“ in Baku gegen Qarabag ebenso ein frühes Gegentor wie später in Malmö. Zu Hause hielt man sich zu Beginn schadlos.

 

  • Nehmt den Kampf an 

Malmö zeigte sich vergangene Saison robust und kaufte den Österreichern vor allem in Schweden die Schneid ab. „Die physische Stärke von Malmö haben wir kennengelernt. Wir werden alles probieren, um als Team dagegen zu halten. Im Heimspiel haben wir das damals sehr gut gemacht. Im Auswärtsspiel hat nichts mehr funktioniert. Das wird garantiert nicht noch einmal passieren", verspricht Christoph Leitgeb, der in die Startelf zurückkehren wird. Markus Rosenberg checkte im Hinspiel damals Andreas Ulmer die Bänder aus der Schulter und schnitt im Rückspiel Christian Schwegler um. „Wir wollen uns nicht die Schneid abkaufen lassen“, hat Zeidler das im Matchplan. Man darf gespannt sein, schließlich sind die Salzburger nicht gerade für das Grobe bekannt.

  • Lasst euch nicht einschüchtern

Malmö-Trainer Age Hareide stichelte schon im Vorfeld der Partie: „Wir kommen wieder als Hexe hierher und wollen eine Gefahr für sie darstellen. Das macht Spaß!“ Der Norweger ist natürlich bemüht, die Erinnerungen an vergangenes Jahr hochzuhalten. Doch auch Malmö hat sich gewandelt, von der letztjährigen Aufstellung gegen Salzburg werden wohl nur zwei Spieler mit dabei sein – Markus Rosenberg und Anton Tinnerholm. Schwedische Journalisten wissen: Dieses Malmö ist schwächer als vergangene Saison. Platz fünf in der Liga verdeutlicht das. „Wir haben großen Respekt, werden aber nicht in Ehrfurcht erstarren“, sagt Zeidler. Muss man gewiss nicht.

 

  • Spielt euer Spiel

Salzburg soll sich freilich nicht verstellen und sein gewohntes Spiel aufziehen. Markus Rosenberg erwartet trotz beider Kaderumbrüche dasselbe Spiel und wird damit wohl recht haben. Im Hinspiel vor einem Jahr lief für Salzburg bis kurz vor Schluss alles nach Plan. „Es war unfair für Salzburg, das es nur 2:1 ausging. Es hätte 3:0 ausgehen können“, so Malmö-Trainer Age Hareide. Der weiß um den entscheidenden Vorteil: Wieder spielt Malmö im zweiten Spiel zu Hause. Alleine deswegen muss Salzburg am Mittwoch entsprechend vorlegen. „Ein 2:0 oder 3:0 wäre schön“, so Leitgeb.

 

  • Dosiert euer Spiel

Je nachdem wie der Spielstand ist, kann eine Mannschaft auch einmal einen Gang zurückschalten – auch Salzburg. Die „Bullen“ laufen gerne 90 Minuten ohne Rücksicht auf Verluste an. Doch im Europacup haben auch clevere Teams die besseren Chancen. „Wir müssen auch hinten gut stehen und dürfen keine Fehler machen“, weiß Valon Berisha, der pikanterweise in Malmö geboren wurde und unter Hareide trainierte. Um das Spiel zu kontrollieren, sind auch folgende Herren gefragt.

 

  • Führungsspieler sind gefragt

Zeidler nennt sie Korsettstangen. Also die Führungsspieler, die gegen Malmö auch als solche in Erscheinung treten müssen. Rosenberg hat das auf der anderen Seite vergangene Saison bewiesen, nun sind Andreas Ulmer, Martin Hinteregger, Christoph Leitgeb und Jonatan Soriano am Mittwoch sowie in Malmö gefragt. „Als Routinier – und da bin ich ja in unserer Mannschaft nicht der Einzige – ist es meine Aufgabe, voranzugehen und die Jungen mitzuziehen. Wir habe tolle junge Spieler und sie müssen dagegen halten, denn es wird hartes Spiel“, verspricht Leitgeb.  

  • Trainer-Team ist gefragt

Peter Zeidler und seine neuen Co-Trainer Gerhard Struber und Richard Kitzbichler werden in beiden Duellen ebenfalls gefragt sein, treffen sie doch mit Age Hareide auf einen norwegischen Trainer-Fuchs, der fünf Jahre das Nationalteam coachte. „Ich habe seine taktische Meister-Leistung aus dem Vorjahr noch in Erinnerung“, sagt Zeidler, der mit seinen Mannen für diverse Situationen im Spiel dementsprechend gewappnet haben sollte. Malmö wird wieder versuchen, die Mitte zuzumachen und über Konter zu ihren Chancen zu kommen. Salzburgs ungeliebtem Spiel über die Außen muss Wichtigkeit zukommen. In Mattersburg war das zu wenig und unkoordiniert.

 

  • Nützt eure Chancen

In Mattersburg kamen die Salzburger zu einigen Chancen, verwerteten am Ende aber nur eine. Vor allem Marco Djuricin muss sich, sofern er neben Jonatan Soriano aufläuft, abgezockter präsentieren. Beim 1:2 am Samstag zeigte sich der Wiener einfach zu unentschlossen, rollte teilweise den Ball auf das Tor. Im Europacup sind die Chancen bekanntlich rar. Salzburg mag zwar auch in Malmö für ein Tor gut sein, aber je besser das Hinspiel-Ergebnis, desto weniger flattern die Nerven vor der Rückkehr in den gefürchteten „Hexenkessel“ von Malmö.

 

  • Holt die Fans ins Boot

Ja, das Stadion wird nicht ausverkauft sein und wahrscheinlich nur halbvoll. Aber es ist nach wie vor ein Heimspiel, zu dem zwischen 10.000 und 15.000 Zuschauer kommen. Nach dem 1:2 in Mattersburg wurde Besserung versprochen. Dieses Versprechen muss freilich auch gehalten werden. Im Burgenland wurde die notwendige Aggressivität vermisst, „Sky“-Experte Heribert Weber sprach gar von Überheblichkeit. Als Motto wurde „Shut up and run“ auserkoren, dieses Motto zierte Valon Berishas T-Shirt bei der Pressekonferenz. „Reden dürfen sie schon“, so Zeidler.

 

  • Konzentration bis zum Abpfiff

Und auch hier sei der SV Mattersburg wieder als Negativ-Beispiel angeführt. In Minute 93 auf diese Weise das 1:2 zu kassieren, ist nicht nur wegen des Bocks von Paulo Miranda besonders ärgerlich. Die Viererkette war zu dieser Spielzeit viel zu weit aufgerückt und so kassierte Salzburg wie so oft einen Treffer im Finish. Eine Unkonzentriertheit führte auch zum bitteren 1:2 vor einem Jahr. Wenn man weiterkommen will, sind solche billigen Gegentore einfach zu verhindern. „Wir haben in beiden Spielen eine realistische Chance“, sagt Zeidler, der weiß, dass seine Mannschaft spielerisch mehr drauf hat. Aber das alleine zählt nicht. Viele Komponenten spielen mit. Sollte die Mehrzahl positiv umgesetzt werden, stehen die Chancen auf Aufstieg gegen Malmö nicht schlecht.

  

Bernhard Kastler

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