Positive Erkenntnisse und großer Dämpfer

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Mit dem 2:0 gegen Malmö lässt es sich für Salzburg im Rückspiel sehr gut arbeiten.

Dieses Ergebnis in einem K.o-Duell im Hinspiel zu Hause ist übrigens auch ein Novum in der Red-Bull-Ära.

Möglich, dass die ewige Bilanz in allen Ausscheidungsspielen inklusive Qualifikationsrunden nach dem Retourmatch in der 3. CL-Quali-Runde positiv sein wird (14x aufgestiegen, 14 x ausgeschieden).

„Wir haben alles in der Hand“, sagte Andreas Ulmer nach dem Hinspiel bezogen auf das Rückspiel.

Das war auch vergangenes Jahr der Fall, doch der Ausgang nach dem 2:1 im Hinspiel in Salzburg ist bekannt. Malmö besiegte Salzburg zu Hause mit 3:0, was auch in diesem Jahr reichen würde.

Nur drei Teams bekamen zu Hause kein Gegentor

Am Mittwoch ließen die Hausherren zwar einige weitere gute Chancen aus, können sich aber auch nicht beklagen, dass die Gäste zu keinem Treffer gekommen sind. Auch die hatten (wenige) Chancen.

„Wir haben zwei Tore geschossen und noch viel wichtiger, keines bekommen. Das wollen in Europa alle Trainer, Journalisten, Präsidenten“, war Peter Zeidler auch mehr erleichtert als verbittert.

Kein Wunder, reicht doch ein Blick auf die gesammelten Hinspiel-Ergebnisse in der dritten Runde der Champions-League-Qualifikation.

Neben Salzburg haben nur drei Teams zu Hause zu Null gespielt. Celtic bezwang Qarabag 1:0. Helsinki (gegen Astana) und Fenerbahce (gegen Donezk) spielten torlos unentschieden.

Der Umkehrschluss: Zwölf von 15 Teams trafen auswärts zumindest einmal. Und Salzburg ist bekanntlich in jedem Spiel für ein Tor gut. Was das Hinspiel ebenfalls zeigte: die defensiv auftretenden Schweden sind keinesfalls eine Truppe, die einem Kopfzerbrechen bereiten muss.

„Die Hälfte ist geschafft. Wir müssen auswärts noch einmal so eine Leistung bringen, dann steigen wir auf“, sagt Ulmer, der zwar 2014 in Malmö fehlte, aber genau weiß, was Salzburg dort erwartet.

„Jungbullen“ am richtigen Weg

Malmös Trainer Age Hareide hat sich schon Gedanken gemacht: „Wir müssen zu Hause eine andere Mannschaft sein. Wir müssen uns in 1:1-Situationen verbessern und unsere physische Stärke besser ausnützen. Wir müssen versuchen, in den ersten zehn Minuten ein Tor zu erzielen.“

Aus Salzburger Sicht ist eine absolute Notwendigkeit, diese schadlos zu überstehen. Ansonsten könnten sich die jungen Spieler wieder von der aufgeheizten Stimmung anstecken lassen.

Zu Hause wussten die Jungen wie  David Atanga (18) und Dimitri Oberlin (17) auch körperlich zu überzeugen. Die Unbekümmertheit ist auch in Malmö gefragt. Die Spielanlage wird ähnlich sein.

Die Gäste könnten zwar dosierter spielen, werden sie aber nicht. „Wenn ich an die Zuschauer auf der Haupttribüne denke, da ist nichts mit ruhig oder dosiert“, sieht Zeidler offenbar mehr eine Gefahr darin, sich etwas defensiver als sonst zu verhalten. Abgeklärter wäre ihm wohl am liebsten.

Dahingehend haben die Salzburger am Mittwoch einen Schritt nach vorne gemacht, wie auch Sportchef Christoph Freund freudig feststellte: „Und das war ein wichtiger im Entwicklunsprozess.“

Die Fehler, wie nach den Toren hinten offen zu sein, werden analysiert. „Wir arbeiten daran“, sagte Ulmer nach der Partie.

Routiniers traten in den Vordergrund

Erfreulich: Die Routiniers traten an diesem Abend als solche auf: Christoph Leitgeb, anstelle des verletzten Jonatan Soriano Kapitän, legte Ulmer das :0 auf und kontrollierte das Zentrum.

Martin Hinteregger ist zwar erst 22 Jahre alt, aber erstens schon lange dabei und zweitens gesetzter Innenverteidiger bei der Nummer 15 der Welt, Österreich. Das unterstrich der Kärntner einmal mehr.

Der Linksfuß hatte Unruheherd Markus Rosenberg im Griff und gab ihm auch das nötige, physische Contra. Etwa unmittelbar vor dem Elfmeter, bei dem er die Verantwortung übernahm und keinen Zweifel aufkommen ließ. So geht man voran.

„Es war heute ein optimaler Mix von jung und routiniert“, meinte Ulmer. Zudem zeigten sich die „Bullen“ auch in manchen Situationen clever.

Joker Havard Nielsen holte nach einem unnötigen Pass im schwedischen Strafraum gekonnt den Elfer heraus. Auch das gehört dazu, um in europäischen K.o.-Duellen erfolgreich zu sein.

Von Spiel zu Spiel und nicht weiter

Die wahre Prüfung liegt aber wie vergangenes Jahr in Malmö. Bestehen die „Jungbullen“ diese, könnte im Sog einer gelungenen Revanche tatsächlich der erstmalige Einzug in die CL gelingen.

Für Zeidler und Co. ist das aber noch ganz weit weg. Ähnlich dem Nationalteam-Sprech wird von Spiel zu Spiel gedacht. Nicht weiter. Erst Rapid am Samstag, dann Malmö am Mittwoch.

Salzburg hat im Hinspiel ein Fundament für den Aufstieg gelegt.

Fehlt Soriano die gesamte Europacup-Quali?

Dieses müssen die "Bullen" offenbar ohne Soriano in einen Aufstieg umwandeln.

Der verletzte Salzburg-Kapitän hat noch am Mittwochabend nach dem Spiel beim Talk im VIP-Zelt über seine Wadenverletzung gesprochen.

"Ich habe heute mit dem Arzt gesprochen und er hat gesagt, es dauert leider drei bis vier Wochen", so der 29-Jährige.

Trainer Peter Zeidler meint am Donnerstag: "Es ist ehrlicherweise nicht besser geworden." Mittlerweile gehen auch die Verantwortlichen davon aus, dass er länger fehlen wird. Im schlimmsten Fall sogar die gesamte Qualifikationsphase bis Ende August.

Eine Anfrage von Benfica Lissabon wird indes offiziell dementiert. Zeidler: "Ich habe es gelesen und mit Sportchef Christoph Freund gesprochen, das sind Gerüchte."

 

Bernhard Kastler

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