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Ribery will seine Karriere mit dem FC Bayern krönen

Ein Endspielheld war Franck Ribery bisher nicht.

Bei der Fußball-WM 2006 verlor der Franzose sein erstes großes Finale, in London soll das lange Warten ein Ende haben:

"Jetzt muss es klappen. Ich warte schon so lange", sagte der Offensivspieler vor dem Champions-League-Finale gegen Borussia Dortmund.

Der einzige Titel, der fehlt

Ohne internationalen Titel ist und bleibt seine Karriere für ihn unvollendet. Und darum verhehlt der Star des FC Bayern München seine Sehnsüchte nicht.

"Ich habe mit den Bayern alles gewonnen, nur dieser Titel fehlt." Die Zeit sei überreif, jetzt mit 30 Jahren, meinte Ribery: "Wir müssen für diesen Club, diese Fans, diese Mannschaft gewinnen."

Vier Jahre nach dem im Elferschießen gegen Italien verlorenen WM-2006-Finale brachte sich der kongeniale Partner von David Alaba auf der linken Bayern-Seite selbst mit einer dummen Roten Karte im Halbfinale um das Champions-League-Endspiel gegen Inter Mailand.

Ohne ihren Flügelflitzer verloren die Münchner in Madrid 0:2. "Das war schwer damals", sagte Ribery rückblickend.

Reif für den großen Coup

Schmerzhaft und frisch sind die Erinnerungen an das Elfmeterdrama 2012 im eigenen Stadion gegen Chelsea. "Das war ein Schock für alle", bemerkte Ribery, der damals angeschlagen in der Verlängerung ausgewechselt worden war und hilflos das Drama verfolgen musste.

Aber jetzt fühlt sich der Franzose reif für den großen internationalen Wurf. "Ich muss richtig gut spielen gegen Dortmund." Den Anpfiff sehnt er herbei. "Das Adrenalin kommt", gestand er.

Lionel Messi und Cristiano Ronaldo flogen im Halbfinale raus, die große Bühne scheint frei für einen wie ihn, der seine Fähigkeiten in Europa und der Welt immer nur sporadisch aufblitzen lassen konnte.

Jetzt wittert er seine Chance, auch für kommende Fußballerwahlen. "Ich muss den Champions-League-Pokal holen. Dann schau wir mal, was danach passiert", sagte er.

Auf dem Leistungszenit

2015 läuft Riberys Vertrag aus, eine Verlängerung wird von ihm und vom Verein angestrebt. Für immer FC Bayern? "Warum nicht", antwortete er: "Ich habe ein gutes Gefühl, ja."

Ribery ist wohl auf dem Zenit seiner Schaffenskraft. Zehn Tore erzielte er in der abgelaufenen Meistersaison, mit 15 Vorlagen war er zudem der erfolgreichste Vorbereiter der Bundesliga.

Das Fachblatt "Kicker" wies ihn mit einem überragenden Notenschnitt von 2,10 als Top-Spieler aus, klar vor Mario Götze (2,46) und Teamkollege Thomas Müller (2,74).

Gegen Dortmunds Verteidiger Lukasz Piszczek jedoch hat er sich stets schwergetan. "Er läuft viel, ist schnell, gegen ihn ist es nicht einfach im Eins-gegen-Eins", meinte Ribery anerkennend über den polnischen Nationalspieler.

Er kann auch die Grätsche

Die Anerkennung seiner Mitspieler hat sich der Dribblanski in dieser Saison besonders mit seiner neuen Ernsthaftigkeit in der Defensivarbeit erworben.

"Franck hat noch einen Schritt nach vorne gemacht", sagte Bastian Schweinsteiger: "Man misst ihn immer an Toren, an seinen Dribblings. Aber für mich ist er am wertvollsten, wenn er auch noch nach hinten arbeitet."

Das Stadion johle jetzt, "wenn er den Ball klaut und weggrätscht", bemerkte Schweinsteiger.

Ribery lobt Jupp Heynckes

Jupp Heynckes sieht es als einen seiner größten Verdienste an, die Offensivkünstler Ribery und Arjen Robben in die kollektive Abwehrarbeit integriert zu haben.

"Franck und Arjen haben früher nie das Umschaltspiel ausüben müssen. Sie merken jetzt, dass das Erfolg bringt", erläuterte der Trainer. Heynckes preist Ribery als "Mannschaftsspieler".

Der Coach hat bei dem Franzosen die richtige Form der Ansprache gefunden. "Jupp Heynckes war wichtig für mich, für mein Selbstvertrauen, mein Glück, meinen Spaß auf dem Platz", sagte Ribery.

 

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