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Die Champions League ist wie Olympia: Dabei sein ist alles. Zumindest für die Mehrheit der europäischen Klubs.

Um diesem großen Ziel einen Schritt näher zu kommen, muss Red Bull Salzburg am Mittwoch (20:30 Uhr) die Hürde Malmö nehmen. 2014 klappte das bekanntlich nicht.

Die "Bullen" gehen dieses Mal allerdings mit einem Vorsprung von 2:0 statt 2:1 ins Rückspiel. Ein Ergebnis, mit dem es sich ganz gut arbeiten lässt.

Jene Herren, die damit arbeiten, sind eigentlich noch keine Herren. Es sind Jungs, die teilweise keine 20 Jahre alt sind, aber viel Potenzial haben.

Salzburg startet mit "Olympia-Auswahl"

Salzburg tritt, sofern nicht doch Alexander Walke für den zuletzt angeschlagenen Cican Stankovic (meldete sich fit) startet, mit einer "Olympia-Auswahl" an.

Heißt: eine U23 mit drei Spielern, die älter sind.

 

Malmö FF - Red Bull Salzburg
New Stadium Malmö, 20.30 Uhr SR Koukoulakis/GRE). Hinspiel 0:2.

Im Hexenkessel namens New Stadium zu Malmö sind dies die Verteidiger Paulo Miranda (26) und Andreas Ulmer (29) sowie Christoph Leitgeb (30).

Alle anderen Kandidaten, eben Stankovic (22), Martin Hinteregger (22), Benno Schmitz (20), Naby Keita (20), David Atanga (18), Valon Berisha (22), Felipe Pires (20) und Dimitri Oberlin (17) sind mitunter viel jünger.

Wieder im Bereich von 22,5 Jahren

Das Durchschnittsalter der Startelf aus dem Hinspiel, 22,5 Jahre, wird im Rückspiel ähnlich sein. Malmö verlor in Salzburg mit einer Startelf im Schnitt von 26,5 Jahren.

Einige jüngere Salzburg-Spieler wie Hinteregger oder Berisha haben dabei mehr Erfahrung, andere so gut wie keine. 

LAOLA1 wirft den Fokus auf ein Quartett, das in Schweden aus dem "Waterloo" 2014 ein "The Winner takes it all" 2015 machen könnte.

BENNO SCHMITZ (20)

Der Deutsche kam vor der vergangenen Saison vom FC Bayern, spielte dort 46 Mal für die Amateure und trainierte unter Jupp Heynckes als auch Pep Guardiola. Der Grund nach Salzburg zu kommen, lag auf der Hand: "Das ist ganz einfach: Weil bei den Bayern noch einmal eine ganz andere Konkurrenz vorherrscht." Vergangene Saison startete der Außenverteidiger bei Liefering unter Peter Zeidler und profitierte mit seiner Beidfüßigkeit von regelmäßigen Ausfällen der Routiniers Ulmer und Schwegler. Peter Ankersen konnte ihm zudem nicht das Wasser reichen. Im Frühjahr avancierte Schmitz zum Herren der Standards, was nun auch beim Ausfall von Jonatan Soriano keine unwichtige Rolle spielt. Was stimmungstechnisch auf Schmitz zukommt, weiß der "perfekte Schwiergersohn" (Zitat Stefan Ilsanker), saß der Bayer doch vergangene Saison schon auf der Bank.

 

NABY KEITA (20)

Naby Keita saß vergangenes Jahr in Schweden nicht nur auf der Bank, sondern spielte auch von Beginn an. Er gehörte der Adi-Hütter-Überraschungself an, die sich im Nachhinein nicht auszahlte. Der damals 19-Jährige war im Mittelfeld heillos überfordert und hatte Glück, dass er nicht nach einem harten Foul Rot sah. In der Halbzeit war Schluss. Seit Jahresbeginn gehört der zentrale Mittelfeldspieler aus Guinea, der zu den absoluten Sympathieträgern in der Mannschaft gehört, zur Salzburger Stammelf und überzeugt mit Ballbehandlung und Übersicht sowie seinem Offensivzug (fünf Liga-Tore 2014/15). Sollte diese Entwicklung weiter so voranschreiten, folgt spätestens kommenden Sommer der Wechsel. In Malmö wird ihm wie Leitgeb in der Zentrale wieder eine Schlüsselrolle zukommen.

 

DAVID ATANGA (18)

In den bislang schwierigen Spielen, also zwei Mal Bundesliga und einmal CL-Quali, stand der Ghanaer (spielte für RB Ghana) jeweils in der Startelf und wurde maximal in der Nachspielzeit ausgewechselt. Sein linker Fuß ist zweifelsohne ein begnadeter und gepaart mit dem Laufstil erinnert der U20-WM-Teilnehmer und Gegner von Österreich 2015 leicht an David Alaba. Valon Berisha unterstreicht: "Er ist ein bodenständiger Spieler und man sieht, dass er etwas erreichen will, er gibt in jedem Training Vollgas." Im Spiel hat er wie für einen jungen Spieler üblich seine guten und schlechten Zeiten und leistet sich etwa manchmal katastrophale Abspielfehler. "Wir verzeihen ihm Fehler, er darf sie machen", sagt Zeidler. Das Standing und Vertrauen ist groß, gegen Rapid durfte der 18-Jährige jenen Freistoß treten, der die letzte große Möglichkeit bedeutete. Trotz Anwesenheit von Hinteregger und Schmitz. Man darf gespannt sein, wie sich Atanga, der auch die Zweikämpfe nicht scheut (nachzufragen bei Stefan Stangl), in Malmö präsentiert. Nämlich ob seine an sich coole und trockene Spielweise von der Atmosphäre beeinträchtigt wird.

 

DIMITRI OBERLIN (17)

Nun, wer hätte das gedacht, dass Dimitri Oberlin als nomineller Einser-Stürmer Salzburgs nach Schweden gereist ist? Richtig, niemand. Jonatan Soriano ist zwar verletzt, aber zumindest Marco Djuricin hat er offenkundig früh in dieser Saison etwas voraus. Eigentlich vorerst für Liefering gedacht, konnte der jüngste "Bulle" in der Vorbereitung und in den Spielen überzeugen - gegen Rapid belohnte sich der Schweizer, der im Sommer vom FC Zürich kam, mit seinem ersten Tor. Sein unbändiger Wille, der manchmal in unkoordiniertes Anrennen ausufert, machte sich bezahlt. "Er lernt wie viele andere schnell und in großen Schritten", schwärmt Zeidler vom Stürmer mit dem beachtlichen Körper für einen 17-Jährigen. "Und er ist sehr schnell", ergänzt Berisha. "David und Dimitri passen gut zu unserer Spielweise, sie sind technisch sehr beschlagen." Beide und auch die anderen Youngsters können das nun auf einer großen Bühne unter Beweis stellen.

 

Bernhard Kastler

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