Mit großen Erwartungen gegen Gradmesser Ajax

Aufmacherbild

Es ist angerichtet!

Wenn am Mittwoch um 21:05 Uhr der Anpfiff zum CL-Qualifikationsduell zwischen Rapid und Ajax Amsterdam ertönt, ist Stimmung garantiert.

Über 40.000 der 44.500 für Rapid-Fans aufgelegten Karten sind bereits weg, das Ernst-Happel-Stadion wird somit aller Voraussicht nach ausverkauft sein.

Doch die im Umfeld steigende Euphorie gilt es innerhalb der Mannschaft auszublenden. Die Vorfreude kann aber niemand verleugnen.

Ungeahnte Dimensionen

„Als das Los bekannt war, habe ich nicht an diese Dimension geglaubt“, muss Klubservice-Leiter Andy Marek zugeben.

Auch Andreas Müller geht voller Erwartungen in den Schlager gegen den niederländischen Rekordmeister.

„Die Vorfreude ist bei allen riesig. Es ist auch nicht alltäglich, gegen einen absoluten Top-Gegner, der international erfahren ist, antreten zu dürfen. Aber die Mannschaft wird gewappnet sein“, prophezeit der Sportdirektor, der sich noch gut an Duelle mit Frank de Boer während seiner aktiven Zeit erinnern kann.

Der bittere Kreuzbandriss von Thomas Schrammel trübt die Stimmung ein wenig. Der Linksverteidiger wird ebenso fehlen wie Mario Pavelic und Andreas Kuen. Ansonsten kann Trainer Zoran Barisic aus dem Vollen schöpfen.

Vorteil dank früherem Saisonstart?

Der gelungene Auftakt mit dem Cup-Aufstieg in Weiz und dem 3:0 gegen Ried haben laut dem 45-jährigen Wiener aber wenig mit der kommenden Standortbestimmung zu tun.

„Ich freue mich auf eine tolle Kulisse, aber Ajax ist sicher der Favorit“, versucht „Zoki“ die hohe Erwartungshaltung zu dämpfen.

Doch wie stehen die Chancen tatsächlich? Für Rapid spricht mit Sicherheit, dass man die ersten Pflichtspiele bereits in den Beinen hat, während der niederländische Kontrahent mitten in der Vorbereitung steckt und Ajax erst am 9. August in die Saison startet.

Zudem baut Rapid auf Altbewährtes, während Ajax mit vielen Jungen und einigen Neuzugängen erst eine schlagkräftige Mannschaft formen muss. In der Vorbereitung konnte zudem erst ein Spiel gewonnen werden. „Das könnte eine Rolle spielen“, meint Barisic.

Gradmesser Ajax als spielerisches Vorbild

Trotz der guten Vorzeichen gegen den schillernden Namen wird es von Rapids Darbietung abhängen, ob man Paroli bieten kann.

„Das wird ein geiles Spiel, ein echter Gradmesser! Wir brauchen eine Top-Leistung, volle Konzentration, da werden Kleinigkeiten entscheiden. Ich hoffe, dass die Mannschaft alles abrufen kann, was in ihr steckt“, ist Müller guter Dinge.

Ajax steht für Offensivfußball, viel Ballbesitz, hohes Attackieren und schnelle Außenbahnspieler – durchaus bekannt von Rapid, zumindest in Ansätzen.

„Fußballerisch ist das ähnlich. Wir wollen zumindest so spielen, die Entwicklung geht auch dorthin. Wichtig ist eine stabile Defensive, wir müssen konsequent und effektiv im Handeln auf dem Platz sein. Dass es machbar ist, traue ich uns zu“, so Müller weiter.

„Ajax muss sich auch erst beweisen“

Aus den Duellen im vergangenen Jahr zwischen Ajax und RB Salzburg kann und will Rapid nicht allzu viel ableiten. Schließlich habe Salzburg eine eingespielte Mannschaft mit hoher Qualität und extremen Pressing-System gehabt.

„Ajax hat jetzt ein anderes Bild, das ist nicht vergleichbar mit damals. Auch wenn die Struktur und Schiene gleich ist. Uns erwartet eine spielerisch starke Mannschaft, die den Ball nicht einfach wegschießt und von einer in die andere Zone nach vorne will“, weiß Barisic.

Mit Neuzugang Amin Younes von Borussia Mönchengladbach fällt ein Freund von Rapids Mittelfeldabräumer Thanos Petsos verletzt aus.

Bezogen auf das neu formierte Ajax-Team meint dieser: „Ajax muss sich auch erst beweisen, wir sind dafür eingespielt. Wir müssen das Spiel besser gestalten als letztes Jahr gegen HJK Helsinki. Es gibt nichts Geileres als eine Gruppenphase zu erreichen, auch wenn der Schritt jetzt mit der Champions League noch höher ist.“

Hunger auf eine Sensation

Das Vertrauen in die eigenen Stärken ist durchaus gegeben. Den Willen, Berge zu versetzen, kann Barisic erkennen.

„Die Mannschaft ist ziemlich ehrgeizig, hat einen riesigen Willen und ein ganz großes Herz. Der Erfolgshunger und die Bereitschaft, sich weiterzuentwickeln, sind groß. Ich bin positiv, dass wir uns gut präsentieren werden.“

Bereits nach dem Abschlusstraining am Dienstag wird das Team einkaserniert – besondere Bedingungen für besondere Spiele.

Müller gibt seinen Jungs deshalb auch eine ganz spezielle Marschroute vor. „Wir brauchen in allen Bereichen hundert Prozent. Wir können nur gewinnen, haben nichts zu verlieren. Mit dieser Überzeugung werden wir ins Spiel gehen.“


Alexander Karper

Zum Seitenanfang» 0 Mehr zum Thema

LAOLA Meins - Tags folgen