Rafinha: "Alaba kann einer der Besten werden"

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20 Punkte Vorsprung auf Titelverteidiger Borussia Dortmund, dazu ein 9:2 gegen den Hamburger SV im Rücken.

Der FC Bayern ist auf dem Weg zur 23. Meisterschaft nicht mehr aufzuhalten. Gratulieren lassen will man sich in München allerdings noch nicht.

"Natürlich sind wir sehr zufrieden, wie die Saison bislang verläuft. Das Team ist stark und wir brechen jede Menge Rekorde, aber gratuliert und gefeiert wird erst, wenn die Meisterschaft beendet ist", stellt Rafinha gegenüber LAOLA1 klar.

Der Rechtsverteidiger steht seit knapp zwei Jahren auf der Gehaltsliste der Bayern und war zunächst Stammspieler.

Nach einer durchschnittlichen Hinserie 2011/12 verlor er allerdings seinen Platz, da sich David Alaba auf der linken Seite durchsetzte und Kapitän Philipp Lahm seither auf Rafinhas Position gesetzt ist.

"Kein ganz so leichtes Jahr"

Keine leichte Situation für den 27-Jährigen, der bei seinen vorherigen Vereinen stets unumstritten war.

"Was die Team-Performance betrifft, läuft es wirklich super", konstatiert der Brasilianer, "für mich persönlich ist es natürlich kein ganz so leichtes Jahr. Ich spiele nicht mehr in der Häufigkeit wie im letzten Jahr."

Umso überraschender erschien eine Aussage Rafinhas. In einem Interview gab er zu Protokoll, Verständnis aufzubringen für die Entscheidung von Jupp Heynckes, ihn auf die Ersatzbank zu verbannen, da der FC Bayern jede Menge guter Spieler in seinen Reihen habe.

Müsste es nicht der Anspruch eines Spitzenspielers sein, stets auf dem Platz zu stehen? "Klar. Es war auch klar, dass mich die Bayern holten, weil sie jemanden für rechts hinten benötigten."

Abschied aus München kein Thema

Die Planänderung von Heynckes kam daher völlig unerwartet. "Er hat plötzlich entschieden. Dann war ich auch noch eine Weile verletzt und als ich Anfang dieser Saison zurückkam, hatten wir eine Siegesserie gestartet. So sah der Trainer keinen Anlass, irgendetwas zu verändern."

Sich auf einer anderen Position zu versuchen, stand für Marcio Rafael Ferreira de Souza, wie er mit vollem Namen heißt, nicht zur Debatte.

Stattdessen nimmt er hin, nur die Nummer zwei zu sein, da Lahm eine großartige Saison hinlege und als Kapitän der Bayern und des DFB eine besonders Stellung genieße.

Auch ein Abschied aus München war nie Thema. "Ganz und gar nicht. Ich habe noch ein Jahr Vertrag und will so lange hier bleiben. Mindestens."

Rafinha hat sich mit seiner Reservistenrolle scheinbar abgefunden

Juve mit breiter Brust nach München

Über seine Zukunft macht er sich indes derzeit ohnehin wenige Gedanken, stellt doch die Gegenwart einige spannende Aufgaben für ihn und die Bayern bereit.

Die nächste heißt Juventus Turin und schimpft sich Rekordmeister in Italien. "Juve ist ein großes Team. Es wird in beiden Spielen ein harter Kampf", vermutet Rafinha vor dem ersten der beiden Viertelfinal-Spiele in der Champions League. (Bayern-Juve und PSG-Barca ab 20:45 Uhr LIVE)

Die "Alte Dame" reist als souveräner Tabellenführer und mit einer Serie von 14 ungeschlagenen Europacupspielen in Folge nach München. Die Brust der Italiener ist entsprechend breit.

"Sie spielen ein kluges System. Ich sehe ehrlich gesagt keine Schwachstelle", urteilt der 27-Jährige, der als größten Unterschied zwischen italienischem und deutschem Fußball die defensivere Spielweise der Südländer ausmacht.

Alaba zu einem Freund geworden

Juve habe indes etliche Klassespieler. Buffon sei ein absoluter Top-Torhüter. Chiellini und Barzagli zählen zu den besten Verteidigern. Marchisio, Vidal und Pirlo stechen im Mittelfeld hervor.

Angst habe er allerdings keine. die Bayern bräuchten einfach nur auf ihre Stärken vertrauen. "Wir müssen uns auf unser Spiel konzentrieren, viel Ballbesitz haben, möglichst viele Chancen kreieren und hinten gut stehen. Wenn wir das so durchziehen wie zuletzt, sollten wir gute Chancen haben."

Gegen das Team aus dem Piemont wird auch David Alaba wieder mit von der Partie sein. Der 20-Jährige fehlte zuletzt angeschlagen beim Kantersieg über den HSV, ist nun aber wieder fit.

Rafinha hält große Stücke auf seinen Teamkollegen. "Er ist großartig und ein guter Freund geworden. David hat riesiges Potenzial und kann zu einem echten Topspieler reifen." Der ÖFB-Nationalspieler habe alle Voraussetzungen, um eines Tages einer der besten Spieler der Welt zu werden.

Rafinha hält große Stücke auf Alaba

Traum von der WM-Teilnahme

Er selbst traut sich ebenfalls noch einiges zu. Neben der Eroberung eines Stammplatzes bei den Bayern steht auch die Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2014 in seiner Heimat noch immer auf der Wunschliste.

"Wenn ich regelmäßig für die Bayern spiele, bin ich sicher, dass ich auch ins Nationalteam berufen werde. Dafür muss ich einfach fokussiert bleiben und meinen Job hier sorgfältig erledigen."

Ob der Durststrecke der "Selecao", die unter Trainer-Rückkehrer Luiz Felipe Scolari noch keinen vollen Erfolg verbuchen konnte, sorgt er sich nicht sonderlich.

Die WM sei eine vierwöchige Veranstaltung, bei der es gilt, die Höchstform abzurufen. "Solange dort eine positive Serie gestartet wird, ist alles andere unwichtig."

Es sei noch ein sehr langer Weg, Scolari werde der Mannschaft bis dahin seine Vorstellungen vermitteln und die einzelnen Puzzleteile ineinander fügen. "Brasilien wird in der entsprechenden Form sein, um ein Wörtchen um den Titel mitreden zu können."

In ähnlicher Form wie die Bayern, die sogar nach drei Trophäen greifen.


 

Christoph Nister

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