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Mourinho: "Die bessere Mannschaft hat verloren"

Es war das erwartete Duell auf Biegen und Brechen zwischen den zwei Fußball-Großmächten Manchester United und Real Madrid um den Einzug ins Viertelfinale der Champions League.

Am Ende gerieten jedoch die spielerischen Highlights wie ein Traumtor von Luca Modric oder auch der spielentscheidende Treffer von Cristiano Ronaldo bei seiner Rückkehr ins „Theatre of Dreams“ ins Hintertreffen.

Grund dafür war die umstrittene Rote Karte für Nani, die für Empörung im englischen, aber auch für Verständnis im spanischen Lager sorgte.

„Die bessere Mannschaft hat verloren. Wir haben nicht gut gespielt und den Sieg nicht verdient“, gab Real-Trainer Jose Mourinho, der ein inniges Verhältnis mit Gegenüber Alex Ferguson pflegt, zu.

Erzürnter Ferguson stellt sich nicht der Öffentlichkeit

Dieser war hingegen aufs Äußerste erzürnt, stürmte nach der Entscheidung des türkischen Schiedsrichters Cüneyt Cakir an die Seitenlinie und reklamierte, wie seine Schützlinge auf dem Feld, vehement.

„Sir“ Alex, der fast 39 Jahre in diesem Business mitbringt, ließ sogar im Anschluss die Pressekonferenz sausen und sich von seinem Assistenten Mike Phelan vertreten – angeblich aus lauter Zorn.

„Das ist vermutlich noch eine Untertreibung. Ich denke nicht, dass der Manager fit genug ist, um über die Entscheidung zu reden.“

Viele schossen sich nach der unglücklichen Aktion aus Sicht der „Red Devils“, bei der Nani Gegenspieler Alvaro Arbeloa im Brustbereich traf, auf den Schiedsrichter ein und sahen in ihm den vorentscheidenden Faktor.

Ex-Red-Devil Roy Keane ist anderer Meinung

Mourinho konnte Ferguson verstehen: „Er muss sich so fühlen wie ich vor zwei Jahren beim Ausschluss von Pepe gegen Barcelona. Eine Gelbe Karte wäre vielleicht die bessere Entscheidung gewesen.“

Wenige Freunde bei seinem Ex-Klub machte sich Roy Keane, der von einer gerechtfertigten Roten Karte gegen den Portugiesen sprach.

„Ich denke, der Referee hat die richtige Entscheidung getroffen. Jeder ist darüber aufgebracht und es ist ein bisschen unglücklich, aber es ist gefährliches Spiel. Ob er es wollte oder nicht, ist irrelevant. Es ist gefährliches Spiel, es ist eine Rote Karte.“

Die beiden Gegentreffer binnen 180 Sekunden nur am Fehlen eines offensiven Außenbahnspielers fest zu machen, wäre dann aber doch zu einfach gewesen.

„Die Tore mussten wir trotzdem erst einmal schießen“

„Auch wenn wir nicht gut gespielt haben, sind wir verdiente Sieger. Es sprach alles für sie und wir wussten nicht so recht, wie wir agieren sollen. Der Ausschluss hat dann das Spiel sehr beeinträchtigt, aber die Tore mussten wir trotzdem erst einmal schießen“, merkte ein in Topform agierender Real-Torhüter Diego Lopez an.

Der 31-Jährige zeichnete sich mehrmals mit starken Paraden aus und hielt seinem Team vor allen in den Schlussminuten gegen Michael Carrick, Robin van Persie und Wayne Rooney den Aufstieg fest.

„Das sind entscheidende Aktionen und manchmal hast du das Glück auf deiner Seite. Sie haben am Ende viel Gefahr erzeugt, aber wir wussten, dass sie das machen, auch wenn sie nur noch zu zehnt waren“.

Trotz der aufmunternden Worte von allen Seiten kann sich Manchester United davon nichts kaufen. Im Gegensatz dazu steht Real unter den letzten Acht der Königsklasse.

„Es mag sein, dass es nicht unser bestes Spiel war, aber wir haben uns durchgesetzt und das macht mich glücklich“, zeigte sich Kaka zufrieden.

Ronaldo-Rückkehr voller Emotionen

Ein besonderer Abend war es auch für Cristiano Ronaldo, nicht nur aufgrund seines 2:1-Siegestreffers, bei dem er standesgemäß an alter Wirkungsstätte nicht in Jubel ausbrach.

„Zum ersten Mal in meinem Leben wurde ich vom Ambiente übermannt. Ich habe mich nicht wohl gefühlt. Das waren zu viele Gefühle, diese Ovationen zu Beginn des Spiels“, lässt „CR7“ den Empfang seiner Person Revue passieren.

„Manchester ist meine zweite Heimat, aber das Wichtigste war das Weiterkommen von Real. Es tut mir leid für Manchester. Ich habe meine Arbeit erledigt, aber ich freue mich für die ganze Mannschaft.“

Perfekte Woche für Real

Alles in allem war es eine perfekte Woche für die Königlichen.

Mit zwei Siegen gegen den FC Barcelona und dem Aufstieg in der Champions League ist bei Real plötzlich wieder alles eitel Wonne.

„Diese Woche ist einzurahmen und nie mehr zu vergessen. Wir haben zur wichtigsten Zeit drei wichtige Siege gefeiert“, ist Keeper Lopez überglücklich.

Wurden die Duelle mit Manchester United im Vorhinein noch als Galgenfrist für Mourinho gedeutet, ist die Trainerdiskussion wohl vorerst vom Tisch.


Alexander Karper

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