Klopp: "Es war ein richtiger Sch...abend"

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Lionel Messi scheint auf dem Weg zu neuen Rekorden nicht zu stoppen.

Durch seinen Doppelpack beim 5:0-Auswärtssieg des FC Barcelona am Mittwoch in der Champions League gegen den Sturm-Graz-Bezwinger BATE Borisow liegt der Argentinier trotz seiner erst 24 Jahre bereits auf Platz zwei der ewigen Torschützenliste der Katalanen.

So wie Barcelonas Jahrhundert-Spieler Laszlo Kubala hält Messi nun bei 194 Pflichtspiel-Toren für die "Blaugrana".

"Werden Zeuge, wie Geschichte geschrieben wird"

Für Javier Mascherano zählt sein Landsmann schon jetzt zu den besten Kickern aller Zeiten. "Wir werden Zeuge, wie Geschichte geschrieben wird, also sollten wir es einfach genießen. Denn es wird schwierig, jemals einen ähnlichen Spieler wie ihn zu sehen", erklärte der Defensivspieler.

Messi brachte es als Champions-League-Torschützenkönig der vergangenen drei Saisonen bisher auf 39 Treffer in der Königsklasse. Außerdem traf er 127-mal in der Meisterschaft, 17-mal im Cup, achtmal im spanischen Supercup, zweimal bei der Klub-WM und einmal im europäischen Supercup.

Alleine in der vergangenen Saison traf "La Pulga" (der Floh) insgesamt 53-mal und in dieser Spielzeit auch schon wieder 14-mal - es scheint also nur eine Frage von Monaten zu sein, bis die von Cesar Rodriguez gehaltene Club-Rekordmarke von 235 Toren fällt.

"Hoffe, er denk nicht an Rücktritt"

Angesichts dieser Zahlen macht sich Josep Guardiola fast schon Sorgen. "Wenn Messi mit 24 mit Kubala gleichzieht, was kann er da in Zukunft überhaupt noch erreichen? Ich hoffe nicht, dass er an Rücktritt denkt, wenn er auch noch Cesar eingeholt hat", meinte der Barcelona-Trainer.

Nur wenn er Barca verlässt...

Messi selbst will sich nicht unter Druck setzen. "Es wäre schön, wenn ich seinen Vereinsrekord einstellen könnte, aber ich habe damit keine Eile. Für mich hat es immer Vorrang, der Mannschaft zu helfen", betonte der 24-Jährige.

Nach Ansicht von Guardiola ist es nur eine Frage der Zeit: "Er wird den Trefferrekord brechen, es sei denn, er verlässt Barcelona", sagte der Coach. "Jetzt hat er mit einem Fußballer gleichgezogen, der den Verein zum Bau des Camp-Nou-Stadions gezwungen hat."

Kubala hatte in den 1950er Jahren in Barcelona eine derartige Fußball-Euphorie entfacht, dass das Les-Corts-Stadion zu klein wurde und der Club sich zum Bau einer neuen Arena entschloss. Messi schoss in sieben Jahren für Barca ebenso viele Tore wie Kubala in elf.

Sein Borisow-Kollege Wiktor Gontscharenko zog nicht nur vor Messi, sondern auch vor dessen Mitspielern den Hut. "Wir haben gegen die beste Mannschaft der Welt gespielt und aus der ersten Reihe gesehen, wie man Fußball spielt, wie man den Ball behandelt und wie man den Gegner attackiert."

Nach dem Schützenfest in Weißrussland führt Barcelona die Gruppe H vor dem punktegleichen AC Milan an, der sich daheim gegen Viktoria Pilsen mit 2:0 durchsetzte und Klubchef Silvio Berlusconi damit einen Tag vor dessen 75. Geburtstag ein besonderes Geschenk machte: Der zweite Treffer des Abends durch Antonio Cassano bedeutete das 2.000. Tor unter der Führung des italienischen Premierministers.

Klopp fühlt sich vom Pech verfolgt

Seit Milans Übernahme durch Berlusconi im Februar 1986 gewannen die "Rossoneri" 28 Titel, darunter achtmal die Meisterschaft, sechsmal den Cup und fünfmal den Meistercup beziehungsweise die Champions League.

Weniger Grund zum Feiern hatte Borussia Dortmund nach dem 0:3 in Marseille. Trainer Jürgen Klopp fühlte sich nach der unglücklichen Niederlage vom Pech verfolgt.

"Es war die Geschichte dieser Saison in ein Spiel gepackt. Wir führen in jeder Statistik, nur nicht beim Ergebnis", sagte er. Wie schon vor zwei Wochen beim 1:1 gegen Arsenal erarbeitete sich der BVB auch gegen Olympique Feldvorteile, konnte sie aber nicht nutzen.

"War ein Sch...abend"

Zu allen drei Treffern wurden die Franzosen geradezu eingeladen, weshalb Klopp aus seinem Frust keinen Hehl machte.

"Es war ein richtiger Sch...abend", schimpfte der Coach. Da Arsenal im Parallelspiel zu einem mühevollen 2:1-Heimsieg gegen Olympiakos Piräus kam, fiel der deutsche Meister in Pool F auf Platz drei zurück.

In Gruppe E schaffte Spitzenreiter Chelsea mit dem 1:1 in Valencia einen wichtigen Punktgewinn auf dem Weg ins Achtelfinale. Torschütze für die Londoner war ausgerechnet Frank Lampard, der zuletzt von Coach Andres Villas-Boas des öfteren auf die Bank verbannt worden war.

Der Mittelfeldspieler sah seine Mannschaft nach dem Schlusspfiff sogar stärker als den FC Barcelona, der vor einer Woche im Mestalla nur ein 2:2 erreicht hatte.

"Wir haben uns dieses Match zur Vorbereitung angesehen, und im Nachhinein kann man sagen, dass wir in Valencia besser waren als Barcelona", behauptete der 33-Jährige.

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