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Barca gratuliert - Bayern will den letzten Schritt nehmen

Oops, they did it again.

Der FC Bayern ließ der Ausnahmeleistung im Heimspiel gegen den FC Barcelona eine weitere Gala folgen und erteilte den stolzen Katalanen beim 3:0-Auswärtssieg im Rückspiel des Champions-League-Halbfinales eine weitere Lehrstunde.

Arjen Robben, Gerard Pique per Eigentor und Thomas Müller zeichneten für die Treffer verantwortlich und sorgten - gemessen am Gesamtscore von 7:0 für die Deutschen - für das einseitigste Halbfinale in der Geschichte der Königsklasse.

Wie schon acht Tage zuvor in der Münchner Allianz Arena ließen die "Roten" auch im Camp Nou von Beginn an keinen Zweifel über die derzeitigen Machtverhältnisse aufkommen.

Vom angekündigten Sturmlauf der Katalanen war nichts zu sehen, Barca blieb erneut so gut wie alles schuldig. Es fehlte nicht nur die Durchschlagskraft, sondern auch jegliche Art zündender Ideen, um die "Maschinerie Bayern München" (Cadena Ser) ins Stocken geraten zu lassen.

Eines sei aber auch klar: "Jetzt wollen wir den Titel holen. Wir gehen mit breiter Brust und Selbstbewusstsein nach London", so der Vorstandsvorsitzende des FCB.

Ein letzter Schritt

Ohnehin war dies der Tenor des Abends. Der Einzug ins Finale sei wunderbar, das eine oder andere Bier habe man sich verdient - ABER: Der letzte und zugleich wichtigste Schritt muss erst noch vollzogen werden.

"Wir treten als Mannschaft auf, so kann man Spiele gewinnen auf derart hohem Niveau", parlierte Robben mit einem breiten Grinsen im Gesicht, um sofort auf das Finale aufmerksam zu machen: "Wir wollen das Ding gewinnen!"

Denn so überragend die Bayern sich in den letzten Monaten aus präsentierten, eine Niederlage gegen Borussia Dortmund würde die Saison auf einen Schlag konterkarieren.

 

Christoph Nister

Nüchternes Fazit

Entsprechend nüchtern fiel auch das Fazit im Lager der Geschlagenen aus. "Es ist sehr unangenehm, so etwas erleben zu müssen", konstatierte etwa Pique, dessen Eigentor den rabenschwarzen Tag Barcas perfekt reflektiert.

Er und seine Teamkollegen hatten versucht, was sie konnten, es habe allerdings nicht gereicht. "Wir wollten das erste Tor in der ersten Hälfte machen, das ist uns aber nicht gelungen."

Xavi, der wie im Hinspiel farblos blieb und kaum Akzente setzen konnte, erwies sich als fairer Verlierer. "Die Bayern haben es wunderbar gemacht, sie waren uns eindeutig überlegen, hatten ein tolles technisches und auch psychologisches Niveau."

"Bayern stärkstes Team"

Der Mittelfeld-Antreiber Barcas gestand, dass die Gäste "wettbewerbsfähiger" waren und räumte zudem ein, dass sich im Lager der Geschlagenen manches ändern muss. "Wir werden in Zukunft einiges tun müssen, um mithalten zu können."

Präsident Sandro Rosell pflichtete ihm indirekt bei, indem er anerkannte: "Sie waren klar besser als wir und haben es verdient, ins Finale einzuziehen. Die Bayern sind das stärkste Team in Europa."

Rummenigge ungläubig

Karl-Heinz Rummenigge tat sich schwer, das Geschehene in Worte zu fassen: "Ich muss mich erstmal fast zwicken", so der 57-Jährige.

"3:0 gewonnen gegen die beste Mannschaft der Welt. Wir haben zwei wunderbare Tage erwischt. Trainer und Mannschaft haben es wunderbar umgesetzt." Der Klub habe mit dem dritten Finale in vier Jahren etwas Unglaubliches erreicht.

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