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"Bergarbeiter aus Chile macht Barcas Künstlern Mut"

Den Titel in der Primera Division mag man abgeschrieben haben, zumindest auf internationaler Ebene agiert der FC Barcelona aber unberührt von den Problemen im eigenen Haus.

"In der Stadt des Aspirins legten die Barca-Spieler ihre Kopfschmerzen ab", jubelte die in Barcelona erscheinende Tageszeitung "Sport" nach dem 3:1-Erfolg gegen Bayer Leverkusen im Achtelfinalhinspiel der Champions League am Dienstag.

Von der Auswärtsschwäche der Katalanen war nichts zu merken, die Hoffnung auf die Krone in der Königsklasse lebt weiter.

"Haben in jeder Hinsicht gut gespielt"

72 Prozent Ballbesitz, Lionel Messi in Topform mit einem Tor und Alexis Sanchez mit zwei Treffern ließen wieder Freude aufkommen, auch wenn die Oberschenkelverletzung von Spielmacher Xavi weiter Sorgenfalten in die Stirn von Coach Josep Guardiola furcht.

Nach der bitteren 2:3-Schlappe bei Osasuna am vergangenen Wochenende genoss der Erfolgscoach den Sieg besonders.

"Wir haben heute in jeder Hinsicht gut gespielt, defensiv und offensiv. Wir spielen im Europacup, und da ist es nicht leicht, sich so viele Chancen zu erspielen, wie wir das heute getan haben", lobte er seine Elf. Gerade angesichts eines deutschen Gegners: "Sie sind immer in der Lage, zurückzukommen."

Leverkusens Defensivstrategie ging nicht auf.

Von Beginn an agierten Simon Rolfes und Co. auch vor eigenem Publikum äußerst zurückgezogen, nur 41 Minuten lang hielt das vermeintliche Bollwerk, das von einem Messi-Heber auf Sanchez ausgehebelt wurde.

"Sie waren schon als Verlierer aus der Kabine gekommen. Sie hatten bereits vor dem Anpfiff akzeptiert, dass sie gegen den Titelverteidiger keine Chance haben würden und waren mit einer ultradefensiven Taktik und zehn Abwehrspielern angetreten", befand "El Periodico de Catalunya" trocken.

Dutt sparte nicht mir Kritik

Bayer-Coach Robin Dutt lobte zwar seine Abwehr, sparte aber auch nicht mit Kritik.

"Wir hatten zu viel Respekt und zu wenig Bewegung, da waren wir zu ängstlich. Ich habe meine Spieler in der Pause gefragt, ob sie an diesem Spiel teilnehmen wollen oder ob sie es über sich ergehen lassen wollen", meinte der Deutsche, dessen Truppe sich diese Worte nach dem Seitenwechsel immerhin sichtlich zu Herzen genommen hat.

Für das Auswärts-Rückspiel am 7. März rechnet sich Dutt "eigentlich keine Chancen" mehr aus. Die kleine Hoffnung: "Im Fußball ist immer alles möglich. Ich habe mal gesehen, wie Barcelona in Basel 6:0 gewonnen hat, das Rückspiel endete dann im Camp Nou 1:1."

Sanchez erhielt viel Lob

Während Messi nun mit sieben Treffern die Torschützenwertung in der Champions League anführt, erhielt auf Seiten der Gäste auch Sanchez viel Lob.

"Ein Bergarbeiter aus Chile macht Barcas Fußballkünstlern neuen Mut. Alexis Sanchez fand mit seinen Treffern das richtige Mittel für den Kampf gegen die Tristesse", schrieb "El Pais" nach den ersten beiden CL-Treffern des 23-Jährigen, der im Sommer für 40 Millionen Euro von Udinese zu Barca gekommen war.

Auch Guardiola zeigte sich hoch erfreut darüber, dass der chilenische Teamstürmer in Absenz des Langzeitverletzten David Villa in die Bresche sprang. "Er bewegt sich gut, mit ihm können wir den Platz besser ausnützen. Er ist ein bescheidener Bursche, der uns viel hilft."

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