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"Das Spiel hätten wir nicht verlieren dürfen"

Die Talfahrt von Inter Mailand ist auch in der Champions League nicht zu Ende gegangen.

Die in der Meisterschaft bisher klar hinter den Erwartungen gebliebenen und aktuell schwächelnden Mailänder mussten sich im Hinspiel des Achtelfinales am Mittwoch auswärts Olympique Marseille mit 0:1 geschlagen geben.

"Ein Alptraum ohne Ende", titelte die Zeitung "Tuttosport" am Donnerstag.

Ob Trainer Claudio Ranieri beim Rückspiel am 13. März noch auf der Bank sitzt, ist äußerst fraglich.

"Das tut wirklich weh"

Im Stade Velodrome verschenkte Inter erst in der 93. Minute eine gute Ausgangsposition.

Andre Ayew sorgte per Kopf für die späte Entscheidung zugunsten der Franzosen.

Zuvor hatte die defensiv eingestellte Routiniers-Truppe (Anfangsformation-Durchschnittsalter 31,27 Jahre/nur zwei Spieler unter 30) aus Mailand gut verteidigt und einige Male über Konter Torgefahr erzeugt.

"Dieses Spiel hätten wir nicht verlieren dürfen", klagte ein entsetzter Ranieri.

"Das tut wirklich weh", ergänzte Tormann Julio Cesar.

"Es läuft einfach alles schief"

Die einzige Chance der bewerbübergreifend 16 Spiele unbesiegten Franzosen führte zum Gegentor.

Ranieri fühlt sich vom Pech verfolgt: "Es läuft einfach alles schief", meinte der Römer.

Selbst Marseilles Trainer Didier Deschamps hatte Mitleid mit den Italienern.

"Vielleicht wäre ein Unentschieden gerechter gewesen", sagte der Coach, dessen Team in der Liga seit drei Monaten ungeschlagen ist und sich nun berechtigte Hoffnungen auf den Einzug ins Viertelfinale der Champions League machen darf.

"Inter, du bist am Boden"

Den Mailändern werden in Italien kaum noch Chancen eingeräumt. "Inter, du bist am Boden. Es wird immer schlimmer", schrieb die "Gazzetta dello Sport".

Sechs Niederlagen in den jüngsten sieben Pflichtspielen und vier Pleiten in Serie haben Inter jegliches Selbstvertrauen geraubt.

"Die Jungs sind entmutigt", gab Ranieri zu. Seit 396 Minuten blieb sein Team auswärts ohne Torerfolg und kassierte 18 Gegentreffer in neun Spielen.

"Verdienen Aufholjagd vor vollen Rängen"

Ranieri will dennoch nicht aufgeben.

"Wir können zu Hause zwei Tore machen", betonte der Coach, der am 13. März allerdings auf den gesperrten Chivu und möglicherweise auch auf Maicon (Knieverletzung) verzichten muss.

Für das Rückspiel bat er noch in Marseille die Fans um Unterstützung: "Wir verdienen eine Aufholjagd im Rückspiel vor vollen Rängen", sagte Ranieri.

Moratti schaute nicht bei Team vorbei

Ob der in der Serie A mit 14 Punkten Rückstand auf Tabellenführer AC Milan nur auf Rang sieben liegende Klub ihm die Chance zur Revanche noch gibt, ist offen.

In Marseille verließ Klub-Präsident Massimo Moratti das Stadion, ohne zuvor in der Kabine bei Trainer und Mannschaft vorbeizuschauen.

Seit dem historischen Triple-Gewinn und dem Abschied von Star-Coach Jose Mourinho vor zwei Jahren hat der Öl-Magnat mit Rafael Benitez, Leonardo und Gian Piero Gasperini bereits drei Trainer verschlissen.

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